Gipfelgespräch im Buchheim Museum

Bergfex Messner lockt viele Fans an

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Bernd Zimmer zeigt Reinhold Messner den Kreisboten-Artikel über seine Holzschnitt-Performance im Buchheim-Museum.

Bernried – Wenn zwei „Alphatiere“ wie Extrembergsteiger Reinhold Messner und der Extremmaler Bernd Zimmer aufeinander treffen, kann dieses „Gipfelgespräch“ nur ein Highlight geistreicher, pointierter Konversation werden. Das sahen auch die rund 400 Fans so, die sich zu dieser außergewöhnlichen Talkrunde im Buchheim-Museum einfanden.

Vor dem wuchtigen Zimmer-Gemälde „Tinzenhorn III“ – ein Schweizer Berg mit 3 173 Metern Höhe – nahmen die beiden Protagonisten auf dem Sofa Platz, um nach der Moderation von Museumsdirektor Daniel J. Schreiber über ihre Erfahrungen im Überschreiten von körperlichen und künstlerischen Grenzen zu parlieren.

Messner, der einst ein sehr freundschaftliches und privates Verhältnis zu Museumsgründer Lothar Günther Buchheim gepflegt hatte, betonte, dass kein anderes Motiv in der Kunst so oft gemalt wurde wie die Berge in all ihren Schattierungen zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Das beweise auch den Respekt der Künstler vor der Wucht und Schönheit der Bergwelt und vor der Erhabenheit der Natur. Für ihn sei die Eroberung eines Berges ebenfalls eine Art Kunstwerk, eine psychische und physische Grenz- und archaische Selbsterfahrung. Der inzwischen 70-jährige Messner hat als erster Mensch alle 14 Achttausender der Welt ohne Flaschensauerstoff bezwungen und die Antarktis, Grönland sowie die Wüste Gobi durchquert. Kein Wunder, dass das Publikum mucksmäuschenstill seinen Erzählungen und Anekdoten lauschte.

Gipfelgespräch Buchheim Museum

Grenzerfahrungen auf dem künstlerischen Sektor erlebt auch der weitgereiste Extremmaler Zimmer fast täglich im Atelier, wenn er die Grenzen des ästhetisch Anerkannten überschreitet. Mit großem Erfolg, seine Werke hängen weltweit in Museen. Übrigens viele Bergmotive, wen wunderts? Zum Thema Museum äußerte sich sehr enthusiastisch Messner, der in Südtirol sechs „Mountain-Museen“ gestaltet hat und führt. Eine kostspielige Angelegenheit, die er auch mit seinen Büchern und Vortragsreihen finanziert. Eine Herzensangelegenheit brachte Messner zum Ende des eineinhalbstündigen kurzweiligen Talks aufs Tablett: Seine Stiftung „MMF Messner Mountain Foundation“, die den Berg- völkern am Nanga Parbat das Überleben sichert. Der Erlös seines Buchverkaufs im Buchheim-Museum komme dieser Stiftung zugute. Davon machten viele Gäste Gebrauch und ließen sich die Bücher gleich vom derzeit wohl populärsten Bergsteiger der Welt signieren.

Dieter Roettig 

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