Kleines Budget, große Hilfe

Bürgerbüro Peißenberg

+
Edith Staltmayer (li.), Leiterin des Bürgerbüros und Schülerin Sarah Tamunjoh haben immer wieder neue kreative Ideen. Auch die Dunkelheit störte die begeisterten Bastler da nicht. Und wenn es doch zu kalt wird: Im Bauwagen gibt es auch eine Heizung.

Peißenberg – Unzählige Zettel kleben an der breiten Glasfront. Hinter den Scheiben an einem großen Tisch sitzt Edith Staltmayer. Sie leitet das Bürgerbüro und kümmert sich um all die Veranstaltungen, die in den Aushängen angekündigt werden. Doch das ist nur ein kleiner Teil ihres Jobs.

Integrationsarbeit, Beratung, Kontakte knüpfen und natürlich das Bürgerfest: Ein Blick auf die bunte Pinnwand im Bürgerbüro zeigt, dass hier das ganze Jahr über viel geboten ist. 

Seit fünf Jahren gibt es das Bürgerbüro inzwischen. Doch oftmals wird übersehen, was hier wirklich passiert. „Vieles bekommt man von außen gar nicht mit“, sagt Staltmayer, die ihre Arbeit immer wieder im engen Budget der Gemeinde rechtfertigen muss. Das bisherige europäische Förderprogramm ist inzwischen ausge- laufen. Dennoch schafft es die „Quartiermanagerin“, wie sie im Amtsdeutsch heißt, auch mit wenig Geld viel zu bewegen. 

Sie erzählt von einem Jungen aus dem Kosovo, der mit seiner Familie in Peißenberg-Dorf lebt. Der Vermieter sei zu ihr gekommen, als er mitbekommen habe, dass der Bub Probleme in der Schule hat. Staltmayer nahm sich der Sache an, telefonierte viel und sprach mit den Lehrern. Inzwischen bekommt der Schüler Hilfe bei den Hausaufgaben, zusätzlichen Deutschunterricht und fügt sich dadurch besser in die Klasse ein. 

„Das alles würde nicht ohne die vielen Ehrenamtlichen gehen“, erzählt Staltmayer von ihrem rund 150 Personen umfassenden Netzwerk, das sie sich in den letzten Jahren aufgebaut hat und ständig auf dem aktuellen Stand halten muss. 

Doch auch professionelle Unterstützung können sich die Peißenberger holen. Erziehungsberatungsstelle, Migrationsberatung, die Stelle für Vermeidung von Obdachlosigkeit oder das Förderprogramm KoKi – Netzwerk frühe Kindheit: Sie alle bieten Sprechstunden im Bürgerbüro an. 

Außer Hilfe bietet das Bürgerbüro aber vor allem auch Spaß. Ob gemeinsames Basteln im Bauwagen an der Reschwiese, Yoga für Senioren oder ein Familientreff mit Brotzeit: Hier treffen sich Menschen, lernen neue Leute kennen und erleben mit alten Bekannten abwechslungsreiche Aktionen. 

Auch für Asylbewerber setzt sich Staltmayer ein. Sie sollen Kontakt untereinander und zu den Einheimischen bekommen. Künftig gibt es hierfür den offenen Treff. Immer am zweiten Freitag im Monat sollen Menschen aller Nationalitäten dabei zusammenkommen: Gemeinsam kochen, Tischtennis spielen oder einfach nur ratschen – jeder, der möchte, kann seine Ideen einbringen. Zum ersten Mal ist dies am Freitag, 14. November, ab 19 Uhr möglich. Der zweite Termin ist für 12. Dezember um 19 Uhr geplant. 

Einfälle für das Bürgerbüro hat Staltmayer noch viele und eins ist ihr dabei besonders wichtig: „D’ Leid solln zamkemma.“

von Ursula Gnadl

Auch interessant

Meistgelesen

Oberstadtlerfest in Bildern
Oberstadtlerfest in Bildern
Schneller Fahndungserfolg
Schneller Fahndungserfolg
Kleiner aber feiner Jahrgang
Kleiner aber feiner Jahrgang
Großer Bahnhof für ein "Riesenbaby"
Großer Bahnhof für ein "Riesenbaby"

Kommentare