Ein ortsbildprägendes Gebäude

Bräuwastlhalle in Peißenberg steht zum Verkauf

Bräuwastlhalle Peißenberg
+
Steht zum Verkauf: Die Bräuwastlhalle an der unteren Hauptstraße in Peißenberg.
  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
    schließen

Peißenberg – Sie ist eines der wenigen verbliebenen, ortsbildprägenden Gebäude an der Peißenberger Hauptstraße. Doch die Bräuwastlhalle steht wieder einmal vor einer ungewissen Zukunft: Eigentümer Stephan Schuster, der im Veranstaltungssaal im Obergeschoss seit 2005 seinen „Tanzpalast“ betrieben hatte, möchte die Traditionsgaststätte verkaufen.

„Tanzen, das ist meine Welt“, betont Schuster. „Und für das Tanzen hat die Halle auch super gepasst.“ Doch inzwischen gibt es für den Inhaber einer Ballett- und Schauspielschule offenbar eine passendere Immobilie, um seine Passion auszuüben. Schuster, der in Burggen wohnt, spricht von einer „ganz noblen Sache“ und von einem „Mega-Objekt“, das im Zuge der Corona-Krise in Schieflage geraten und ihm offeriert worden sei. Das Investitionsvolumen würde sich auf rund 20 Millionen Euro belaufen: „Es ist wirklich ein sehr großes Objekt, das genau in meine Lebensgeschichte und das Tanzen reinpassen würde“, erklärt Schuster. Nähere Details will er jedoch noch nicht preisgeben. Allerdings muss das Projekt finanziert werden – und dafür braucht Schuster Einnahmen aus dem Verkauf der Bräuwastlhalle. Sein aufgerufener Mindestpreis liegt bei 3,5 Millionen Euro.

Die Bräuwastlhalle wird nun bald auf dem freien Markt angeboten, nachdem Schuster sie zunächst exklusiv der Gemeinde offeriert hatte. Im Marktrat wurde intern fleißig debattiert. Die 1927 errichtete Bräuwastlhalle hat für Peißenberg historische Bedeutung.

„Sie ist ein Wahrzeichen für Peißenberg.“

Eigentümer Stephan Schuster  über die Bräuwastlhalle

Doch stellt sich die Frage, was die Kommune mit der sanierungsbedürftigen Immobilie nach einem Erwerb konkret anfangen soll. „Durchschlagende Ideen für eine Nutzung“, so konstatiert Bürgermeister Frank Zellner (CSU) auf Nachfrage, gibt es aktuell jedenfalls noch nicht. Und bekanntlich ist die Gemeinde haushaltstechnisch chronisch klamm aufgestellt. Der Marktrat könnte sich dennoch einen Erwerb vorstellen – aber nicht zum Preis von 3,5 Millionen Euro. Die Gemeinde hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das lediglich einen Wert von etwas mehr als einer Million Euro ermittelte: „Für diesen Betrag könnte man es sich überlegen“, so Zellner.

Bauplanungsrechtlich steht die Bräuwastlhalle, wie es Schuster formuliert, „ungeschützt“ da. Es gibt keinen Bebauungsplan, auch der Denkmalschutz greift nicht. Im Flächennutzungsplan ist das Grundstück als Mischgebiet ausgewiesen. Letztlich würde sich baurechtlich eine Nachnutzung nach der umliegenden Wohnbebauung richten. Die Gemeinde erwägt nun, eine Erhaltungssatzung für die Bräuwastlhalle zu erlassen. Als Folge müsste ein möglicher Abriss dann von der Kommune respektive dem Marktrat genehmigt werden.

Während Schuster es als „Riesenfehler“ erachtet, wenn die Gemeinde die Bräuwastlhalle nicht kaufen würde, verweist Zellner darauf, dass eine Investition von 3,5 Millionen Euro angesichts der schwierigen Haushaltslage „schwer zu verantworten“ sei.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Machbarkeitsstudie für Geistbühelstraße und Bürgerplatz in vollem Gange
Weilheim
Machbarkeitsstudie für Geistbühelstraße und Bürgerplatz in vollem Gange
Machbarkeitsstudie für Geistbühelstraße und Bürgerplatz in vollem Gange
Überraschung bei Zugspitzmeisterschaft
Überraschung bei Zugspitzmeisterschaft
Spannung und Spaß im Sommer
Weilheim
Spannung und Spaß im Sommer
Spannung und Spaß im Sommer
Berufswettbewerb der Landjugend 2011 endet mit großer ÜberraschungFrauen hängen Männer ab –
Weilheim
Berufswettbewerb der Landjugend 2011 endet mit großer ÜberraschungFrauen hängen Männer ab –
Berufswettbewerb der Landjugend 2011 endet mit großer ÜberraschungFrauen hängen Männer ab –

Kommentare