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Briefe gegen das Vergessen: Eine Erfolgsgeschichte

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Von: Stephanie Novy

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Symbolfoto: Haufenweise Briefe.
Die Aktion Briefe gegen das Vergessen von Amnesty International setzt sich für Menschen weltweit ein. © Symbolfoto: PantherMedia / maxxyustas

Murnau – Regelmäßig berichtet der Kreisbote über die Aktion Briefe gegen das Vergessen von Amnesty International und stellt aktuelle Fälle vor. Ernst Zieringer von Amnesty Murnau möchte auf eine Erfolgsgeschichte aufmerksam machen.

Der Menschenrechtsverteidiger Ibrahim Ezz El-Din, der für die Ägyptische Kommission für Rechte und Freiheiten tätig ist, kam am 26. April 2022 frei. Er war im Juni 2019 aufgrund seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit willkürlich inhaftiert worden. Er wurde nie vor Gericht gestellt oder angeklagt. Stattdessen befand er sich 34 Monate lang in Untersuchungshaft, weil man ihn in zwei verschiedenen Fällen grundlos der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppe” bezichtigte.

Nach seiner Festnahme wurde Ibrahim Ezz El-Din zunächst 167 Tage lang Opfer des Verschwindenlassens. Seinen Angaben zufolge wurde er in dieser Zeit von Sicherheitskräften gefoltert und sein Gesundheitszustand verschlechterte sich. Während der gesamten Dauer seiner Inhaftierung hatte er keinen Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung für seine zahlreichen Erkrankungen.

Die Freilassung von Ibrahim Ezz El-Din ist das Ergebnis anhaltenden weltweiten Drucks und Protests sowie öffentlicher Kampagnen. Weltweit hatten Amnesty-Mitglieder und Unterstützer Petitionen unterzeichnet und Briefe an die ägyptischen Behörden geschrieben, um seine Freilassung zu fordern. Der Menschenrechtsverteidiger wandte sich mit dieser Nachricht an alle, die sich für seine Freiheit eingesetzt haben: „Meine Kollegen, Verteidiger der Menschenwürde und des Rechts auf ein menschenwürdiges Leben. In den fast drei Jahren, die ich im Gefängnis verbracht habe, hatte ich das Gefühl, jeden Tag ein wenig mehr von meiner Seele zu verlieren und auch die Hoffnung zu verlieren, ins Leben und in die Freiheit zurückzukehren. Das Einzige, das meine Tage aufhellte und mir Hoffnung gab, waren die Berichte über Menschen, die mich nicht vergessen haben und die weiterhin meine Freiheit forderten. In den dunklen Momenten der Verzweiflung, die ich im Gefängnis erlebte, war das Wissen um Kampagnen für meine Freilassung das Einzige, das mich anspornte und mir Hoffnung gab. Ich möchte allen danken, die sich in Ägypten und anderswo für mich eingesetzt haben. Insbesondere möchte ich Amnesty International und ihren Mitarbeitern und Mitgliedern danken: Ihr wart die Sonnenstrahlen im Dunkel. Dankesworte allein können die Dankbarkeit nicht beschreiben, die ich euch allen gegenüber empfinde.”

Wer auch Briefe gegen das Vergessen schreiben will, kann sich ganz einfach über den Link von amnesty international über die aktuellen Fälle informieren und – wenn gewünscht – vorgefertigte Briefe an die jeweilige Regierung schicken.

Von Kreisbote

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