Waldbesitzer sind zur Kontrolle aufgerufen – AELF Weilheim bietet Beratungen an

Borkenkäfer schwärmen wieder aus

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Wöchentlich leert Forstamtmann Christian Schuller (li.) im Weilheimer Stadtwald die mit dem Lockstoff Pheromon gefüllte Käferfalle aus. Am Dienstag war das Messglas (kl. Bild li. oben) mit circa 2 800 Borkenkäfern gefüllt. Klaus Deibel (WBV), Forstdirektor Martin Kainz und Georg Goldhofer (WBV, v.re.) beobachten den Schwärmflug des Waldschädlings mit Sorge.

Weilheim – Ein sonniger Dienstagnachmittag, über 20 Grad: Ein ideales Wetter für die Borkenkäfer, aktiv zu werden. Mit der warmen Witterung schwärmen sie wieder zu Zigtausenden aus, die fünf Millimeter großen Buchdrucker und etwas kleineren Kupferstecher, und legen ihre Eier an den Fichten ab.

Die beiden in den Baumrinden sowie im Boden überwinterten Borkenkäferarten können ganze Waldflächen zum Absterben bringen. Sorgfältige Kontrollen in den Fichtenwäldern sind jetzt geboten, um die im Vorjahr begonnene massenhafte Vermehrung der Buchdrucker zu stoppen.

Borkenkäfer wieder aktiv

„Ein Käferweibchen kann über drei Generationen hinweg bis zu 100 000 Nachkommen produzieren. Bereits einige hundert Käfer bringen eine Fichte zum Absterben“, warnt Forstdirektor Martin Kainz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Weilheim.

Als der für den Stadtwald zuständige Förster Christian Schuller bei einer Begehung im Dietlhofer Wald den Zweck einer Monitoringfalle beschreibt, lassen sich die herumschwirrenden braunen Käfer auch auf die Besuchergruppe nieder. Das Monitoring, erklärt Schuller, gibt Aufschluss über den Schwärmverlauf und die Käferbrut. Es dient zur Überwachung und Dokumentation des Befalls, nicht aber zu dessen Bekämpfung.

Der Borkenkäfer geht nur in frisches Fichtenholz. Ein neuer Befall, demonstrieren die Forstexperten im Weilheimer Stadtwald, ist vor allem am bräunlichen, wie Schnupftabak aussehenden Bohrmehl zu erkennen, das an oder hinter den Rindenschuppen der Bäume zu finden ist. Auch frische Spechtspuren oder Harztropfen weisen den aufmerksamen Beobachter auf einen aktuellen Käferschaden hin. Entdeckt Förster Schuller einen kranken Baum, kennzeichnet er ihn mit rotem Farbspray. Denn befallene Bäume, auch solche mit noch grüner Krone, müssen rasch gefällt und aus dem Bestand entfernt werden. Sind die Baumkronen bereits rötlich verfärbt oder fallen Fichtennadeln ab, sind viele Jungkäfer schon wieder ausgeflogen, so dass die Bekämpfung nur noch eingeschränkt wirksam ist. An sonnigen Waldrändern oder in Bereichen, wo vor Kurzem Holz geschlagen wurde, sind die Käfer besonders aktiv.

Klaus Deibel und Georg Goldhofer von der Waldbesitzervereinigung (WBV) Weilheim, die für ihre Mitglieder – aktuell sind es um die 1 000 – die Vermarktung übernehmen können, rechnen aufgrund des milden Herbstes 2016 mit einer erheblichen Menge an Käferschadholz. Wie auch die Revierleiter des AELF unterstützen sie die Waldbesitzer bei der Kontrolle und Bekämpfung der Borkenkäfer.

Das AELF Weilheim bietet wieder kostenlose Sammelberatungen an, in denen vor allem das Erkennen eines frischen Käferbefalls geschult wird. Die Verantwortung über den eigenen Bestand obliegt jedoch den Eigentümern selbst, wie Forstdirektor Kainz betont.

Die Kontaktdaten der Revierleiter gibt es im Internet unter http://www.aelf-wm.bayern.de/forstwirtschaft/079331/index.php. Infos zum Borkenkäfer: http://www.stmelf.bayern.de/wald/waldschutz/borkenkaefer/index.php oder http://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/065609/index.php.

Von Maria Hofstetter

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