"LaBrassBanda" und Keller Steff spielen zum 90-jährigen Jubiläum beim SV Raisting

Bairische Welle mit Weißbierspoiler

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Wie immer barfuß: Stefan Dettl und seine Bandkollegen von „LaBrassBanda“. Dass es in den nächsten Jahren wieder eine Bierzelttour gibt, schließen die Musiker nicht aus.

Raisting – Dass Mundart auch abseits von Musikantenstadl und Volkstümlichkeit funktioniert, beweisen einige Bands seit mehreren Jahren: „LaBrassBanda“ sind die wohl bekanntesten Vertreter dieser neuen bairischen Welle. Am Samstag kamen sie am Ende ihrer „Bierzelttour“ nach Raisting. Mit dabei als Vorgruppe: Keller Steff und seine Band.

„Die Ursprache ist die bairische Sprache“, verkündet der Keller Steff und erntet im mit 2 000 Besuchern ausverkauften Festzelt Jubel und Applaus. Schon zu Beginn des Abends zeichnet sich ab: Es wird ein Konzert mit außergewöhnlicher Atmosphäre.

LaBrassBanda in Raisting

Das ganze Jahr über veranstaltete der SV Raisting zu seinem 90-jährigen Jubiläum bereits Feiern. Am Samstag folgte der Höhepunkt des Jahres. Nach einem mit vielen Kriterien verbundenen Auswahlverfahren schafften es die Raistinger, eines der begehrten Konzerte der „Bierzelttour“ von „LaBrassBanda“ zu ergattern.

Schon nach den ersten Tönen ist die Menge im Tanzrausch. Keine Drängeleien, wie sie es bei anderen Konzerten oft gibt. Einfach nur hüpfen, klatschen, mitsingen und Gaudi haben. 

„Zum 37. Mal sind wir in dieser Tour die Vorband von Brass Banda“, schreit der Keller Steff. Und plötzlich stehen sie da: Die Jungs von „LaBrassBanda“. Sie haben zum Dank sogar einen riesigen Pokal aus Plastikbechern für ihre Begleiter gebastelt und fragen das Publikum, ob es noch mehr vom Keller Steff hören will. Nach einer Zustimmung, die so laut ist, dass die Wände des Zeltes vibrieren, gewährt Stefan Dettl der Vorband noch sechs Zugaben. Die spielt dann zwar nur drei, dennoch dauert das Konzert bis dahin bereits fast zwei Stunden. 

Eine kurze Umbaupause, die durch die Beschallung mit Liedern zum Mitsingen verkürzt wird. Während die Fans zum „Wickie“-Titelsong oder „Emanuela“ mitgrölen, stimmen die Musiker hinter dem mit Planen verhängten Bauzaun bereits ihre Instrumente zu den Harmonien aus den Boxen. Dann geht es los.

Lieder, die auf den CDs langsam und nachdenklich sind, verwandeln sich zu temporeichen Partykrachern. Ob Techno, Marschmusik oder Radiohits, bei denen fast jeder mitsingt: Das Publikum saugt die Energie der Töne in sich auf und zwischen den vielen tanzenden Beinpaaren schwebt ein Schleier aus Fröhlichkeit, der sich mit jeder Note ein Stück mehr über die Gesichter der der Feiernden legt, die strahlen. 

Immer wieder hat Stefan Dettl neue Einfälle, mit denen er die Laune erhält. Er fordert Kalauer des besten und des schlechtesten Witzeerzählers der Band, philosophiert über seinen „Weißbierspoiler“, wie er seinen Bauch nennt, und animiert die Konzertgänger zu Mitmach-Aktionen. 

Sie sollen ihre Arme in die Luft reißen und den Stress der Woche rauslassen, ihre Nachbarn umarmen – erst die linken und dann die rechten – und schließlich auch sich selbst. Auch ein einfacher Gruppentanz, wie er in der Disco meist von schüchternen Mädchentruppen in einer Ecke der Tanzfläche aufgeführt wird, erheitert die Gäste. Acht Schritte vor, acht Schritte zurück und dann wieder von vorne. Vom Kind bis zum Rentner: Fast jeder macht mit. 

Dass auch die Band Spaß hat, ist deutlich zu sehen. Und so erlaubt sich Dettl auch einen Blick in die Zukunft: „A Bierzelttour wer ma moi wieder machen“, sagt er und grinst. Bleibt zu hoffen, dass es „LaBrassBanda“ dann auch wieder in die Region verschlägt. Denn so ein Abend hat einen ganz eigenen Charme, mit dem kein Konzert in einer großen Halle mithalten kann.

Von Ursula Gnadl

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