Finaler Ankerplatz für MS Phantasie

Buchheim-Museum: Motorschiff bei Festakt auf Fundament gesetzt

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Millimeterweise und passgenau hievte ein Autokran den 34 Tonnen schwere Dampfer „MS Phantasie“ auf seinen endgültigen Ankerplatz im Buchheim-Museumspark.

Bernried – Das Außengelände des Buchheim-Museums ist um eine Attraktion reicher. Neben einem grellbunten ehemaligen Militärhubschrauber und Buchheims altem BMW mit Riesenkrake auf dem Dach hat jetzt das Motorschiff „MS Phantasie“ hier seinen endgültigen Ankerplatz gefunden.

Der Name bleibt, wobei MS nicht mehr für Motorschiff steht, sondern für Malschule. Ab nächsten Frühjahr werden hier neben einem offenen Atelier Workshops und Ferienkurse stattfinden. Direktor Daniel J. Schreiber: „Die Malschule Phantasie auf dem Dampfer soll ein Ort zur Entfaltung künstlerischer Freiheit vor allem für die Jugend werden.“

Ende Oktober wurde die „MS Phantasie“ mit Spezialschleppern aus dem Starnberger See gezogen. Kein leichtes Unterfangen: Der Stahlkoloss ist 20 Meter lang, 4,10 Meter breit und wiegt 34 Tonnen. Dafür musste ein festes Fundament errichtet werden. Für diesen „Sonderbau“ haben Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger und die Gemeinderäte extra den Bebauungsplan geändert. Im Rahmen eines Festaktes wurde jetzt das ausrangierte Schiff mit Hilfe eines Autokrans in präziser Millimeterarbeit auf das Fundament gesetzt.

Die Buchheim-Stiftung, Träger des Buchheim-Museums, hat das Motorschiff „MS Phantasie“ für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro hat gekauft und vor der Verschrottung gerettet. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Stiftungsvorstand Dr. Walter Schön eine Euromünze an Michael Grießer, Chef der Bayerischen Seenschifffahrt.

Unter den Gästen bei der Feier nach der Fundament-Setzung: Museumsdirektor Daniel J. Schreiber, Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger, Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser und Ministerialdirektor Dr. Alexander Voitl vom Bayerischen Staatsministerium für Finanzen und Heimat. Er kam in Vertretung von Staatsminister Albert Füracker, der kurzfristig nach Berlin musste.

Dr. Schön erinnerte in seiner launigen Rede an die Historie des Motorschiffs, das fast 60 Jahre lang brav seinen Dienst getan hat. Erst 40 Jahre lang auf dem Tegernsee und dann auf dem Starnberger See. Lothar-Günther Buchheim selbst gab ihm den Namen „MS Phantasie“, den es verkehrte als Zubringer zwischen Starnberg und dem Bernrieder Museum der Phantasie. Viel fotografierter Star des Schiffes: die Bugfigur „Flying Bavaria“, eine üppige Dame im weißblauen Rautenkleid in Flugpose á la Kate Winslet auf der Titanic. Geschaffen übrigens vom Bildhauer und Buchheim-Freund Karl-Heinz Richter.

In den letzten Jahren ist es ruhiger um das Schiff geworden. Bei Niedrigwasser machten die niedrigen Einstiegshöhen den Passagieren zu schaffen. Die „MS Phantasie“ verkehrte nur noch ausnahmsweise auf der Südroute von Tutzing über Bernried, Seeshaupt und Ambach wieder zurück nach Tutzing. Auf den langen Strecken ab Starnberg sind nun größere Schiffe im Einsatz. Richtig gefragt war die „MS Phantasie“ nur noch auf den sehr beliebten Mondscheinfahrten, bei denen nach einem gemütlichen Dämmertörn im Mondlicht das Buchheim-Museum besichtigt und dann festlich im Museums-Café Buffi diniert wurde.

Als die Verschrottung unausweichlich schien, setzten sich Museumsdirektor Schreiber und Schifffahrtschef Grießer zusammen und entwarfen den Rettungsplan. Der Dampfer brach damit zu neuen Ufern auf und wurde jetzt im Buchheim-Park „auf Reede gelegt“, wie es seemännisch korrekt heißt. Aus dem Motorschiff Phantasie wird bis zum Frühjahr die Malschule Phantasie mit einem offenen Atelier und Workshops. Direktor Schreiber ist sich sicher, dass das Schiff gerade in den Ferien ein Anziehungsmagnet für Kinder und Jugendliche wird.

Von Dieter Roettig

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