Raistinger Betteltanz wieder ein Riesenerfolg

Kuppelgaudi mit 140 Paaren

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Die fröhlichsten Ruatenmadln und Ruatenbuam seit langem: Alex Schaidhauf, Anna Kölbl, Corinna Ehardsberger und Florian Greinwald (v.li.) beim Raistinger Betteltanz.

Raisting– Diese buntfröhliche Dirndlparade von 140 hübschen jungen Damen hätte auch auf der Münchner Wiesn für Aufsehen gesorgt! Aber sie blieb exklusiv den Raistingern und den vielen Touristen vorbehalten, die den Weg zwischen den Gasthöfen Drexl und Zur Post säumten und nicht mit Beifall sparten.

Der Marsch der „Ruatenbuam“ und „Ruatenmadln“ mit den „paarungswilligen“ Damen aus der ganzen Region ist seit fünf Generationen Höhepunkt am Kirchweihmontag. Da bleiben in Raisting sogar die Geschäfte zu, damit jeder mitfeiern kann beim zünftigen „Betteltanz“. Diese im Oberland einmalige Kuppelgaudi wurde organisiert vom Burschenverein Raisting mit seinen neuen Vorsitzenden Simon Kölbl und Max Maier. Im Vorfeld mussten die Vereinsmitglieder zwei Ruatenbuam wählen, die echte „Roaschtinger“ sein müssen. Die begehrten Ämter fielen auf Florian Greinwald (24), Student der Automobilwirtschaft in Landshut, und Alex Schaidhauf (22), Landwirtschaftsstudent in Freising. Die beiden Freunde bestimmten heimlich ihre Ruatenmadl. Erst nach dem Einmarsch im Gasthof Drexl wurde das Geheimnis gelüftet. Die Rosensträuße, die neben der „Ruate“ und dem Weinkrug zu den Insignien der Ruatenbuam gehören, gingen an Anna Kölbl (24), Grundschulreferendarin, und an Corinna Ehardsberger (19), angehende Krankenschwester.

Raistinger Betteltanz

Dem Marsch durch die Gemeinde, angeführt von den Oberhauser Musikanten, ging viel Akquisearbeit voraus. Die Ruatenbuam mussten mit dem berühmten Roaschtinger Charme Mädels und Burschen aus dem ganzen Oberland überzeugen, an der Kuppelgaudi mitzumachen. Und – noch schwieriger – aus den Kandidaten vorläufige Paare erstellen. Der große Spaß nämlich beim Betteltanz: Kein Mädchen weiß, mit welchem jungen Mann sie für einen Nachmittag und Abend „verkuppelt“ wird. Dass je 140 humorvolle Vertreter beider Geschlechter zusammen kamen, lobte Burschen-Vorstand Simon Kölbl ausdrücklich bei der Eröffnung.

Angekommen im Gasthof Zur Post wurde jede junge Dame von den Ruatenbuam und -madln persönlich in den großen Saal geleitet, wo seit über einer Stunde die Burschen gewartet und sich Mut angetrunken hatten. Man wusste ja nicht, was da auf einen zukommt: Blond oder dunkel, zart oder mollig, Schülerin oder junge Ärztin? Mit ein paar Schoppen Wein tauten die jungen Leute schnell auf, die Tanzfläche füllte sich. Ab Abend stießen zur fröhlichen Runde viele ehemalige Kuppelgaudi-Teilnehmer und stolze Eltern dazu. Es wurde geratscht, geschunkelt und getanzt bis zum Absacker in der Kellerbar.

Von Dieter Roettig

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