Abschied mit Tränen

Rathauschef Josef Steigenberger leitete zum letzten Mal eine Bernrieder Bürgerversammlung

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Urkunde und Medaillen: Josef Steigenberger (li. außen) und zweiter Bürgermeister Robert Schiebel (re.) ehrten (v.l.) Leon Kemmelmeier, Sepp Hörmann und Gerd Bauer. Nicht auf dem Foto ist Adina Landschoof.

Bernried– Die jüngste Bürgerversammlung war die letzte unter der Regie von Bürgermeister Josef Steigenberger. Der 63-Jährige wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr für eine vierte Amtsperiode kandidieren.

In seinem Rechenschaftsbericht blickte Steigenberger vor rund 100 Besuchern im Hotel „Seeblick“ auf die wesentlichen Projekte seiner Amtszeit zurück. Demnach seien rund 40 Mio. Euro in den vergangen 18 Jahren in den Ort investiert worden. „Damit haben wir eine Basis geschaffen, um uns weiterzuentwickeln“, erklärte Steigenberger – wobei es zunächst darum gegangen sei, die eigenen Bürger zufriedenzustellen: „Unser Fokus liegt nicht so sehr auf Wachstum.“

Steigenberger listete einzelne Investitionsprojekte auf, wie Kauf und Ausbau des Sommerkellers, Neubau der Sporthalle und Neubau des Wasserwerks. Er verwies auf den „Höhepunkt“, die Verleihung der Goldmedaille beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Jahr 2007, aber auch auf die Geothermie-Pläne, die „leider nicht funktioniert“ haben. Steigenberger betonte, dass er „fest entschlossen“ sei, bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr anzutreten: „Mir macht es immer noch großen Spaß, aber bis 70 arbeiten, das will ich nicht“, erklärte der 63-Jährige.

Diese Aussage gefiel wiederum der ebenfalls bei der Versammlung anwesenden Andrea Jochner-Weiß „gar nicht“: „Dass ein Bürgermeister, der für eine Gemeinde so viel getan hat, aufhören will, ist eine bittere Pille“, konstatierte die Landrätin mit Tränen in den Augen. Steigenberger sei für sie „ein guter Freund“, mit dem sie sich immer habe austauschen können. Als Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags habe er auch für den Landkreis „ganz viel gemacht“: „Das haben wir nun bald nicht mehr“, bedauerte die Landrätin. Steigenberger hinterlasse in Bernried ein „riesengroßes Erbe“.

Inhaltlich ging Jochner-Weiß unter anderem auch auf den ÖPNV und eine Eingliederung in den MVV ein. Sollte die Machbarkeitsstudie positiv ausfallen, wäre die Tariferweiterung auf den Landkreis Weilheim-Schongau im Herbst 2023 denkbar. Die Landrätin verwies aber ausdrücklich darauf, dass es sich nur um einen Tarifverbund handeln würde: „Damit wird keine S-Bahn bis Schongau fahren. Das werden wir alle nicht mehr erleben.“

Die Bürgerversammlung verlief wie gewohnt ruhig und entspannt. Große Aufregerthemen gibt es im Klosterdorf nicht. Ein Versammlungsteilnehmer kritisierte, dass auf der Weilheimer Straße zu schnell gefahren wird. Laut Steigenberger haben die zuständigen Behörden eine Beschränkung auf Tempo 30 bislang abgelehnt. Es soll noch einmal Gespräche und einen Ortstermin geben.

Auf der Tagesordnung standen schließlich noch Ehrungen. Unter anderem wurde Sepp Hörmann für 50 Jahre als „Dorf-Kanonier“ mit der silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet. Die goldene Hofmarksmedaille bekam Feuerwehrkommandant Gerd Bauer, der seit 18 Jahren in leitender Funktion für die Bernrieder Floriansjünger aktiv ist. Ebenfalls auf der Ehrungsliste standen mit der Verleihung einer Ehrenurkunde Dr. Adina Landschoof, die sich vier Jahre um die Koordination des 25-köpfigen Schulweghelferteams kümmerte und Leon Kemmelmeier, der beim „Stadtradeln“ die meisten Einzelkilometer (1752 km) unter 59 Bernrieder Teilnehmern verbuchte.

Von Bernhard Jepsen

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