Schwester Angela Kirchensteiner in Bürgerversammlung zur Ehrenbürgerin ernannt

In Bernried fast alles im Soll

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Schwester Angela Kirchensteiner (mit Blumenstrauß) wurde von Rathauschef Josef Steigenberger (re. daneben) die Ehrenbürgerschaft verliehen. Die weiteren Ehrungskandidaten: Elli Rind-Schmidt, Gaby Dorsch, Rolf Arno Bauer (alle Asyl-Unterstützerkreis), Bernd Schulz, Veronika Fischer, Steffi Wolf, Regine Miltner, Christine Eberl (Soziales Netz), Volker Föhringer (Musikkreis), Maria Theresia Nötting (Pflege des Martinsbrunnens), Hannes Düker (Heimat- und Trachtenverein), Stefan Gehm (Schützenverein), Monika Schiebel (Sportverein), Franz Mayr (Förderverein Sporthalle), Lothar Gössinger (Gartenbauverein), Fritz Krauß (Veteranenverein), Michael Kröninger (Sportverein) und Ursula Kröninger (Sportverein und Bund Naturschutz).

Bernried – Einen wahren Ehrungsmarathon hatte Bürgermeister Josef Steigenberger in der jüngsten Bernrieder Bürgerversammlung zu absolvieren. Sage und schreibe 18 Namen standen auf der Auszeichnungsliste für die goldene Hofmarksmedaille und die silberne Bürgermedaille.

In Bernried läuft eben viel über ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel im Asyl-Unterstützerkreis, beim Sozialen Netz oder beim örtlichen Sportverein, der zusammen mit der Gemeinde den Turnhallenbau stemmte. Nach Altbürgermeister Walter Eberl hat Bernried nun eine zweite Ehrenbürgerin: Schwester Angela Kirchensteiner, die sich durch ihren wohltätigen Einsatz für den Hospizverein Pfaffenwinkel und die Dorfgemeinschaft „höchste Anerkennung“ verdient hat, wie Steigenberger in seiner Laudatio ausführte: „Sie ist Tag und Nacht für ihre Mitmenschen unterwegs.“

Auch sonst verlief die Bürgerversammlung mit rund 90 Besuchern im Hotel Seeblick recht harmonisch. In Bernried läuft derzeit soweit alles nach Plan: Die Turnhalle ist bis auf die Außenanlagen fertiggestellt, der Gemeinderat beschloss erst kürzlich mit breiter Mehrheit den zügigen Ausbau des Sommerkellers sowie des Gemeindezentrums, und der Investor für das seit vielen Jahren brachliegende Schmiedegelände macht nun offenbar ernst: Wie Steigenberger berichtete, sind die Bauleistungen inzwischen komplett ausgeschrieben. Im Frühjahr 2018 soll Baustart für die Wohnanlage mit betreuten Seniorenunterkünften und Gewerbeeinheiten sein. Auch der behindertengerechte Bahnsteigausbau soll im kommenden Jahr über die Bühne gehen, nachdem sich die Bahn und der Eigentümer des Bahnhofsgebäudes auf die Gestaltung der Absatzkante zur gläsernen Schokoladenmanufaktur im Erdgeschoss geeinigt haben: „Die Zusagen für die Unterschriften liegen vor. Jetzt fehlen nur noch die Originalpläne“, so Steigenberger. Der Rathauschef sprach zudem von einem behutsamen Wachstum mit parallel verlaufender Entwicklung von Wohnraum und örtlichen Arbeitsplätzen. Steigenbergers Fazit: „Wir haben eine schöne und gut strukturierte Gemeinde.“

Ein Sorgenthema gibt es allerdings in Bernried: So wird die Gemeinde beim geplanten Erweiterungsbau für Grundschule und Kindergarten hinsichtlich der Planungen noch einmal auf den Resetknopf drücken müssen. Der Grund: Das von den Einrichtungen aufgerufene Raumprogramm lässt sich in die bestehende Bausubstanz am städtebaulich sensiblen Binselberg nicht in einen einfachen Anbau integrieren. Steigenberger berichtete in der Bürgerversammlung von einem „ernüchternden Gespräch“ mit dem beauftragten Architekturbüro: „Da hat man uns gesagt, dass man das aufgerufene Raumprogramm dort nur mit einem Komplettabriss und Neubau verwirklichen kann.“ Einen vermutlich bis zu 15 Millionen Euro teuren Neubau könne sich die Gemeinde aber nicht leisten. Steigenberger favorisiert stattdessen einen „maßvollen Umbau“ für nicht mehr als fünf Millionen Euro. Dazu müsse aber beim Raumprogramm abgespeckt werden: „Es muss geklärt werden, was zwingend notwendig und was Luxus ist.“ Die Projektplanung werde man nicht auf die lange Bank schieben, versprach Steigenberger auf Nachfrage einer Besucherin: „Wir bleiben da mit Hochdruck dran.“

Ein anderer Bürger wollte wissen, wie viel die Gemeinde bereits in die Sanierung des Sommerkellers gesteckt hat. Laut Steigenberger hat der Ausbau des historischen Gewölbes in ein Veranstaltungszentrum bislang 6,5 Millionen Euro gekostet. Etwa die Hälfte der Summe sei aber staatlich bezuschusst worden: „Wir haben seit 2004 rund 3,5 Millionen aus eigener Tasche für den Sommerkeller bezahlt. Das ist vertretbar“, meinte Steigenberger.

Ebenfalls in der Versammlung geäußert wurde der Wunsch nach einer Wiederbelebung des Vereinsheims am Sportplatzgelände. Gerade im Zuge des Turnhallenbaus würde sich das Stüberl als Treffpunkt anbieten, so die Meinung eines Versammlungsteilnehmers.

Steigenberger bat jedoch um Geduld. Man habe die Wiederbelebung des Sportheims zwar auf dem Schirm, wolle aber erst den Turnhallenbau „sauber abwickeln“.

Von Bernhard Jepsen

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