Gaymanns »Huhniversum«

Buchheim Museum: Retrospektive des Cartoon-Großmeisters

Peter Gaymann (links) mit Fiat-Oldtimer bemalt mit seinen berühmten Hühnern . Auf dem Bild Museumsdirektor Daniel J. Schreiber (Mitte) und Kurator Reinhard G. Wittmann (rechts).
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Wertvolles Unikat im Buchheim-Museum: Cartoonist Peter Gaymann (links) hat diesen Fiat-Oldtimer mit seinen berühmten Hühnern bemalt. Über das „Gackomobil“ freuen sich auch Museumsdirektor Daniel J. Schreiber (Mitte) und Kurator Reinhard G. Wittmann (rechts).
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Bernried – Peter Gaymann gilt als scharfsinniger und witziger Chronist der deutschen Befindlichkeit in den vergangenen fünfzig Jahren. Wer jetzt rätselt „Who the Gack is Gaymann?“: Das ist der Cartoonist, der die unnachahmlichen Hühner, aber auch Ferkel und Katzen mit einer Überdosis Schalk erfunden und auf Papier gebracht hat. In über 90 Büchern, hunderten von Beiträgen in Zeitschriften und auf tausenden von Postern und Humorpostkarten nehmen seine Viecherl Menschen und das aktuelle Zeitgeschehen auf die Schippe. Immer mit Charme, Witz und Wärme, niemals böse.

Anlass genug für das Buchheim-Museum, dem Humor-Experten eine umfangreiche Retrospektive zu widmen. Die eigentlich zu seinem 70. Geburtstag am 26. Juni 2020 geplante Ausstellung musste coronabedingt auf dieses Jahr verschoben werden und findet noch bis zum 24. Oktober 2021 in Buchheims Museum der Phantasie am Starnberger See statt.

„Wie passen Buchheim und Gaymann zusammen? Hatte Poltergeist Buchheim überhaupt Humor?“ Diese Fragen warf Museums-Direktor Daniel J. Schreiber bei einem Presse-Empfang in die Runde. „Ja, hatte er. Aber er konnte nur über andere lachen“, so seine eigene Antwort. Insofern seien die Gaymann-Hühner hier genau richtig gelandet, wobei der Meister selbst die Ausstellung bis ins letzte Detail gestaltet hat. Kuratiert von Reinhard G. Wittmann vermittelt der Rundgang alle Stufen von Gaymanns Lebens- und Werklauf im Zeichen des Humors.

Darunter persönliche Raritäten wie alte Schulhefte, sein nicht gerade berauschendes Abiturzeugnis und Schwarz-Weiß-Fotos aus Kinder-, Jugend- und Studententagen. In seiner Zeit in Rom konnte er den italienischen Lebensstil studieren, hier dokumentiert mit der dreidimensionalen Weisheit „Das Leben ist eine Kombination von Pasta und Magie“. Gerade rechtzeitig zur Ausstellungseröffnung wurde Gaymanns neuestes Lieblingsobjekt fertiggestellt und angeliefert: Ein Fiat 500-Oldtimer aus dem Jahr 1971, liebevoll restauriert und rundum bemalt mit den berühmten Hühnern und einem Ferkel als blindem Passagier. Mit diesem fahrbereiten „Gackomobil“ will Gaymann nach Beendigung der Ausstellung die Straßen unsicher machen.

Neben viel Humor führt die Ausstellung auch psychologische und politische Themen vor Augen, da sich der Cartoonist, Grafiker und Schriftsteller Gaymann stets nah am Zeitgeist bewegt hat. Museumsdirektor Schreiber zeigte sich „sehr glücklich“ über die Retrospektive, die sich dem bewegten Leben und vielfältigem Werk von Gaymann widmet. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Verein Forum Humor und komische Kunst und ist Bestandteil des Bernrieder Humor-Festivals vom 18. Juli bis 26. September 2021. Hier treten als Open Air im Klosterhof unter anderem Gerhard Polt und die Well-Brüder, Martina Schwarzmann sowie Quadro Nuevo Mare auf.

Gaymann stammt ursprünglich aus Freiburg im Breisgau, studierte Sozialwesen und arbeitete anfangs als Sozialpädagoge und Kunsterzieher, bevor er freischaffender Cartoonist und Illustrator mit menschlichen Hühnern als sein Markenzeichen wurde. Dank Merchandising seiner Hühnerkarikaturen in Büchern, auf Postkarten, Postern, Tassen und so weiter wurde Gaymann zu einem der bekanntesten deutschen Cartoonisten. Nach Jahren in Rom war Köln sein Schaffensmittelpunkt, wo er sich mit der Kultband Höhner anfreundete, für die er CD-Cover und mehr entwarf. Für Gaymann war es die bislang höchste Ehrung, als die Deutsche Post im März 2014 zwei Briefmarken mit seinen Hühner-Motiven herausgab. Heute lebt Gaymann mit seiner Frau Viktoria in Schäftlarn nahe dem Starnberger See.

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