Weilheimer Beratungsstelle feierte Tag der offenen Tür

Sexuelle Gewalt bekämpfen

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Das Team der Beratungsstelle mit der Künstlerin v. li. Michaela Zeilmeir, Ulrike Leimig, Gabriela Lorenz, Salomé Herbst, Rautgunde Lammerer, Angelika Flock und Anna Gorenc.

Weilheim – Zum Tag der offenen Tür lud vor Kurzem die Beratungsstelle Netz gegen sexuelle Gewalt e.V. in ihre neuen Beratungsräume ein. Die zahlreichen Gäste erwartete ein emotionaler Vormittag voll mit Informationen rund um die Einrichtung.

Der Verein Netz gegen sexuelle Gewalt e.V. arbeitet seit 1992 ehrenamtlich und ist seit Mai 2015 Träger der Beratungsstelle. Diese war zuvor im Pfarrheim Miteinander beheimatet. Zur großen Freude aller Mitarbeiter konnten im November 2018 die neuen Räumlichkeiten in der Lohgasse 3 bezogen werden. Das Team, bestehend aus den Vorständen Dr. Rautgunde Lammerer, Ulrike Leimig, Angelika Flock sowie den Mitarbeiterinnen Gabriela Lorenz, Anna Gorenc und Michaela Zeilmeir durfte neben vielen Interessierten auch einige Vertreter des gesellschaftlichen Lebens begrüßen. Darunter waren die Schirmherrin des Vereins, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Landtagsabgeordnete Susann Enders, Pfarrerin Sabine Nagel, Vertreter von Gesundheits- und Jugendamt, der Polizei und des Murnauer Frauenhauses.

Die Beratungsstelle unterstützt Kinder und Jugendliche, die Opfer von sexueller Gewalt wurden, wie auch die Eltern und Bezugspersonen betroffener Kinder. Ebenso werden Fachkräfte in pädagogischen Einrichtungen, Lehrer, Ärzte und Mitarbeiter in Arbeitsfeldern, die Kontakt zu Kindern haben, beraten. Die Beratungen sind kostenfrei, auf Wunsch anonym und unterliegen der Schweigepflicht.

Des Weiteren wird in Fällen geholfen, in denen sexuelle Gewalt vermutet wird. Ein wichtiges Feld ist die Präventionsarbeit, die zum Beispiel Workshops, Schutzkonzepte und Train-the-Trainer-Kurse in pädagogischen Einrichtungen beinhaltet. „Die Versorgung in Deutschland mit solchen Anlaufstellen ist mehr als miserabel“, so Leimig in ihrer Rede. Deswegen sei es für den Landkreis ein großes Glück, diese Anlaufstelle zu haben, wie immer wieder von verschiedenen Seiten betont wurde.

Hilfe hätte sich auch Künstlerin Salomé Herbst als Kind gewünscht. In ihren Bildern, die in den Räumen ausgestellt werden, verarbeitet sie die schrecklichen Erlebnisse ihrer Kindheit, in der sie selbst lange Opfer von sexueller Gewalt war.„Indem wir Kindern und Jugendlichen helfen, sexuelle Gewalt zu benennen und einzuordnen, entziehen wir der Gewalt ihre negative Kraft. Das ist der erste Schritt zum Heilwerden“, fasste Dr. Lammerer zusammen.

Die Beratungsstelle ist am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 8.30 bis 13 Uhr unter Tel. 0881/927922-94 erreichbar. Auch die Kontaktaufnahme per SMS oder WhatsApp unter der Nummer 0176/43403539 ist möglich.

Von Kathrin Sedlmaier

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