"Benimm ist in" – Pilotprojekt zur Werteerziehung startet an Weilheimer Hauptschule

„Die Jugend von heute kann sich einfach nicht ordentlich benehmen“ - so denken viele Eltern und Lehrer. Denn nicht immer entspricht das Verhalten der jungen Leute ihren Vorstellungen. Dies kann vor allem für die Jugendlichen selbst zum Problem werden, beispielsweise in Bewerbungsgesprächen.

An der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Hauptschule soll nun in Kooperation mit „Innerwheel Pfaffenwinkel“, der Frauenorganisation des Rotary-Clubs, ein Pilotprojekt zum Thema „Werteerziehung“ für die siebten Klassen gestartet werden. Ehrenamtlich bieten Mitglieder von „Innerwheel“ dort von Mitte bis Ende Juni Kurse an, in denen die Schüler eineinhalb Stunden lang in gutem Benehmen unterrichtet werden. „Höflichkeit, Respekt und Anstand sind Werte, die zwar einerseits in der Gesellschaft hoch geschätzt, andererseits von manchen Eltern kaum oder gar nicht mehr vermittelt werden“, beklagt Rektor Georg Schmidt. Auch Angela Zirngibl, Präsidentin von „Innerwheel Pfaffenwinkel“, ist dieser Ansicht: „Viele Eltern haben Angst, bei der Erziehung Fehler zu machen. Mit der Folge, dass sie lieber gar nichts tun als etwas Falsches.“ Für die Kinder sei es später problematisch, in der Gesellschaft zurechtzukommen, da sie nicht wissen, wie man in bestimmten Situationen angemessen auftritt. „Was bei den Schülern ankommt, ist vor allem Ablehnung und daraus resultiert Frust, beispielsweise nachdem es wieder nicht geklappt hat mit der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“, weiß Jürgen Werle, der eine der siebten Klassen unterrichtet. „Die Jugendlichen erfahren meist nicht, warum man ihnen eine Absage erteilt. Dass es mit ihrem unpassenden Auftreten beim Bewerbungsgespräch zusammenhängen kann, ist den wenigsten klar.“ „Gutes Benehmen hilft jedem, leichter durchs Leben zu kommen, egal in welcher Situation. Es ist sozusagen ein Türöffner“, findet Angela Zirngibl. Das Schulprojekt sieht sie als Chance für die Jugendlichen, zu trainieren: Wie trete ich auf? Wie verhalte ich mich? Was gehört sich? „Ganz klar kompensiert die Schule hier ein Defizit der Gesellschaft, die immer grenzenloser wird und in der Werte mehr und mehr verloren gehen. Denn auch viele Erwachsene wissen nicht mehr, was sich gehört“, so Schmidt. Das Projekt an seiner Schule soll zu einem festen Bestandteil der Schulerziehung werden und auch anderen Schulen als Anregung dienen.

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