Heimkosten für Bewohner des Städtischen Bürgerheims Weilheim steigen ab Mai an

Älter werden hat seinen Preis

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Trotz steigender Heimgebühren ist das Städtische Bürgerheim in Weilheim im Vergleich zu anderen Einrichtungen noch günstiger.

Weilheim – Alt sein wird teurer. Gerade dann, wenn Pflege hinzukommt, müssen Senioren immer tiefer in die Tasche greifen. So steigen auch die Gebühren für das Weilheimer Bürgerheim ab 1. Mai wiederholt stark an.

Betrug die Laufzeit der Pflegesatzvereinbarungen zwischen dem Bezirk Oberbayern, der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern und dem Städtischen Bürgerheim bisher zwölf Monate (vom 1. Mai eines Jahres bis 30. April des nächsten Jahres), gilt für kommende Vereinbarungen eine Laufzeit von 16 Monaten, also bis zum 31. August 2020.

Der Eigenanteil für Rüstige beträgt ab 1. Mai 1 612 Euro (bisher 1 559 Euro) pro Monat, für Bewohner mit dem Pflegegrad 1 2 199 Euro (bisher 2 134 Euro) und für diejenigen mit dem Pflegegrad zwei bis fünf circa 2 149 Euro (bisher 2 038 Euro). „Die Gebühren steigen erheblich“, wie Einrichtungsleiter Rainer Schlosser in der jüngsten Sitzung des Stadtrates erklärte. Für den Anstieg der Tagessätze, die sich aus den Kosten für pflegebedingten Aufwand, Unterkunft und Verpflegung, Ausbildungszuschlag sowie dem Investitionskostenanteil zusammensetzen, gibt es mehrere Gründe. Neben den Steigerungen der allgemeinen Lebenshaltungskosten, wie Strom oder Lebensmittel, sind vor allem die Aufwendungen für das gesamte Personal erheblich gestiegen. Die tarifliche Lohnerhöhung 2018 ist um 0,4 Prozent höher als gedacht. Außerdem haben die Tarifvertragsparteien (Verdi und Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber) eine weitere Erhöhung von durchschnittlich 3,2 Prozent seit Anfang März und circa 1,2 Prozent zum 1. Februar 2020 vereinbart. Hinzu kommen Steigerungen für Unterkunft und Verpflegung, Verbrauchsgüter, Wartung, Pflegebedarf und fremdbezogene Dienstleistungen.

Im Vergleich zu anderen Heimen in der Region zählt das Weilheimer Bürgerheim jedoch zu den günstigeren, wie Schlosser anhand von Zahlen belegte. In Einrichtungen in Greifenberg oder Vilgertshofen, für die der Landkreis Landsberg am Lech der Träger ist, müssen Heimbewohner des Pflegegrades 2 bis 5 beispielsweise knapp 300 bis 380 Euro mehr im Monat bezahlen. Allerdings stehen in Weilheim in Zukunft erhöhte Investitionskosten an, da das Heim bis Ende 2030 barrierefrei gestaltet werden muss, sprich der Zugang zu den Bädern und Balkonen schwellenfrei werden muss.

„Wir können froh sein, dass wir das Städtische Bürgerheim haben. Ich spüre die Intention, die beste Leistung zu liefern“, bedankte sich Ingo Remesch (SPD) bei Schlosser für die „gute Führung des Hauses“. Dem schlossen sich auch weitere Stadtratsmitglieder wie Anton Schreitt (BfW, Referent fürs Bürgerheim) an. „Es ist gut für die Wettbewerbsfähigkeit, dass wir günstiger unterwegs sind. Es muss uns aber bewusst sein, dass wir langfristig mit steigenden Gebühren rechnen müssen“, äußerte er, wie auch einige andere, seine Bedenken. Demnach sehen viele Räte die Gefahr, dass sich mit zunehmenden Kosten immer weniger Rentner einen Heimaufenthalt leisten können. „Die Kosten laufen uns davon“, so Karl-Heinz Grehl (Bündnis 90/Die Grünen). Die Krux an der Sache sei, dass sich die Leistungen der Pflegekassen über Jahre hinweg nicht verändert beziehungsweise erhöht haben. „Die Bundesrepublik muss hier eine gewaltige Aufholjagd nachholen“, so Grehl, der auch den Stadtrat in die Pflicht nimmt, „wir sollten öffentlich unsere Missbilligung zum Ausdruck bringen.“

CSU-Sprecherin Marion Lunz- Schmieder erkundigte sich bei Schlosser, ob es schwierig sei, Personal zu bekommen. „Das ist nicht einfach“, erklärte Schlosser. Trotzdem können die geforderte Sollstärke sowie die Fachkraftquote erfüllt werden. Seit Anfang 2019 gibt es zwei zusätzliche Fachkräfte.

Wie Sabine Clukas, stellvertretende Leitung des Bürgerheims, auf Nachfrage des Kreisboten erklärte, habe die Einrichtung sehr mit dem Krankenstand zu kämpfen. Mit den zusätzlichen Fachkräften könne somit nur ein Teil der Mitarbeiter entlastet werden. „Es ist ein täglicher Kampf. Aber wir versuchen es so gut wie möglich hinzubekommen.“

Von Maria Lindner

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