Kleiner Ort mit großer Attraktion

Besucher aus aller Welt lassen sich von Fischener Kornkreis inspirieren

+
Der Kornkreis in Fischen von oben.

Fischen - Das FünfSeenLand ist reich an Sehenswürdigkeiten. Die Schlösser, Wälder, Berge, Klöster und Biergärten ziehen alljährlich viele Touristen an.

Seit dem 26. Juli gibt es eine temporäre Attraktion mehr – den Kornkreis in Fischen. Seither fahren, radeln und wandern täglich Besucher aus dem Oberland, aus Bayern, bis aus Indien, Afrika und den USA hierher, um ihn zu sehen und sich inspirieren zu lassen. Sie suchen barfuß den Kontakt zur Erde, spüren nach mystischen Kraftquellen oder wollen das Kunstwerk ganz einfach gesehen haben.

Als Pächter Georg Steingruber den rund 160 Meter durchmessenden Kornkreis am Abend gegen 21 Uhr erstmals sah, war sein Gedanke: „Das darf ja wohl nicht wahr sein.“ Nach dem ersten Ärger – es gab Gespräche mit der Gemeinde, der Polizei und der Jagdpächterin – ist er ruhiger geworden und nimmt mit einigem Abstand auch die angenehmen Facetten zur Kenntnis. „Ich bin überrascht, wie positiv die Besucher den Kornkreis erleben. Sonst sind wir Landwirte ja oft die Buhmänner. Ich muss immer wieder staunen über die Vielfalt der Besucher und ihre Eindrücke, die sie mir schildern. Da bemerken einige eine unglaubliche Energie innerhalb des Kreises oder stellen Fragen nach seiner möglichen Entstehung. Dann muss ich regelmäßig passen. Abends ist es am Tollsten. Da werden sogar Kerzen angezündet“, schildert er im Gespräch mit dem Kreisboten. Wenn er sein Feld besucht, wird er oft angesprochen und hört Komplimente wie: „Danke, dass Sie uns dieses Erlebnis möglich machen.“ Steingruber selbst staunt über seine Besucher und ihre vielfältige Herkunft. Etwa, wenn er die aufgestellte Spendenkasse für das zerdrückte Getreide leert. „Ich finde im ‚Klimpergeld‘ neben Euro-Münzen Münzen aus Ghana, Rupien und Vierteldollar. Das ist interessant“, sagt er schmunzelnd.

Spannend finden den Kornkreis auch zwei Münchnerinnen. „Wir erfuhren davon aus der Zeitung und haben uns gleich auf den Weg hierher gemacht. Wir lieben das Mystische und sind sehr neugierig“, verraten sie bei ihrer Ankunft. Ein Uffinger Paar mit Fahrrädern hat schon etwas Erfahrung. „Er ist schon etwas zerrupft. Unser erster Kornkreis hatte noch klarere Konturen. Er ist aber trotzdem interessant“, berichten sie.

Für Steingruber stellt sich nun die Frage nach dem Abernten des Feldes. Ein festes Datum hat er noch nicht. Vielleicht Mitte oder Ende dieser Woche. „Vielleicht lasse ich ihn aber auch stehen“, überlegt der Landwirt laut.
Von Georg Müller
Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim auch auf FACEBOOK.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schropp tritt aus AfD-Kreistagsfraktion aus – Partei verliert alle Ausschusssitze
Schropp tritt aus AfD-Kreistagsfraktion aus – Partei verliert alle Ausschusssitze
Ateliertage des Weilheimer Kunstforums zogen auch heuer viele Besucher an
Ateliertage des Weilheimer Kunstforums zogen auch heuer viele Besucher an
Ehrenamtliche für CariCorner Secondhand Kleiderbörse gesucht
Ehrenamtliche für CariCorner Secondhand Kleiderbörse gesucht
Auto brennt auf Autobahn komplett aus
Auto brennt auf Autobahn komplett aus

Kommentare