Es bleibt alles beim Alten – Marktrat bestätigt Winterbetrieb in der Rigi Rutsch’n

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BERNHARD JEPSEN, Peißenberg – „Konzeptvorschläge zur Minderung des Defizits in der Rigi-Rutsch´n“ standen in der jüngsten Sitzung des Marktrats auf der Tagesordnung. Überraschenderweise konnte sich das Gremium sogar zu einem einstimmigen Votum durchringen – doch der erhoffte Befreiungsschlag ist wohl dennoch nicht gelungen. Der Inhalt des Beschlusses: Es bleibt zunächst alles beim Alten: die „Rigi-Rutsch´n“ hat weiterhin im Sommer und Winter geöffnet und Ausbaupläne für die Sauna werden nicht verfolgt. Neben der Abwicklung anfallender Instandsetzungsmaßnahmen soll zudem ein Ingenieurbüro die Wirtschaftlichkeit des angrenzenden Blockheizkraftwerks überprüfen. „Ich gebe zu bedenken, dass wir damit das Defizit noch nicht runter bekommen. Das muss uns klar sein“, resümierte Bürgermeisterin Manuela Vanni die mitunter hitzige Debatte. Im Kreuzfeuer der Kritik stand einmal mehr Gemeindewerksleiter Uwe Horn. Der Chef des Kommunalunternehmens schlug in Anlehnung an die bislang eingeholten Bädergutachten vor, den Saunabetrieb für 500 000 Euro attraktiver zu gestalten. Dadurch könnten sich mehr Besucher und in der Folge auch mehr Einnahmen generieren lassen, so Horns Prognose. Doch darauf wollten sich die Räte nicht einlassen. Hans Streicher (SPD) bezeichnete es als „Krux“, dass vonseiten der Werkleitung „kein konkreter Konzeptvorschlag“ vorgelegt worden sei, wie man das Defizit (heuer vermutlich ungefähr 680 000 Euro) verringern könne. Auch Herbert Kratschmar (CSU) kritisierte Horns Vortrag: „Sie haben viel geredet, aber nur allgemein.“ Fraktionskollegin Petra Maier formulierte es schärfer und bezog sich dabei vor allem auf den angedachten Energieverbund mit dem Eisstadion: „Ich bin nicht mehr bereit, irgendetwas abzustimmen, wenn man verkehrte Vorlagen bekommt.“ Lediglich Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung) konnte der Idee „Saunaausbau“ etwas abgewinnen: „Wenn wir nichts ausprobieren, werden wir nicht weiterkommen. In zehn bis 15 Jahren werden wir auch nicht mehr Geld haben.“ Den Saunabetrieb im Winter generell in Frage zu stellen, traute sich in der Sitzung allein Stefan Barnsteiner (CSU): „Warum würden trotzdem Personalkosten anfallen, wenn wir im Winter schließen? Ich kapier´ das nicht.“ Horn indes verwies auf den Kündigungsschutz und argumentierte für den Winterbetrieb, ohne den über kurz oder lang „auch der Saunabetrieb im Sommer sterben“ würde. Außerdem müsse das Gebäude im Winter zumindest über den Taupunkt geheizt werden. Schwierig, soviel wurde in der Sitzung deutlich, ist die Umsetzung von energetischen Maßnahmen im Bäderpark. Unterm Strich könnten die Werke damit sogar betriebswirtschaftlich schlechter fahren, weil durch den verringerten Energiebedarf der steuerliche Querverbund mit dem BHKW gefährdet wäre. Der Wärmeverbund mit dem Eisstadion ist ohnehin erst einmal vom Tisch. In ihrer Funktion als TSV-Präsidentin hatte Petra Maier Horns Berechnungen fachlich überprüfen lassen. Ihr Fazit: „Das kann nicht funktionieren. Da fliegt uns unsere 30 Jahre alte Eismaschine um die Ohren.“

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