Keine Kritik und eine wichtige Zusage

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Apfeldorfs Bürgermeister ­Georg Epple.

Apfeldorf – Keine Kritik seitens der Apfeldorfer bei der Bürgerversammlung – allerdings auch relativ wenig Besucher. Man scheint zufrieden mit der Arbeit von Bürgermeister Georg Epple und seinem Gemeinderat. Die Neuigkeit des Abends: Die Fördermittel für die Mehrzweckhalle wird die Gemeinde wohl bekommen.

Knapp 100 Apfeldorfer waren zur Bürgerversammlung gekommen. Epple erinnerte mit einem Rückblick an die Ereignisse des vergangenen Jahres: an das Hochwasser, die Verkeimung des Trinkwassers und die geplante Verfüllung der Kiesgrube. „Jetzt haben wir schon 10 000 Euro an Gutachten ausgegeben, aber noch keinen Kubikmeter Aushub drin“, sagte Epple über die Mühlen der Bürokratie.

Viel Negatives, könnte man meinen. Aber Epple erinnerte auch an Positives: Den Einsatz der Feuerwehr, dass die Verkeimung letztlich nur einen Tag bestand und dass die Bürgerstiftung so prächtige Kulturpflege ins Dorf bringt. Epple erwähnte eine gemeinsame Gemeinderatssitzung mit Kinsau, bei der über einen gemeinsamen Bauhof konferiert wurde.

Die kleine Bombe aber, die Epple an dem Abend platzen ließ, war eine finanzielle – und eine sehr positive. Einen Tag zuvor habe er per Telefon von der Regierung von Oberbayern die mündliche Zusage bekommen: Die Apfeldorfer kriegen sie nun, die 340 000 Euro Fördermittel aus dem Programm der Städtebauförderung. Für die Sanierung der Mehrzweckhalle, die man vorsichtshalber im Haushalt nicht einberechnete.

„Dorfgemeinschaftshaus“ soll das Gebäude künftig heißen. „Aber wir sind nicht die Bettler der Nation, wir stellen nur die Weichen für die Zukunft“, so Epple. Und darum will man statt Rampen nun einen Aufzug, um die fünf Ebenen in dem Gebäude barrierefrei zu erreichen. Macht Sinn, denn er vergaß nicht, beim Statistikteil auf die demographische Entwicklung zu verweisen, die eben auch in Apfeldorf stattfindet: 2005 war das Durchschnittsalter noch 39 Jahre, heute sind es 42 Jahre.

Dennoch: Trotz Überalterung dürfen sich die Apfeldorfer über einen vollen Kindergarten (im Durchschnitt 46,5 Kinder/Tag) und eine belebte Grundschule (im Verband mit Kinsau) mit 57 Kindern freuen. Claudia Schenk und ihre Kolleginnen Melanie Kübler und Janine Hertlein lobten die Unterstützung durch die Gemeinde: „Man darf es kaum sagen, aber die Gemeinde erfüllt uns praktisch alle unsere Wünsche“, sagte Schenk.

Ebenso erfreulich: ein lebhaftes Vereinsleben mit Bürgereinsatz. Feuerwehrkommandant Dominik Bauer berichtete von 2271 Arbeitsstunden seiner Feuerwehrfrauen und –männer, Neuanschaffungen und von dem guten Zustand der Ausrüstung. Epple dankte Bauer und seinen Leute, gleichzeitig auch allen freiwilligen Helfern während des Hochwassers 2016.

Sein Dank galt ebenso Schützenmeisterin Evelyn Baab, die das Programm des Gauschießens 2017 im Sommer – übrigens das vierte, das die Apfeldorfer Schützen ausrichten – vorstellte.

Beschwerden? Kamen keine aus dem Publikum. Lediglich die Nachfrage, wann denn nun der neue Hochbehälter kommen solle (2018 oder 2019) und wie hoch die Kosten voraussichtlich pro Bürger sein dürften (etwa 2000 bis 4000 Euro). Ansonsten gab es keinen Kommentar – was bei den Schwaben bedeutet: Gelobt ist, wenn man nix sagt. Man scheint also zufrieden in Apfeldorf. 

Klaus Mergel

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