Bürgermeister Grünbauer hofft trotzdem auf regen Urnengang

Wahl ohne Gegenkandidat

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Seine Familie gibt Werner Grünbauer Rückhalt, nochmals sechs Jahre das Amt des Pähler Bürgermeisters zu bekleiden. Bei der Wahlversammlung dabei: Pähls „First Lady“ Lucia (li.) und Tochter Christina.

Pähl – „Stell dir vor, es ist Wahl und kaum einer geht hin…“ Dieses Szenario befürchtet Werner Grünbauer, wenn er sich am 7. Mai zur Wiederwahl für den Posten des ersten Bürgermeisters der Gemeinde Pähl stellt.

Dass er dieses Amt auch die kommenden sechs Jahre bekleiden wird, ist bereits sicher, da von den Parteien und kommunalpolitischen Gruppierungen in der Gemeinde kein Gegenkandidat nominiert wurde. Trotzdem bat Grünbauer auf einer schwach besuchten Wahlversammlung im Pfarr- und Gemeindezentrum inständig um den Gang zur Wahlurne. Für ihn sei das Kreuzerl auf dem Wahlschein nämlich eine Bestätigung seiner bisherigen Arbeit und Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter voranzugehen.Seine Bilanz als Bürgermeister kann sich sehen lassen, wie er in seinem Rechenschaftsbericht über die jetzt ablaufende Amtszeit ausführte. Als er 2011 antrat, war die Finanzlage der Gemeinde unklar, da der Haushalt siebenmal abgelehnt wurde. Die Folge waren unter anderem ein Baustopp der Turnhalle im Rohbaustadium, eine Kostenexplosion bei der Grundschule und kein Verkauf des Gewerbegebietes mangels Erschließung.

Als gelernter Bankkaufmann brachte Grünbauer erst mal den Haushalt auf Vordermann. Nach der Genehmigung durch das Landratsamt konnten Turnhallenbau und Schulhausumbau abgeschlossen werden.

Die Finanzlage der Gemeinde bezeichnete Grünbauer als „sehr gut und geordnet“. Die Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2010 von 393 000 Euro konnte man dank stabiler Betriebe bis 2015 um sagenhafte 289 Prozent auf 1 134 000 Euro steigern. Und auch das Aufkommen durch die Einkommensteuer steigerte sich um 43 Prozent auf 1 645 000 Euro. Der Schuldenstand wurde seit 2011 um 22 Prozent auf 778 470 Euro gesenkt. Hatte die Gemeinde 2010 nur Rücklagen in Höhe von 79 950 Euro, so stehen im Jahr 2017 genau 2 242 294 Euro zu Buche. Wichtig für Grünbauer ist, dass alle begonnenen Projekte ohne Neuverschulung fertiggestellt wurden.

Dazu gehören die Errichtung einer Kinderkrippe und zwei Jugendtreffs, Erneuerung und Ausbau der beiden Friedhöfe und der Erwerb von Grundstücken für das Einheimischen-Modell. Bestens angenommen wurde von der Bevölkerung der REWE-Markt in Fischen mit der Postfiliale. Derzeit stehen auf der Agenda von Grünbauer und dem Gemeinderat unter anderem Herstellung und Sanierung von Straßen und Wegen, ein neues Gewerbegebiet sowie der Aufbau einer zusätzlichen Trinkwasserversorgung, die Schaffung von bezahlbarem Lebensraum für Senioren und die Versorgung von jungen Familien mit kostengünstigem Baugrund.

Sorgenkinder sind laut Grünbauer unter anderem der geplante Gasthof Aidenried wegen strenger Behördenauflagen und die Radwegverbindung entlang der Birkenallee von Fischen nach Dießen. Die Blockade seitens Regierung und Naturschutz nannte Grünbauer „ein Possenspiel“.

Weilheim-Schongau belegt laut Grünbauer Platz acht unter den finanzstärksten Landkreisen in Deutschland. Innerhalb des Kreises Weilheim-Schongau gehört Pähl stets zu den „Top drei“, wie er mit Stolz erläuterte. Mit aller Kraft wolle sich Grünbauer auch die nächsten sechs Jahre für die „Perle des Pfaffenwinkels“ engagieren und bat nochmals um rege Wahlteilnahme.

Obwohl die nächsten Kommunalwahlen in Bayern erst 2020 stattfinden, sei diese „dazwischen geschobene“ Wahl unumgänglich, da Grünbauers Amtsvorgänger 2011 nach drei Jahren das Handtuch geworden hat. Grünbauers Bedingung für die damalige Kandidatur war eine volle Amtsperiode von sechs Jahren, um Ordnung und Struktur in die „verunsicherte Gemeinde“ und „vernachlässigte Verwaltung“ reinzubringen.

Ausdrücklich bedankte sich Grünbauer bei seiner Familie, die ihm für dieses Amt den Rücken freihält und ihn auch ermuntert hat, nochmals zu kandidieren.

Von Dieter Roettig

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