Rührende Worte bei der Verabschiedung von Ludwig Bertl

"Unikum" verlässt Sozialstation

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Zum Abschied gab es für Ludwig Bertl (6.v.l.) nicht nur warme Worte, sondern auch viele Geschenke von den anwesenden Honoratioren, wie (v.l.) Dr. Rainer Mogk, Peitings Bürgermeister Michael Asam, Peißenbergs Rathauschefin Manuela Vanni, Garmisch-Partenkirchens Landrat Harald Kühn, Brigitta Hofmann, Sabine Bölt, Pfarrer Gerhard Schmid, Nadia Abi-Haidar und Weilheims Bürgermeister Markus Loth.   

Peißenberg – „Im Abschied liegt eine süße Trauer. Trotzdem ist es schade, dass ich jetzt aus diesem tollen Haus raus muss.“ Ein bisschen Wehmut klang bei Ludwig Bertl schon durch, als er bei seiner Verabschiedungsfeier ans Rednerpult ging und auf seine Tätigkeit bei der ökumenischen Sozialstation im Landkreis zurückblickte. Nach 16 Dienstjahren als Geschäftsführer der ambulanten Pflegeeinrichtung wird der 59-Jährige zum 31. Januar 2013 in Altersteilzeit gehen.

Zahlreiche Honoratioren aus dem Landkreis waren zum Abschiedsfestakt ins Caritas-Seniorenzentrum nach Peißenberg gekommen. In ihren Grußworten fanden die Redner durchweg lobende und launige Worte über den künftigen Ruheständler, der für seinen Charme und seine Raffinesse bekannt ist. Bertl sei „einfach ein Unikum“, stellte Nadia Abi-Haidar als Vertreterin des Diakonischen Werks fest, und spielte dabei auf dessen Faible für König Ludwig an. Bei ihrem ersten Besuch in Bertls Büro sei sie sich vorgekommen wie bei einem „Staatsempfang“: „Ich hab´ gedacht, jetzt kommt gleich der Kini ums Eck.“ Im Gegensatz zu den aalglatten Managern, die es in der Pflegebranche ebenfalls gebe, habe Bertl immer zuerst auf die Menschen und nicht auf die Zahlen geschaut. „Sie sind gerne und ein guter Christ. Das wird uns stark fehlen“, konstatierte die Diakonie-Geschäftsführerin.

Großes Lob für den scheidenden Leiter der Sozialstation gab es auch von Mitarbeitervertreterin Sabine Bölt. Man sei „erschrocken“, als man von Bertls Abschied gehört habe. „Was Besseres kommt meist nicht nach. Auf alle Fälle wissen wir, dass wir mit ihm was sehr Gutes hatten“, sagte Bölt. Die Sozialstation betreut mit ihren derzeit 313 Mitarbeitern rund 600 Pflegebedürftige und verwaltet ein Jahresbudget von etwa sieben Millionen Euro. „Der Betrieb ist gut aufgestellt“, betonte Bertl am Rande des Festakts. „Die Nähe zu den Menschen“ sei ihm während seiner Dienstzeit immer besonders wichtig gewesen: „Die Pflege ist eine sehr schwere Arbeit, aber sie gibt einem auch etwas zurück, nämlich den Dank der Menschen.“ 

Bertl will ab Februar „erst einmal richtig ausspannen“ und auf Reisen gehen. Angst vor Langeweile hat der Ruheständler in spe nicht. Zu Hause in Schönberg müssen seine drei Haflinger-Pferde versorgt werden und beim Bayernbund ist er als Kreisvorsitzender aktiv: „Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt“, sagte Bertl, dessen Nachfolger bereits feststeht. Die Gesellschafterversammlung der Sozialstation hat sich auf Oliver Pilz geeinigt, der momentan noch als Regionalvorstand der Johanniter Unfallhilfe in Bamberg fungiert. „Das ist der richtige Mann. Es wird gut weitergehen“, sagte Brigitta Hofmann, die Geschäftsführerin der Caritas-Augsburg-Betriebsträger GmbH (CAB).                          Von Bernhard Jepsen

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