Bindeglied zur Jugend – Neue Streetworkerin hat in Peißenberg ihre Arbeit aufgenommen

Manuela Vanni (li.) und Miriam Folda (re.) vertrauen auf die Arbeit von Streetworkerin Martina Haser. Für die Brücke ist sie auch in der ambulanten Erziehungshilfe tätig. F.: Jepsen

Seit zwei Monaten ist Martina Haser in der Marktgemeinde als neue Streetworkerin im Einsatz. Die angehende Sozialpädagogin hat den Job von Tatyana Bockhart übernommen und bislang durchwegs positive Resonanz erfahren.

Wie Haser berichtete, sei sie bereits voll in das Kooperationsnetzwerk zwischen Schulen, Kirchen sowie Jugendzentrum integriert – und auch der Kontaktaufbau zur Zielgruppe habe vielversprechend begonnen: „Die Jugendlichen haben mich super aufgenommen und sehen mich schon als Ansprechpartnerin“, bilanziert die gebürtige Peißenbergerin. Fünf Stunden pro Woche ist sie auf den Straßen und Plätzen in der Marktgemeinde unterwegs. Nach ihren Beobachtungen sind derzeit das „Rigi-Center“, die Hans-Böckler-Straße, der Vorplatz an der St. Barbara-Kirche und der Eingangsbereich an der „Rigi-Rutsch’n“ angesagte Treffpunkte für Jugendliche, wobei sich die einzelnen Gruppen zumeist nach ethnischer Herkunft trennen würden. Rechtsradikalismus spielt in der Szene laut Haser derzeit keine Rolle, Probleme würde es aber mit Diebstahlsdelikten, Alkoholmissbrauch und vor allem mit Marihuana-Konsum geben. Sinn und Zweck des Streetworking ist nach Auskunft von Brücke-Geschäftsführerin Miriam Folda, Vertrauen bei den Jugendlichen aufzubauen, Unterstützung anzubieten und den Weg zu offiziellen Beratungsstellen aufzuzeigen. In Peißenberg werde das Präventivangebot seit dem Einstieg im März 2009 sehr gut angenommen. „Das war eine tolle Entscheidung der Gemeinde. Der Bedarf ist absolut da“, so Folda. 10500 Euro lässt sich der Markt das Streetworking im Jahr kosten. Für einen weiteren Ausbau des Budgets gibt es laut Bürgermeisterin Manuela Vanni momentan „leider keinen Spielraum“. Die Streetworkerin sei allerdings auch für die Gemeinde eine wichtige Kontaktperson, um herauszufinden, was Jugendliche bewegt und welche Freizeitangebote sie wahrnehmen möchten. In der Lenkungsgruppe des Förderprogramms „Wir in Wörth“, so ließ Vanni wissen, sei kürzlich über eine Standortverlagerung des Jugendzentrums und über eine Schülerkneipe diskutiert worden. Laut Haser würden sich die Jugendlichen beklagen, dass es insbesondere am späteren Abend keinen Treffpunkt für jüngeres Publikum gebe. Wichtig sei aber, die Zielgruppe in die Planungen und den Betrieb einer solchen Einrichtung mit einzubeziehen. Haser wird auch nach Bockharts Babypause Streetworkerin bleiben. „Sie ist eine langfristige Lösung, das ist ihr Ding“, betont Folda.

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