Blasmusik auf Schritt und Tritt – Glanzvoller Auftakt für vier fröhliche, ungezwungene Festtage

MdL Renate Dodell begrüßt den frisch eingetroffenen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit Gattin Karin (dahinter). Re. im Bild Peter Winkler, Präsident des bayerischen Blasmusikverbandes. Foto: Hofstetter

„Die Blasmusiker haben sich das schöne Wetter erspielt“, frohlockte Peter Winter bei der Eröffnung des 11. Landesmusikfestes. Nicht nur das schöne Wetter! Auch die Herzen des Publikums flogen den aus ganz Bayern angereisten Blasmusikern zu, die in Weilheim vier Tage lang ihr Bestes gaben.

In den Händen und Füßen hat´s die Besucher zum Mitmachen gekribbelt, denn die Blasmusik ertönte auf Schritt und Tritt: Auf dem Marienplatz, am Oberen Graben, im Stadttheater, in der Stadt- und Hochlandhalle, den Kirchen... Das Motto des 11. Landesmusikfestes „Musik, die bewegt“ erfüllte die heiter- beschwingte Eröffnungsserenade am Oberen Graben einmal mehr mit klangvollem Leben. In Mäntel und Decken gehüllt (aus dem „lauschigen Maiabend“ wurde es leider nichts) standen und saßen die Besucher dicht gedrängt unter dem Laubdach der mächtigen Bäume und verfolgten auf einer großen Videowand das Geschehen auf der Bühne. Was ihnen geboten wurde, konnte sich hören und sehen lassen. Bewegende Momente schufen die meisterhaft interpretierten Stücke dreier Blasorchester, unter ihnen die gast- gebende Weilheimer Stadtkapelle. Eine Sandmalerin aus München ließ Sand durch ihre schlanken Finger rieseln und setzte die Klänge in Bilder um. Faszinierend, wie sie mit sicherer Hand Landschaften, Gesichter und Instrumente auf eine beleuchtete Glasplatte zauberte. Da saß jede Bewegung. Die Weilheimer Akrobatikgruppe Vaganti versetzte das Publikum mit ihren kühnen Figuren, quirligen Tänzerinnen und lodernden Feuerreifen ins Staunen. Sportlich-akrobatische Einlagen hatten auch die als Piraten verkleideten Turnerinnen auf den Rhönrädern zu bieten. Georg Ried vom BR verstand es geschickt, die musikalischen Kostproben mit den Einlagen der Künstler zu verbinden. So hingebungsvoll, wie die Musiker spielten, braucht einem um den Nachwuchs nicht bange zu sein, was Moderator Ried bestätigte: Von den insgesamt 120 000 aktiven Blasmusikern in Bayern sind 80 000 unter 28 Jahren, berichtete er. Wenige Stunden vor der Serenade herrschte vor dem Stadttheater geschäftiges Treiben. Musik spielte für die Gästeschar auf, die Bayerns obersten Repräsentanten erwartete. Nachdem Ministerpräsident Horst Seehofer mit Gattin Karin pünktlich seiner gepanzerten Limousine entstiegen war, konnte der Festakt im Stadttheater beginnen. Über 300 Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft hatten sich eingefunden. Unter ihnen Franz Meyer, Präsident des Musikbundes von Ober- und Niederbayern, Kunstminister Wolf- gang Heubisch, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet und Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrates, der seine Gedanken zum Landesmusikfest in mit Heiterkeit gewürzten Versen vortrug. „Was für ein herrlicher Tag“, schwärmte Seehofer, den der Weg vom Dießener Töpfermarkt nach Weilheim geführt hatte. Die Stärke Bayerns sieht der Ministerpräsident fest in der Tradition verwurzelt. „Die Blasmusik ist die gemeinsame Sprache der Bayern. Die Menschen kommen in Scharen, Sie machen ihnen eine unheimliche Freude“, dankte er den Musikern und allen Ehrenamtlichen, die „mehr tun als ihre Pflicht“. Der Präsident des Bayerischen Blasmusikverbandes, Peter Winkler, ist überzeugt, dass das Landesmusikfest in Weilheim „bei den Menschen hier und in den Musikvereinen lange nachwirken“ wird. Simone Wichert vom BR hatte Winkler gemeinsam mit Kunstminister Heubisch und Bürgermeister Markus Loth für ein Interview auf die Bühne geholt. Blasmusik ist nicht nur ein Stück regionale Identität. Ihre verbindende Wirkung über Kontinente hinweg hob der Festredner hervor: Dr. Johannes Grotzky ist Hörfunkdirektor des BR. Er berichtete von einer Aktion auf Bayern 3, wo Blasmusikkapellen das Morgenpro- gramm des Rock- und Popsenders über Wochen mitgestaltet hatten. Seine Anerkennung zollte Grotzky jenen Eltern, die die Blasmusikausbildung ihrer Kinder fördern. „Haben Sie Mut zum Bodenständigen“, warb er. Musikalische und tänzerische Einlagen sowie die Vergabe von Ehrenurkunden verliehen diesem Festakt besonderen Glanz.

Meistgelesen

Verbundlösungen gehört die Zukunft
Verbundlösungen gehört die Zukunft
Alles auf einen Blick
Alles auf einen Blick
Fällaktion in Murnau
Fällaktion in Murnau
Kleiner Käfer, großer Schaden
Kleiner Käfer, großer Schaden

Kommentare