2 800 Weilheimer evakuiert – Straßen stundenlang gesperrt

Fliegerbombe sorgt für Chaos

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Gegen 21.30 Uhr war alles vorbei: Sprengmeister Markus Tietjen entschäfte die Fliegerbombe, die auf Gleis 7 um die 50 Zentimeter tief im Boden lag.

Weilheim – Ausnahmezustand in der Kreisstadt: Am Montag sorgte eine Bombe am Bahnhof für Chaos.

Am Weilheimer Bahnhof suchten Bauarbeiter planmäßig nach Bomben im Gleisbett. Gegen 13 Uhr fanden sie eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe. Auf der Münchner Straße herrschte zum Feierabendverkehr Chaos, die Agip Tankstelle musste schließen, 2 800 Bewohner der Innenstadt verließen mit Taschen und Koffern ihre Wohnungen.

Bombenfund in Weilheim

Das Münchner Sprengkommando kam so schnell es konnte. Es verordnete eine Evakuierung des Gefahrenbereiches in einem Radius von ungefähr 500 Metern um den Fundort. Kurz vor 21 Uhr begann die Entschärfung. Gegen 21.20 Uhr war die Gefahr vorbei. 

„Die Zündung und die Bombe waren noch voll funktionsfähig. Mein Kollege und ich haben die Zündkette unterbrochen“, erklärte Sprengmeister Martin Tietjen den Journalisten, die gegen 21.35 Uhr vom Feuerwehrhaus zum Fundort gebracht wurden. „Die Bombe wird zersägt, der Sprengstoff entsorgt und die Ringe verwertet“, lautete Tietjens Antwort auf die Frage, was mit der Bombe denn passieren wird. Um 22.15 Uhr durften die evakuierten Anwohner wieder in ihre Häuser zurück.

„Leider verzögerte sich die Entschärfung der Bombe, da es einige Familien gab, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollten“, erklärte Jürgen Thalheimer, Pressesprecher der Polizeidirektion Oberbayern Süd, bei der Pressekonferenz im Weilheimer Feuerwehrhaus. 

Für die Evakuierung waren 200 Feuerwehrkräfte, 90 Retter vom BRK und 20 vom THW im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Weilheim musste in elf Fällen bei den Evakuierungsmaßnahmen durch die Polizei unterstützt werden. „Das verzögerte die Maßnahme dann nach hinten. Das erschwert wiederum natürlich unseren Einsatz“, sagte Thalmeier. Der Innenstadtbereich wurde für den Straßenverkehr vollständig gesperrt. Für die weiträumigen Verkehrsmaßnahmen, die Absperrung des Fundorts und die Unterstützung der Evakuierungskräfte wurden unter Führung der Polizeiinspektion Weilheim 180 Polizeibeamte eingesetzt.

Von Alma Jazbec

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