Raistinger Kuppelgaudi war wieder Höhepunkt am Kirchweihmontag

Dirndl trifft unbekannten Lederhosenkavalier

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Die Ruatenbuam haben das Geheimnis gelüftet und präsentieren erstmals ihre Ruatenmadln beim Abholen der Damen: v. li. Stephan Drexl, Lisa Stecherle, Daniela Weinbuch und Simon Kölbl.

Raisting – Die jungen Mädchen in der Gegend um Raisting brauchen weder Parship noch eDarling. Und die jungen Burschen müssen sich nicht in der TV-Show „Schwiegertochter gesucht“ anpreisen. Sie können viel einfacher und geselliger bei der urigen Traditionsveranstaltung „Betteltanz“ Kontakte knüpfen. Seit fünf Generationen ist dieser am Kirchweihmontag der Herbst-Höhepunkt im ganzen Oberland.

Organisiert wird die Kuppelgaudi vom Burschenverein Raisting mit seinem rührigen Vorstand Alexander Perchtold.

Gaudi bei Betteltanz

Im Vorfeld musste der Verein die zwei Ruatenbuam wählen, was traditionsgemäß echte „Roaschtinger“ sein müssen. Die Wahl fiel heuer auf Stephan Drexl (22), von Beruf Kundenberater bei einer Münchner Großmetzgerei und auf den Chemielaboranten Simon Kölbl (21). Sie bestimmten ihre zwei Ruatenmadln, nämlich Lisa Stecherle (18) und Daniela Weinbuch (22), beide Bürokauffrauen aus Raisting. Die blieben allerdings bis zur Veranstaltung geheim. Die „Insignien“ der vier „Kuppler“ sind Rute (Ruate), Weinkrug und Rosensträuße.

Das Vierergespann hatte nun die Aufgabe, aus dem ganzen Oberland je 123 junge Männer und Frauen für die Teilnahme am Betteltanz zu akquirieren. Und – noch schwieriger – vorläufige „Paarungen“ zu erstellen. Das ist nämlich der große Gag beim Betteltanz: Kein Mädchen weiß, mit welchem Burschen sie für einen Nachmittag „verkuppelt“ wird.Treffpunkt der jungen Damen war der Gasthof Drexl, von wo aus die Ruatenbuam und -madln mit den Oberhausener Musikanten die farbenprächtige Dirndlparade zum Gasthof Zur Post geleiteten. Jede der Anwärterinnen auf einen feschen Lederhosen-Kavalier wurde persönlich in den Saal geleitet und dem noch Unbekannten vorgestellt. Da gab es viel Gelächter, aber auch verlegene rote Gesichter. Wer weiß schon, ob es im Laufe des Tages „funkt“ und was Festeres draus wird?

Mit ein paar Schoppen Wein und Wasser tauten die jungen Leute schnell auf. Bald schon war die Tanzfläche voll, nachdem die zwei Ruatenpaare mit dem Betteltanz den geselligen Teil eröffnet hatten. Die Zeche der Burschen mussten am Nachmittag (inklusive dem Abendessen) traditionsgemäß die Damen bezahlen. Später revanchierten sich die Herren und übernahmen die Rechnung für die Getränke.

Am Abend wurde die geschlossene Veranstaltung freigegeben für alle Raistinger, darunter auch viele Kuppelkandidatinnen und -kandidaten aus den vergangenen Jahren und natürlich auch stolze Eltern der aktuellen Damen. Es wurde fröhlich geratscht, geschunkelt und getanzt bis die Socken qualmten. Beim Absacker in der Kellerbar hieß es durch die Bank „Schee wars!“ und „Wir freuen uns aufs nächste Jahr!“

von Dieter Roettig

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