Peißenberger Bauausschuss sieht Pläne für Bräuwastlhalle kritisch

Spielhalle in Traditionsgaststätte?

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1927 wurde die Bräuwastlhalle errichtet. Seit rund 20 Jahren steht die ehemalige Gaststätte im Erdgeschoss leer.

Im großen Veranstaltungssaal hat sich Eigentümer Stephan Schuster mit seinem Tanzpalast eingerichtet, doch die ehemalige Gaststätte im Erdgeschoss der traditionsreichen Bräuwastlhalle steht schon seit vielen Jahren leer. Nun wurde von der „ASC Betriebs-GmbH“ mit Sitz in Uffing eine Bauvoranfrage für den Einbau eines Bistros und einer Spielhalle eingereicht. Im Bauausschuss des Marktrats war man davon jedoch wenig begeistert.

„Eine Spielhalle ist die unterste Nutzungsmöglichkeit, die man für so ein Gebäude haben kann. Wir wollen den Ort entwickeln und nicht mit einer Spielhalle kaputtmachen“, kritisierte unter anderem Michael Hosse (CSU) die Pläne, die nicht ganz neu sind: Im Jahr 2000 wurde vom Landratsamt sogar schon einmal eine Genehmigung für eine Spielhalle erteilt, doch selbige ist mangels Umsetzung längst wieder erloschen. Das nun angestoßene Projekt steckt freilich noch in den Kinderschuhen: „Das ist alles noch nichts Konkretes“, erklärt Stephan Schuster auf Anfrage. 

Der Ballett- und Schauspielschulbetreiber aus Burggen hat die Bräuwastlhalle 2005 erworben. Im Mittelpunkt seines Engagements stand bislang jedoch ausschließlich der Tanzpalast im Obergeschoss. Die ehemalige Gaststätte auszubauen und zu sanieren, hätte „viel Geld“ gekostet – „und das habe ich nicht mehr in die Hand nehmen wollen“, räumt Schuster ein. Als Halleneigentümer stehe er den Plänen der Uffinger Betreibergesellschaft deshalb „nicht negativ gegenüber“: „Man kann schon drüber reden“, so Schuster. 

Reden wird auch der Bauausschuss noch einmal über die Bauvoranfrage, die vom Gremium noch nicht beschieden, sondern lediglich vertagt wurde. Die Verwaltung soll bis zur Wiedervorlage zunächst prüfen, inwieweit die Gemeinde den Einbau einer Spielhalle in der Bräuwastlhalle überhaupt verhindern kann. „Nicht so viel Bedenken“ hinsichtlich der Bauvoranfrage hat indes Bürgermeisterin Manuela Vanni, die wegen einer Dienstreise nicht an der Ausschusssitzung teilnehmen konnte: Ohne Spielautomaten ist es heutzutage schwierig, eine Kneipe zu betreiben“, so die Rathauschefin auf Nachfrage.

von Bernhard Jepsen

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