Trotz winterlicher Straßenverhältnisse drückten am Mittwoch Temposünder zu stark aufs Gaspedal

Blitzmarathon im Schneegestöber

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Messstelle Roßlaichbrücke an der B 472: Polizeiobermeister Tobias Hollenbach (re.) erfasst am Lasergerät die Geschwindigkeit der entgegenkommenden Fahrzeuge.

Polling – Wer zu schnell fährt, wird angehalten und zur Kasse gebeten: Diese Erfahrung machte am Mittwoch im Zuge des bayernweiten „Blitzmarathons“ auch ein Huglfinger, der mit seinem Pkw auf der B 472 von Huglfing in Richtung Peißenberg unterwegs war.

Vier Beamte der Polizeiinspektion (PI) Weilheim hatten die Messstelle an der Roßlaichbrücke erst eine Viertelstunde zuvor bezogen, als der 55-Jährige mit 74 km/h die Anhöhe herunterfuhr. Erlaubt sind hier auf seiner Fahrspur aber nur 60 km/h. Der Ertappte reagierte gelassen, zahlte die fälligen 20 Euro Verwarngeld und fuhr weiter.

Wie an der Roßlaichbrücke bei Polling, die laut Polizeihauptkommissar Jürgen Feselmeier zu den Unfallschwerpunkten im Landkreis Weilheim-Schongau zählt, waren die Kollegen der PI Weilheim an dem 24-stündigen Aktionstag noch an weiteren vier Kontrollstellen mit der Laserpistole im Einsatz.

Die Verkehrsteilnehmer traf der europaweit durchgeführte „Speedmarathon“, der heuer besonders die Raser auf den Landstraßen im Visier hatte, nicht unvorbereitet: So waren alle bayerischen Messstellen vorab im Internet einsehbar.

Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann begründete die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen vor allem damit, dass zu schnelles Fahren nach wie vor die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle sei und immer noch „zu viele Unbelehrbare“ unterwegs seien.

Bei Schneegestöber und schlechter Sicht wird in der Regel verhaltener gefahren: Ob sich der zurückgekehrte Winter auf den „Erfolg“ der Blitzaktion negativ ausgewirkt hat? „Phasenweise hat das Wetter die Messungen mit dem Lasergerät behindert“, zog Bernd Schewe am Donnerstag für den Kreisboten Bilanz: Der stellvertretende Dienststellenleiter der PI Weilheim berichtete von 14 Geschwindigkeitsverstößen, andere Verstöße habe es nicht gegeben. Der „Ausreißer“ war 28 km/h schneller als erlaubt unterwegs und wurde an der Roßlaichbrücke gestoppt. Neben einem Verwarngeld von 70 Euro wird sein Verstoß beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg mit einem Punkt festgehalten.

Wie Feselmeier beim Ortstermin an der Roßlaichbrücke berichtete, wurden die Kontrollen auch dazu genutzt, Fahrer und Fahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit zu überprüfen.

Von Maria Hofstetter

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