Anlage neben dem Stadtwald

Biomasse-Heizzentrale für Weilheim

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Um das Projekt zu verwirklichen, braucht es auch die Zustimmung des Stadtrats.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Weilheim – Die Stadtwerke möchten in Weilheim gerne eine Biomasse-Heizzentrale errichten. Dafür auserkoren haben sie das bereits bebaute Grundstück am Kranlöchl 2.

Zwischen Gut Dietlhofen und der Anlage des Tennisclubs Weilheim soll die Heizanlage entstehen. Für Stadtwerke-Chef Peter Müller eine optimale Lage. Nicht nur, dass die Fläche bereits bebaut ist, sie grenzt auch noch direkt an den Stadtwald an. Von dort soll das Holz kommen, das verheizt wird. Auch eine Wasser- und eine Stromleitung seien schon vorhanden.

Das einzige Problem ist, dass es sich um eine landwirtschaftliche Fläche handelt. Damit die Stadtwerke dort bauen dürfen, muss der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Dafür braucht es wiederum die Zustimmung des Stadtrats. Hier gab es auch kritische Stimmen zu den Plänen. Romana Asam (Freie Wähler) hatte vor allem die Kostenfrage im Blick. Sie wollte wissen, ob diese gedeckt seien, denn: „Defizite werden der Stadt Weilheim auf die Füße fallen.“ Stadtwerke-Chef Müller sah da kein Problem. Die Kosten würden auf die Kunden umgelegt. „Das ist ganz normal.“ Dabei werde der Preis auch in einer „akzeptablen Höhe“ bleiben. Zudem habe man mit der Wohnbau Weilheim bereits einen Abnehmer gefunden. Die Biomasse-Anlage soll den Nordosten der Stadt – wo auch das Neubaugebiet Seitzstraße der Wohnbau Weilheim entstehen soll – mit Fernwärme fürs Heizen und Warmwasser versorgen. Zudem würde man vorerst nur mit zwei Modulen anfangen, wie Müller erläuterte. Die Anlage wachse „mit den Abnehmern“. Vier bis fünf Module wären letztlich möglich.

Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) fürchtete da jedoch eine „kleine Industrieanlage“, wie sie oftmals im Allgäu zu sehen sei. Doch auch hier beschwichtigte Müller. Es gebe zum Beispiel Anlagen, die mit Holz verkleidet werden. Soll heißen, ein Betonklotz muss nicht entstehen. Zudem handele es sich am Kranlöchl um ein Hanggrundstück. „Das Gebäude wird da quasi verschluckt“, so der Stadtwerke-Chef. „Das fällt nicht auf.“ Und der Wind komme aus Westen, was bedeutet, dass die Abluft östlich über den Stadtwald geweht werde.

Mit seinen Ausführungen konnte Müller Asam, Klinkicht und auch Susann Enders (Freie Wähler) jedoch nicht überzeugen. Alle drei stimmten gegen eine Errichtung der Heizzentrale an diesem Standort.

Ansonsten gab es aber durchaus viel Zuspruch. Klaus Gast (CSU) sprach von einer „guten Investition in die Zukunft“. Nur die Erschließung des abgelegenen Grundstücks sah Gast als problematisch an. Dazu merkte Müller an, dass es – abgesehen von den erwähnten bereits vorhandenen Strom- und Wasseranschlüssen – auch eine asphaltierte Straße gebe. Diese würden die Stadtwerke „stark ertüchtigen oder erneuern“, wie Müller erklärte. Und auch Dr. Claus Reindl (BfW) betonte, dass es „eines der wichtigsten Zukunftsprojekte“ sei, „wenn wir bis 2035 klimaneutral sein wollen“.

Und so stimmte der Stadtrat letztlich mehrheitlich für die Biomasse-Heizzentrale am Standort Kranlöchl und damit für die Änderung des Flächennutzungsplans. Auch für die Aufstellung eines Bebauungsplans votierte der Großteil des Gremiums. Hier kamen erneut Gegenstimmen von Asam, Enders und Klinkicht.

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