Große Janosch-Retrospektive im Buchheim-Museum

Papa Löwe und seine Kinder

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Alle Janosch-Figuren wie Tiger, Bär oder Tigerente sind jetzt im Bernrieder Buchheim-Museum zu bewundern. Zu sehen Museumsdirektor Daniel J. Schreiber und Irina Probost, die Produzentin der Janosch-Filme.

Bernried – Beim Namen „Janosch“ leuchten Kinderaugen und Eltern schwelgen in Erinnerungen. Der Universalkünstler hat mit seinen Büchern und Filmen Generationen auf dem Weg des Erwachsenwerdens begleitet. Mit liebevoll gezeichneten Figuren wie „Papa Löwe“ oder „Tigerente“, anrührenden Geschichten wie „Oh wie schön ist Panama“ sowie Wortwitz begeistert er noch heute Klein und Groß auf der ganzen Welt. Seine Bücher erreichen Millionenauflagen und wurden in viele Sprachen übersetzt.

Unter dem Motto „Janosch und seine glücklichen Kinder“ widmet das Bernrieder Buchheim-Museum dem wohl bekanntesten deutschen Kinderbuchautor und Illustrator eine große Sonderausstellung mit einem familienfreundlichen Mitmachprogramm. Bis zum 3. November zeigt eine Werkschau 164 Original-Illustrationen sowie das „Making of“ der aufwendigen und Millionen Euro teuren Kinofilmproduktion von „Oh wie schön ist Panama“, an der 450 Zeichner dreieinhalb Jahre gearbeitet haben, darunter viele Mitarbeiter der Walt Disney-Company.

Die Idee zu der Janosch-Retrospektive hatte Irina Probost, die Produzentin und Regisseurin aller Janosch-Filme für Kino und Fernsehen. In Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim-Museums, fand Probost einen begeisterten Mitstreiter für die Realisation. Die Panama-Arbeitsgänge, vom Aquarellbild zum Buch und weiter zum animierten Film, kann der Besucher unmittelbar nachvollziehen. Szene für Szene werden die Charaktere, Bewegungsabläufe und Hintergründe vor Augen geführt. Natürlich ist auch der komplette Film zu sehen, bei dem bekannte Schauspieler Tiger, Bär, Kobold, Esel und Fisch zum Sprechen bringen: Til Schweiger, Dietmar Bär, Ralf Schmitz, Anke Engelke oder Mirco Nontschew. In ähnlicher Weise wird „Papa Löwe und seine glücklichen Kinder“ präsentiert. Inmitten der Original-Hintergrundbilder laufen alle 26 Folgen der erfolgreichen Fernsehserie. Die Ausstellungsmacher haben parallel zur Werkschau ein umfangreiches Ferien- und Begleitprogramm auf die Beine gestellt, bei dem Kinder zum Beispiel einen eigenen Film drehen oder ein Bilderbuch gestalten können. Und es gibt am 28. September eine Geburtstagsparty für den Tiger, zu der alle kommen: Egal ob Waldbär, Schwein oder Förster Grimmel. Mehr dazu auf www.buchheimmuseum.de. Horst Eckert alias Janosch hat übrigens viele Jahre in Greifenberg nahe dem Ammersee gelebt und gearbeitet. Das 1931 in Oberschlesien geborene Allroundtalent kam nach einem Paris-Aufenthalt 1953 zum Kunststudium nach München. Aber nach ein paar Semestern musste Eckert wegen „mangelnder Begabung“ gehen und zog nach Greifenberg, wo er sich als Stoffmusterzeichner und Romanautor versuchte. Nebenher fing er an, unter dem Künstlernamen Janosch Kinderbücher zu zeichnen. Ein Glück für die Kinder der Welt, dass er das Kunststudium nicht beenden durfte. Sonst wären seine Kultfiguren wohl nie entstanden.

Seit 1980 lebt Janosch sehr zurückgezogen auf Teneriffa und gibt so gut wie keine Interviews. Dass der 88-jährige immer noch stets am Puls der Zeit ist, erfahren jede Woche die Leser des „ZEITmagazins“ mit seinem Antihelden „Wondrak“, der alles falsch macht, aber immer richtig liegt. Auch viele dieser Original-Zeichnungen sind jetzt im Buchheim-Museum zu bewundern. Das ambitionierte Vorhaben, den „ganzen Janosch“ kennenzulernen, ist drei Leihgebern zu verdanken: der Tübinger Galerie Art28, der Janosch Film & Medien AG in Berlin sowie einem privaten Sammler, der dem Buchheim-Museum einen immensen Bestand an Zeichnungen und Aquarellen anvertraute.

In der chronologischen Werkschau sind neben den „Stars“ wie Papa Löwe, Tiger, Bär und Tigerente alle glücklichen Kinder von Janosch zu entdecken: das Pferd Valek, der Köhlerjunge Josa mit seiner Zauberfidel, das Auto Ferdinand, Herr Wuzzel und sein Karussell, Kasper Mütze oder Günter Kastenfrosch. Durch die Ausstellung leitet eine alles erklärende „AudioGuideFührung“.

Von Dieter Roettig 

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