Beratungsnetzwerk will Gründer bestmöglich informieren

Ist die Idee praxistauglich ?

+
Die Plakate fürs Gründerfrühstück am 12. März präsentieren v.li. Friedhelm Drenckhahn, Ulrike Wittmann, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Jan von Gruchalla, Britta Reinartz (Telezentrum Herzogsägmühle, wo die neuen Flyer fürs Beratungsnetzwerk erstellt wurden), Justina Eibl und FOS-Praktikantin Emma Hempel.

Weilheim – Wer ein Unternehmen gründen und sein eigener Chef werden will, braucht neben einer zündenden Idee und einem durchdachten Konzept kaufmännisches Verständnis. Am Wichtigsten findet Friedhelm Drenckhahn aber die Kundenakquise: „Das stellen die jungen Leute oft erst viel später fest.“

Drenckhahn, früher bei einem großen Hamburger Konzern in leitender Position tätig, ist einer der Aktivsenioren, die ihren beruflichen Erfahrungsschatz – ehrenamtlich und kostenlos – an gründungswillige Neueinsteiger weitergeben. Einmal im Monat finden im Landratsamt Weilheim persönliche Einzelgespräche statt.

Die Ratschläge der „Rentiers“, wie Drenckhahn die Aktivsenioren scherzhaft nennt, fallen auf fruchtbaren Boden: „Man glaubt uns, weil wir weiße Haare haben“, sagt er augenzwinkernd. Bedauerlich findet er, dass es keine Rückmeldung gibt: „Wir wissen nicht, was aus den Leuten geworden ist.“

Die Aktivsenioren sind Teil eines Beratungsnetzwerkes, auf das Existenzgründer, Selbständige und die gewerbliche Wirtschaft im Landkreis zurückgreifen können. In diesem Verbund sind die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer für München und Oberbayern wichtige Partner. „Wir wollen am Standort Weilheim-Schongau eine aktive Gründerszene etablieren“, erklärt Justina Eibl von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung am Landratsamt. Zum zehnjährigen Bestehen des Beratungsnetzwerkes holte sie kürzlich alle Beteiligten an einen Tisch, wies auf die Synergieeffekte und die Vorteile für die Ratsuchenden hin.

Für IHK-Beraterin Ulrike Wittmann sind Kontakte das A und O beim Existenzaufbau. „Gründer brauchen ein Netzwerk“, lautet ihr Credo. Dienstleistung und Handel verzeichnen besonders hohe Gründerzahlen. Die Chancen und Risiken liegen nah beieinander: Nach vier Jahren ist jeder zweite Existenzgründer wieder vom Markt verschwunden. Eine weitere kritische Phase folgt im 7./8. Jahr. Nebenerwerbsgründungen werden gerne von Frauen angestrebt, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Bei den Beratungen der Handwerkskammer stehen laut Jan von Gruchalla die Betriebsübergabe und -nachfolge im Fokus. Seine Hilfestellung konzentriert sich auf den kaufmännischen betriebswirtschaftlichen Bereich. Im Vollhandwerk (mit Meistertitel) sind nach fünf Jahren noch 80 Prozent der Gründer am Markt.

Zu einer kompetenten Beratung gehört für Wirtschaftsförderin Eibl auch, von einer Gründung abzuraten, wenn die Eignungsvoraussetzungen fehlen. „Gründer und Jungunternehmer sind für den Wirtschaftsstandort wichtig. Aber die Anforderungen sind hoch“, weiß Eibl.

Mit einem neuen Flyer in Quadratform, gestaltet im „Telezentrum – Digitale Medien“ in Herzogsägmühle, und ersten Terminen startet das Beratungsnetzwerk jetzt in die nächste Staffel.

Angebote, Termine

Gründerfrühstück (ersetzt abendlichen Gründerstammtisch „Treff um 7“): Donnerstag, 12. März, 8 bis 10 Uhr im Landratsamt Weilheim, Stainhartstraße 9, 2. OG, Raum 250 mit Impulsvortrag zum Thema „Pressearbeit/Werbung“. Anmeldung über ulrike.wittmann@muenchen.ihke.de oder wirtschaftsfoerderung@lra-wm.bayern.de

Individuelle Beratung bei IHK, HWK und/oder Aktivsenioren. Existenzgründerberatung der Aktivsenioren (Einzelberatung): Donnerstag, 12. März, 10 bis 13 Uhr im Landrats- amt Weilheim, Stainhartstraße 9 (siehe oben). Anmeldung bei Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tel. 0881/681-1276 oder E-Mail: wirtschaftsfoerderung@lra-wm.bayern.de. Beratung einmal monatlich.

Existenz (Ausstellung, Fachvorträge und Jung- unternehmerforum: am 17. Oktober in Weilheim.

von Maria Hofstetter

Auch interessant

Meistgelesen

"Sie hat einfach zu uns gehört"
"Sie hat einfach zu uns gehört"
"Der Tiger" ist wieder zu Hause
"Der Tiger" ist wieder zu Hause
Notlandung im Getreidefeld
Notlandung im Getreidefeld
Betrunkener 62-Jähriger kollidiert mit Gegenverkehr
Betrunkener 62-Jähriger kollidiert mit Gegenverkehr

Kommentare