Furioser Auftakt der Musiktage mit den Brüdern Gerassimez im Bibliothekssaal

"Außergewöhnlich, gigantisch"

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„Musik ist eine universelle Sprache“. Die Brüder Gerassimez (links Nicolai am Klavier, rechts Alexej am Schlagwerk) begeisterten mit ihrem Programm die Premierengäste.

Polling – Besser ging es nicht. Mit einem Auftakt nach Maß begannen am vergangenen Freitag im nicht völlig gefüllten Pollinger Bibliothekssaal die „Tage alter und neuer Musik“.

Wer nicht kam, hat etwas versäumt, denn die Brüder Alexej am Schlagwerk und Nicolai Gerassimez am Klavier trieben die Musikfreunde mit virtuosen Klanggewittern, manchmal fast sphärischen Klängen zu Beifallsstürmen. Sie nahmen sie mit auf eine musikalische Reise rund um den Erdball, spielten aber auch eigene Kompositionen, wie die Piazonore für Vibraphon und Klavier. Während die Gäste noch begeistert applaudierten, gestand der 28-jährige Perkussionist Alexej „das sei ein jugendlicher Fehlversuch während des Studiums gewesen.“ Kommentar im Publikum „Das kann er öfter bringen“. Die beiden Künstler spielten aber nicht nur, sondern würzten ihre Stücke mit fantasievollen Geschichten. Mal gefühlvoll, mal mit vollem Körpereinsatz zogen sie mit Klavierhammer und Schlägel die Zuhörer in ihren Bann.

Wie die würdigen Herren auf den Porträts an den Saalwänden aus der Gründerzeit auf ihre Musik reagiert hätten, wäre interessant zu sehen gewesen. Wer glaubte, besser könne es nicht kommen nach dem Einstieg, wurde eines Besseren belehrt, denn es kam besser. Zu sagen, welches Stück das Beste war, ist nicht möglich. Ein Highlight unter vielen, das von Alexej gespielte Solo „Asventuras für kleine Trommel“, das ebenfalls während seines Münchener Studiums entstand. „Sie sieht so klein und unschuldig aus, kann aber laut werden“, beschrieb er launig das Klanginstrument und trat im Anschluss den Beweis an. Er spielte nicht nur auf, sondern mit dem ganzen Instrument, den Schlägeln, Händen und Fingernägeln.

Stürmischer Applaus, Bravo-Rufe und Pfiffe – die verdiente Anerkennung galt zwei außergewöhnlichen Künstlern, die sich am Schluss, trotz zeitlicher Überziehung einer Zugabe nicht verweigerten. „Ich habe schon viel Percussion gehört, aber das ist ganz außergewöhnlich, gigantisch“, schwärmte eine beeindruckte Murnauerin. Eine Chorsängerin stimmte zu. „Hier wird Percussion zur Musik“, kommentierte sie.

Von Georg Müller

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