Betriebe unter Druck – Metall- und Elektroindustrie im Oberland: Konjunktureller Tiefpunkt erreicht

„Die Firmen leben derzeit von der Substanz, die Finanzreserven sind aufgebraucht“, stellte Bernd Göpfert, Vorsitzender der Metall- und Elektroindustrie im Oberland, bei einer Pressekonferenz in Weilheim fest.

Das Jahr 2010 stehe für beide Branchen „im Zeichen der Krisenbewältigung“. Ein wichtiges Ziel sei die Beschäftigungssicherung, um mit qualifiziertem Fachpersonal in den nächsten Aufschwung starten zu können. Die jüngste Umfrage der baye- rischen Metallarbeitgeberverbände BayME/VBM-Region Oberland habe ergeben, dass die 84 Mitgliedsbetriebe ihre Geschäftslage etwas positiver bewerten als im Sommer 2009. Doch stünden laut Göpfert 50 Prozent der Unternehmen im Oberland, die 13600 Mitarbeiter beschäftigen, „stark unter Druck“. 42 Prozent der Betriebe würden sich zum Abbau von Arbeitsplätzen gezwungen sehen, acht Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen. Wie differenziert sich die Ertragslage 2009 darstellte, machten einige Firmenvertreter deutlich. 30 Prozent weniger Erträge verzeichnete die „Weber Schraubautomaten GmbH“ in Wolfratshausen, weshalb dort laut Heinrich Sick die Kurzarbeit fortgesetzt wird. Im Auslandsgeschäft erkennt der Geschäftsführer starke Zuwächse aus China: „Wir werden uns dort noch stärker engagieren müssen.“ Von dem Konjunktureinbruch weniger stark betroffen war die im medizintechnischen Bereich arbeitende Firma „PARItec“. Geschäftsführer Jürgen Müller sprach von einem „erfolgreichen Jahr 2009“und führte aus, dass die Mitarbeiter am Standort Weilheim ohne Kurzarbeit weiterbeschäftigt werden. Trotz 60-prozentigem Umsatzrückgang und Kurzarbeit hat der Penzberger Kfz-Zulieferer „ACP“ 14 neue Lehrlinge eingestellt. Betriebsbedingte Kündigungen, so Prokurist Kurt Meinl, seien nicht geplant. Der ungünstige Dollarkurs machte „Aerotech“ in Peißenberg zu schaffen. „Mit 25 Prozent Kurzarbeit und dem Einsparungsbeitrag der Mitarbeiter haben wir das durchgestanden“, erklärte Geschäftsführer Gerd Kubin. Ab 2011 kündige sich Entspannung an, weil „Aerotech“ in neue Triebwerksprojekte eingebunden wird. Bei „Zarges“ in Weilheim ist bis Ende 2010 weiter Kurzarbeit angesagt. Kündigungen stehen in dem Unternehmen nicht im Raum. „Keine Abstriche“ werden laut Geschäftsführer Bernd Göpfert auf dem Ausbildungssektor gemacht. Bis zum Sommer, prognostizierte Göpfert, zeichne sich für die Betriebe kaum eine Verbesserung ab: „Die Konjunktur bleibt angespannt.“

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