Ein Bürgermeister

Rams

ach – Mit großem Erfolg hat die Theatergruppe Ramsach das Stück „Der flotte Jonathan“ in der Alten Schule Ramsach aufgeführt. Ein Teil der Einnahmen wird über die CARITAS an die Tsunami-Opferhilfe in Japan gespendet. Das hätte sich Bürgermeister Jonathan Stingl auch nicht träumen lassen, noch einmal so mit seinen Jugendsünden konfrontiert zu werden. Mitreißend und anschaulich verkörpert Udo Frechen den mal aufbrausenden , mal kleinlauten und zum Schluss völlig geknickten Gemeindechef und Familienvater, der versucht, ein vor langer Zeit geschriebenes und nun aufgetauchtes schriftliches Heiratsversprechen zurück zu erhalten. Das nämlich hat er in seinem alten Hochzeitsanzug aufbewahrt, den seine Frau Milla ohne sein Wissen an die arme, inzwischen ziemlich schrullige Aurelia Zuckerkandl verschenkt hatte. Und ausgerechnet dieser „Zuckerkandl“ , gespielt von Margit Häckl, deren leidenschaftlicher, gekonnt witziger Auftritt die Zuschauer immer wieder zu Szenenapplaus hinriss, ist die frühere Angebetete des Bürgermeisters. Dass der Jonathan ihr auch noch 100.000 Mark im Falle der „Nicht-Heirat“ versprochen hat, verschärft die Lage noch extrem. Was stellt der Herr Bürgermeister nicht alles an, um wieder an den Anzug zu kommen, in dem sich der Zettel vermeintlich befindet. Nicht wissend, dass seine Frau Ludmilla, gewohnt souverän und absolut natürlich gespielt von Monika Ostenrieder, den Zettel schon lange entdeckt hat. Zusammen mit Sohn Sepp, dargestellt vom immer wieder gekonnt hinterlistig grinsenden Jürgen Almanstötter, heizen die zwei dem armen Jonathan gehörig ein. Der hat sich bei der nächtlichen Suche nach seinem Anzug auch noch eine schmerzhafte Verletzung seiner „Rückseite“ zugezogen, die er nun durch seinen Sohn, dem angehenden Tierarzt, versorgen lassen möchte, ohne dass die Mutter es merkt. Zu allem Überfluss schneit da auch immer wieder noch Jonathans „Erzfeindin“ die Tina Hauzenberger herein, in die sich dummerweise auch noch der Sohn Sepp verschaut hat. Die „Hauzenbergerische“, mal im Stall-G´wand , mal im feschen Dirndl routiniert gespielt von Regina Ostenrieder, bekommt den ganzen Frust des Hausherren aufgrund früherer Grenzstreitigkeiten ihrer Eltern mit dem Hause Stingl voll zu spüren. Dass zum Schluss die ganzen Feindseligkeiten und Verwirrungen zu einem guten Ende kommen, versteht sich bei dieser Art von Dorf- und Bauerntheater von selber. Den zahlreichen Zuschauern jedenfalls hat´s gefallen, das zeigte der immer wieder einsetzende Szenenapplaus und die überaus häufige Anregung der Lachmuskeln. Die Ramsacher Theaterer spenden einen Teil Ihrer Premiereneinnahmen über die Caritas an die Tsunami-Opfer in Japan.

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