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Geschichte wird am Tiefstollen authentisch dokumentiert – Modifizierungen im Konzept

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2014 wurde das Erlebnisbergwerk eingeweiht. Alt-Bürgermeister und Museumsführer Hermann Schnitzer, Bürgermeisterin Manuela Vanni, Vize-Rathauschefin Sandra Rößle und der ehemalige Landrat Friedrich Zeller ließen es sich nicht nehmen, die Jungfernfahrt der Bockerlbahn in den Tiefstollen zu übernehmen. © Bernhard Jepsen

Peißenberg – Das Bergbaumuseum in Peißenberg besuchen jährlich rund 5 000 Besucher. „Highlight“ ist zweifelsohne das 2014 eingeweihte und mit EU-Geldern finanzierte Erlebnisbergwerk, in das die Besucher per Bockerlbahn rund 100 Meter tief in den Stollen einfahren können. Das Museum muss sich von Zeit zu Zeit immer wieder aktuellen Trends und Bedürfnissen anpassen, um attraktiv zu bleiben. Auch die personelle Situation zwingt die Gemeinde und den Museumsverein zu Neuerungen.

„Die Bandbreite, die das Museum bietet, gibt es im Umkreis kein zweites Mal“, schwärmt Knappenvereinschef und Museumsvereinsmitglied Rudi Hochenauer: „Nirgendwo sonst wird Bergbau intensiver erklärt als in Peißenberg.“ Das Besondere: Am Tiefstollen können sich die Besucher nach wie vor im Rahmen von Führungen durch das Museum lotsen lassen. „Was der Museumsverein leistet ist gigantisch. Es geht nichts über persönliche Führungen. Vor allem die ehemaligen Bergmänner wirken unheimlich authentisch. Das können Audio-Guides nicht leisten“, erklärt Hochenauer – allerdings weiß er auch: „Die Zeit arbeitet gegen uns.“ Die Museumsführer, die den Berg-

bau noch aktiv erlebt haben, kommen langsam in die Jahre. Nachwuchs zu rekrutieren, ist schwierig. Da bleibt dem Museumsverein gar nichts anderes übrig, als auf moderne Kommunikationsmittel zu setzen. Über eine externe Fachfirma wird derzeit ein neues Museumskonzept entwickelt. Im Zeitalter von Smartphones könnten zum Beispiel spezielle Apps den Museumsrundgang informativ begleiten.

Träger des Bergbaumuseums ist die Marktgemeinde. Dieser „Gesellschaftsaufgabe“, wie Hochenauer den Museumsbetrieb bezeichnet, würde die Kommune auch „gut“ nachkommen: „Trotzdem muss man an der Sache dranbleiben.“ Das Museumsgebäude, das aus der Zeit stammt, in der am Tiefstollen noch Kohle abgebaut worden ist, ist von der baulichen Grundsubstanz noch einigermaßen gut in Schuss. Allerdings ist es für Behinderte nur schwer zugänglich und die WC-Anlagen bedürften einer dringenden Sanierung. „Sinnvoll und zeitgemäß“, wäre es laut Hochenauer zudem, einen Getränke- respektive Kaffeeautomaten für das Museum anzuschaffen. „Ein Museumsbesuch sollte nicht deshalb abrupt enden, weil es nichts zu trinken gibt“, argumentiert Hochenauer. Auch konzeptionell sollte seiner Meinung nach das ein oder andere „modifiziert“ werden. Hochenauer verweist in dem Zusammenhang auf den Geologieraum im Erdgeschoss, der mit Unmengen an Gesteinsarten bestückt ist, aus der Sicht des Knappenvereinschefs aber „sinnvoller“ genutzt werden könnte: „Es ist von der Bergbaugeschichte sehr viel papiermäßig dokumentiert worden. Das kann man interessierten Leuten näher bringen“, meint Hochenauer. 

Von Bernhard Jepsen

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