Doubletten aus Buchheims Privatnachlass kommen unter den Hammer

Ein Erinnerungsstück ersteigern

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Museumsdirektor Daniel J. Schreiber und Kunstauktionatorin Katrin Stoll am Originalschreibtisch aus Lothar-Günter Buchheim Privathaus mit allen Utensilien. An dem Besuchertischen vorne saßen Buchheims Gäste wie Strauß, Schröder oder Stoiber.

Bernried – Wer einen intimen Einblick in das private Leben des Autors, Verlegers, Malers und Sammlers Lothar-Günter Buchheim und seiner Frau Diethild werfen will, sollte einen zeitnahen Besuch im Bernrieder Museum der Phantasie einplanen. Acht Jahre nach dem Tod von Buchheim und anderthalb Jahre nach dem Tod seiner Frau lädt das Museum zur Erinnerungsreise „Marché Sentimental“ ein.

Man kann in einer absolut einmaligen Auktion Druckgraphiken aus dem Nachlass der Buchheims ersteigern sowie Kunstgewerbliches wie Bierseidel, Glaskugeln oder Lüster als ganz persönliches Erinnerungsstück kaufen, von Buchheim aus aller Welt zusammengetragen.

Gleich auf dem Panoramadeck nach der Museumskasse bietet sich dem Besucher ein chronologischer Parcours mit einer Fülle von Erinnerungsstücken und Bildern aus dem Leben Buchheims, angefangen von selbst gesägten Hampelmännchen über Papiermaché-Plastiken bis zu hölzernen Heugabeln und natürlich Auszeichnungen, Fotos und Zeitungsausschnitten. Auf der Galerie des großen Saals finden sich Original-Ensembles aus Buchheims Wohnhaus in Feldafing, vom Schreibtisch bis zu einem mit Porzellanfiguren übervölkertem Regal. Fotografien aus dem Wohnhaus und Tondokumente des Patrons runden diesen intimen Einblick noch ab.

Im großen Saal werden Druckgraphiken aus dem umfangreichen Privatnachlass der Buchheims gezeigt, die am 28. November unter den Hammer kommen.

Zum Aufruf kommen dabei wertvolle Stücke, darunter expressionistische Werke von Otto Dix, Max Beckmann, Henri Matisse oder Marc Chagall, aber auch Arbeiten von Pablo Picasso und anderen Meistern der klassischen Moderne. Es handelt sich um Doubletten, wobei ein Exemplar jeweils im Museumsbestand bleibt. Wie immer hatte Buchheim meist mehrere Drucke gekauft beziehungsweise den Künstlern abgeluchst, zum Teil mit Naturalien wie bayerischem Bauernschinken bezahlt.

Der Erlös der Auktion, man erwartet einen Millionenbetrag, wird dem Ankaufs- etat des Buchheim-Museums gutgeschrieben. Katrin Stoll, Chefin des renommierten Auktionshauses Neumeister und öffentlich bestellte und vereidigte Kunstauktionatorin, war mehr als ein Jahr lang damit beschäftigt, den Privatnachlass der Buchheims zu inventarisieren und zu evaluieren.

Für Kunstsammler und -liebhaber ist diese Auktion eine nicht wiederkehrende Gelegenheit, von der sprichwörtlichen Sammelwut von Lothar-Günter Buchheim zu profitieren. Wie sagte Museumsdirektor Schreiber bei der Ausstellungseröffnung: „Am Anfang besitzt der Sammler die Sammlung. Dann nimmt die Sammlung Besitz vom Sammler…“

von Dieter Roettig

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