Eine umfassende Retrospektive

Buchheim Museum in Bernried würdigt das Lebenswerk von Erich Heckel

Ausstellung im Buchheim Museum
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Beim Medienrundgang vor der Eröffnung der Heckel-Ausstellung im Buchheim-Museum gab Direktor Daniel J. Schreiber Hintergrundwissen zu den Kunstwerken zum Besten. Hier beim Gemälde „Am Waldteich“ von 1910/11.

Bernried – Einem Künstler, der laut Lothar-Günther Buchheim „mit bedenkenloser Kühnheit auf die Leinwände losgegangen ist“, widmet das Buchheim Museum bis zum 7. März 2021 eine Ausstellung. Leider musste zwei Tage nach der Eröffnung von „Erich Heckel – Einfühlung & Ausdruck“ corona-bedingt ein Besucherstopp eingelegt werden. Umso mehr hofft Direktor Daniel J. Schreiber, dass ab Wiedereröffnung viele Kunstfreunde zum Museum am Starnberger See pilgern werden, um die umfassende Retrospektive zu Ehren Erich Heckels (1883 – 1970) zu würdigen, die man jetzt schon online besichtigen kann.

Über die aktualisierte Online-Sammlung des Museums haben Heckel-Fans bereits jetzt Gelegenheit, einen großen Teil der Exponate in den Ausstellungssälen zu betrachten und so einen Vorgeschmack zu bekommen. Einfach auf auf die Webseite gehen und schon ist man zumindest virtuell im Buchheim Museum der Phantasie am Starnberger See.

Im fünfzigsten Jahr seines Todes widmet das Museum dem bedeutenden Maler und Grafiker des Expressionismus und Protagonisten der Moderne in den großen Sälen eine Schau mit 400 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken. Dank der Zusammenführung der eigenen Sammlung sowie der Sammlung von Kunstmäzen Prof. Hermann Gerlinger wird nun ein Querschnitt seines beträchtlichen Lebenswerks präsentiert.

Wie Buchheim-Direktor Schreiber bei einem exklusiven Medienempfang vor der Eröffnung betonte, kann dank der Fülle beider Kollektionen in der Ausstellung jedes Jahr von Heckels reichem Schaffen zwischen 1903 und 1968 mit Beispielen belegt werden: Von den frühen Holzschnitten, bei denen der erst 20-jährige Gymnasiast in bemerkenswert moderner Verknappung das Motiv in den Druckstock einbrachte, über farbgewaltige Gemälde der „Brücke“-Zeit bis hin zu den letzten Lithografien, die der 85-jährige Künstler keine zwei Jahre vor seinem Tod meisterhaft auf Stein zeichnete.

Die Ausstellung ermöglicht eine vergleichende Betrachtung von graphischem und malerischem Werk. Zudem sind auf der Galerie des Expressionistensaals zeitgleich Gemälde von Heckels „Brücke“-Kollegen Ernst Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein zu „einer kleinen Bestandsausstellung“ vereint.

Zur Ausstellung hat Direktor Schreiber für den Buchheim-Verlag ein 416 Seiten starkes Katalogbuch herausgegeben, das alle gezeigten Kunstwerke sowie erklärende Texte von Hermann Gerlinger, Heinz Spielmann, Andreas Hüneke und Andreas Gabelmann enthält. Wer sich auf seinen Museumsbesuch nach der Corona-Pause vorbereiten will, kann das Buch über den Onlineshop bestellen.

Nach Wiedereröffnung des Museums steht auch eine Audioführung zur Verfügung. An 39 Hörstationen begleitet Direktor Schreiber die Besucher bei ihrem Rundgang gewohnt informativ und unterhaltsam.

Von Dieter Roettig

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