Jetzt können auch 60-Tonner sicher über die Rott fahren

Brücke zur Ertlmühle endlich fertig

+
Mit einem symbolischen Scherenschnitt ihrer Bestimmung übergeben: V .li. der zweite Bürgermeister Konrad Schönherr, Geschäftsleiter Konrad Eisenhauer, Altbürgermeister Max Wagner, Pater Jakob Panankalla, Gudrun Assner von der Baufirma und Bürgermeister Martin Höck.

Raisting – Was lange währt, wird endlich gut: Nachdem im Mai 2011 die alte Brücke über die Rott zur Ertlmühle auf ihre Stand- und Verkehrssicherheit untersucht und negativ beschieden wurde, fand nun fünfeinhalb Jahre später die feierliche Inbetriebnahme der neuen Brücke statt.

Die ungewöhnlich lange Planungs- und Bauphase lag aber nicht an der Gemeinde Raisting, die sofort nach dem ernüchternden Gutachten von 2011 tätig wurde. Eine Erneuerung der 1924 errichteten Brücke war unumgänglich. Sofort wurden eine Gewichtsbeschränkung auf sechs Tonnen und das Überfahren nur mit Schrittgeschwindigkeit festgesetzt.

Bürgermeister Martin Höck ließ in seiner Ansprache anlässlich der Einweihung die komplizierte Geschichte des Brücken-Neubaus nochmals Revue passieren. Da der Gemeinde für die Brücke die Unterhalts- und Verkehrssicherungspflicht obliegt, musste sein Vorgänger Max Wagner die Fördermöglichkeiten prüfen und engagierte ein Planungsbüro, das zunächst ein geologisches Baugrundgutachten erstellen ließ. Nach dem positiven Signal einer möglichen Förderung sollte es mit den Neubau zeitnah losgehen.

Aber es fehlte noch die wasserrechtliche Genehmigung durch das Landratsamt Weilheim in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Wasserwirtschaftsamt. Bei der Bearbeitung stellte sich heraus, dass die besondere Lage der Brücke im FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) eine „landschaftsplanerische Begleitplanung“ benötigt. Die lag dann Ende 2014 vor, so dass nach der Prüfstatik im Februar 2015 die Erlaubnis vom Landratsamt bei der Gemeindeverwaltung einging. Im August 2015 bekam Raisting die lang ersehnte Zusage einer Förderung von 52 Prozent. Nach der elektronischen Ausschreibung erhielt schließlich die Landsberger Firma Assner, bewährt im Brückenbau, den Zuschlag.

Anfang März 2016 konnte dann endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden, die sich aber wegen der großen Niederschlagsmengen wiederum verzögerten. Anfang Dezember war schließlich der große Tag, an dem die Brücke von Pater Jakob Panankalla in Anwesenheit von Gemeinderäten und Ehrengästen gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben wurde. Bürgermeister Martin Höck dankte in seiner Rede den an Planung und Bau beteiligten Firmen und Mitarbeitern, allen voran Geschäftsleiter Konrad Eisenhauer.

Mit symbolischen Scherenschnitten wurde die Brücke für den Verkehr offiziell eröffnet. In der warmen Stube des Gasthofs Drexl stießen im Anschluss alle Beteiligten auf das gelungene Bauwerk an, da auf der Brücke ein eisiger Winterwind pfiff. Bürgermeister Martin Höck schloss den offiziellen Teil mit dem sinnigen Spruch „Als die Brücke fertig war, fühlte sich der Fluss übergangen…“

Die Gesamtkosten der 18 Meter langen und fünf Meter breiten Brücke über die Rott belaufen sich auf circa 370 000 Euro. Verbaut wurden rund 70 Kubikmeter Beton und 20 Tonnen Betonstahl. Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 60 Tonnen können jetzt problemlos die Brücke überfahren.

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Forum startet in Weilheim
Forum startet in Weilheim
Drei Verletzte
Drei Verletzte
„Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“
„Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“
Heftige Attacken gegen Vanni
Heftige Attacken gegen Vanni

Kommentare