Jugendfeuerwehr simuliert 24 Stunden-Schicht

Aus dem Alltag eines Berufsfeuerwehrmannes

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Das Feuer brennt und die Jugendlichen kommen schnell zum Löschen.

Peißenberg – Feuer löschen. Eine einklemmte Person aus dem Auto bergen. Mit der Drehleiter arbeiten. Das und vieles mehr erwartete die Jugendfeuerwehr Peißenberg bei einer 24 Stunden-Schicht. In der simulierten Schicht einer Berufsfeuerwehr galt es, nach einem Alarm verschiedene Einsatzszenarien abzuarbeiten. Die Jugendwarte haben sich dafür einiges einfallen lassen.

Los ging es um 15 Uhr im Feuerwehrhaus. Ausgerüstet mit Schlafsack, einer großen Portion Spannung und Motivation wurden die Jugendlichen ab 14 Jahren eingewiesen und bekamen Funkmeldeempfänger (Piepser) ausgehändigt. Sie erfuhren, wie man sich bei einem Einsatz richtig verhält. Nach der Piepserausgabe wurde erst einmal gekartelt. Einsatzzeiten und -szenarien waren nicht bekannt. Trotz erfinderischer Nachfragen rückten die Jugendwarte keine Infos heraus. Der erste Alarm führte zu einem Landwirt mit überhitztem Heustock. Vor Ort wurde mit der Heusonde die Temperatur des Heustockes gemessen und das mitgebrachte Heuwehrgerät eingebaut, um die Hitze aus dem Stock zu saugen und ihn zu belüften. Nach getaner Arbeit, zu der das auch das Aufräumen gehört, spendierte der Landwirt Getränke.

 Nach kurzer Verschnaufpause gab es den zweiten Alarm: Einen Stadlbrand beim Moosbach. Auf der Anfahrt konnten die Feuerwehrler bereits das Feuer sehen, welches beauftragte „Zündler“ entfacht hatten. Die Spannung war auch bei den Jugendwarten groß, da der von ihnen aufgerichtete Holzstapel ordentlich verregnet wurde und nicht sicher war, ob er noch brennt. Die Sorge war aber unbegründet. Die Jugendfeuerwehrler setzten am Moosbach eine Pumpe ein, ver- legten eine Schlauchleitung und löschten den Brand. Beim nächsten Piepseralarm rückten die Jugendlichen mit schwerem Gerät zu einem Verkehrsunfall an die Hohenwarter Kurve aus. Sie fanden ein Fahrzeug, besetzt mit zwei Personen, zwischen den Bäumen vor. Nach ordnungsgemäßer Absperrung und dem Aufbau der Gerätschaften wurden mit Schere und Spreizer die Übungspuppen befreit. Zuerst hieß es die Batterie abklemmen, dann die Verunglückten versorgen, Scheiben zersägen, Fahrzeugtüren öffnen und das Dach abnehmen, um die Verletzten nach oben zu retten. Der aufwändige Einsatz zog sich über zwei Stunden hin. 

Eingerückt und wieder einsatzklar, führte ein Alarm in der Brandmeldeanlage zur Firma Agfa. Dort erfuhren die Jugendlichen den Aufbau einer Brandmeldeanlage und wie man sich mittels dort stationierter Laufkarten in den Gebäuden zurechtfinden kann. Zu tun gab es allerdings nichts, weil es sich in diesem Fall um einen simulierten Fehlalarm gehandelt hatte. Kurz nach Mitternacht wurde zur Vermisstensuche in einem Waldstück alarmiert. Genau in dem Moment, als die Jugendfeuerwehrler in die Fahrzeughalle stürmten, ging ein echter Alarm ein und die Jungen mussten sich zurückziehen, während die Älteren zu einem Mülltonnenbrand beim Kaufland ausrückten. Bis man danach wieder einsatzklar war, war es 1.20 Uhr. Die Vermisstensuche wurde nicht mehr durchgeführt, um noch etwas Schlaf zu bekommen. Kurz nach 4 Uhr brannte ein Abfalleimer am Wanderparkplatz Richtung Fendt. Das von den „Zündlern“ gelegte Feuer war zum Glück schnell wieder gelöscht. 

Um 6.15 Uhr hieß es: Eine unter einen Bagger geratene Person befreien. Am Einsatzort wurde gemeinsam die Lage beraten und dann mit Hebekissen ein Bagger angehoben, um den verunfallten „Dummy“ zu retten. Nach diesem Einsatz war es Zeit für das gemeinsame Frühstück, welches jeder dringend brauchte: Die ereignisreiche Nacht hatte die jungen Feuerwehrler richtig hungrig gemacht. Nachdem sich die neun Burschen und ein Mädchen wieder erholt hatten, wurden sie zur Personenrettung auf die Baustelle in der Bürgermeister-Leibold-Straße gerufen. Ein im zweiten Stock verunglückter Bauarbeiter wurde mit Drehleiter und Bergewanne aus seiner misslichen Lage befreit. Auch diesen Einsatz meisterten die Jugendlichen gut. Kaum wieder am Feuerwehrhaus angelangt, hieß es „Hochwasseralarm“ und ausrücken zum Bauhof, wo 1500 Sandsäcke mit der Abfüllmaschine gefüllt, vernäht und in Stapelkisten verladen wurden. Die Jugendlichen langten ordentlich zu – ihre Leistung konnte sich sehen lassen. Dieser Einsatz war für den Ernstfall sehr wichtig, da die gefüllten und eingelagerten Sandsäcke nun Peißenbergs eiserne Reserve bilden. Gegen 11.30 Uhr ging noch einmal der Piepser, mit einer Alarmierung zu einem Garagenbrand in der Bergstraße. In der Garage wurde auch noch eine Person vermisst. Mit einem Nebelgerät wurde die Garage realitätsnah verraucht. Die Jugendlichen rückten mit der Wärmebildkamera und weiterer Ausrüstung in die Garage vor und suchten den Vermissten, den sie auch fanden. Danach wurde mit dem Lüfter die Garage entraucht, was spektakulär aussah. 

Nach diesem Einsatz wurde wieder alles aufgeräumt und die Fahrzeuge komplett ausgerüstet, bevor es zum Abschluss noch eine Brotzeit gab und eine Nachbesprechung der 24 Stunden-Schicht. Müde aber zufrieden machten sich die Jugendfeuerwehrler auf den Heimweg.

Von Kreisbote Weilheim

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