Breitbandausbau und Mobilfunk

Bürgerversammlung in Wessobrunn

Bürgerversammlung Wessobrunn
+
Das Interesse an der Bürgerversammlung war mit 80 Besuchern recht groß.
  • Roland Halmel
    VonRoland Halmel
    schließen

Wessobrunn – Nur um zwei Themen drehte sich die erste Bürgerversammlung von Wessobrunns Rathauschef Georg Guggemos, der inzwischen fast eineinhalb Jahre im Amt ist. In der Mehrzweckhalle ging es über drei Stunden um den Breitbandausbau und um den Mobilfunk in der Klostergemeinde.

„Es freut mich, dass so viele gekommen sind“, begrüßte Guggemos die rund 80 Anwesenden. „Leider mussten wir auch ein paar heimschicken“, ergänzte Guggemos nach der Überprüfung der 3G-Regeln im Vorraum der Halle. In der übernahm zunächst der Rathauschef die einleitenden Worte mit der Vorstellung der Eckdaten für den Breitbandausbau, der Anfang September in Forst begann. „Wir haben da auch einen Verhandlungserfolg erzielt, so dass das Ortszentrum von Forst sowie die angrenzenden Weiler Eck, Feuchten und Burgstall bereits bis Ende 2021 freigeschaltet werden“, berichtete Guggemos. Während der Bauarbeiten sind mit Ausnahme von Eck keine Straßensperrungen geplant. Der Rathauschef appellierte im Anschluss an alle, die von der Telekom einen „Mitbenutzervertrag“ (MBV) bekamen, in dem die Aufstellung von Netzverteilerkästen (NVT) geregelt ist, diesen zu unterschreiben. „Sonst müssen wir uns Alternativen überlegen“, erklärte Guggemos, was zu Verzögerungen führen kann.

Josef Scherl lobte danach die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Das ist schließlich kein einfaches Projekt“, sagte der Telekom-Verantwortliche für die Region Süd. Auch er richtete einen Appell an die Wessobrunner bis Mitte Oktober sich für einen Anschluss zu entscheiden. „Jetzt kostet er noch nichts, später mindestens 799 Euro und das ist bei weitem nicht kostendeckend“, führte Scherl aus, der danach anhand einer Karte den Trassenverlauf der 29 Kilometer langen Leitungen und die Standorte der 27 benötigten NVT aufzeigte. „Aus Kostengründen hat der alte Gemeinderat entschieden, ein paar oberirdische Leitungen zu verlegen, es kann aber mit den Grundbesitzern abgesprochen werden, ob eine unterirdische Verlegung möglich ist“, erläuterte Scherl, der bisher 330 Rückmeldungen der insgesamt 440 Haushalte in Forst, Paterzell und Haid bekam, die in das Ausbauprogramm fallen. Gebaut wird solange die Temperaturen nicht deutlich unter null Grad fallen. „Nach Forst gehen wir Paterzell an. Richtung Zauberhütte und Birkland fehlen uns noch ein paar MBV“, blickte Scherl abschließend voraus, ehe Thomas Meisl von der bauausführenden Firma Nibler sein Team vorstellte. „Sie sind jederzeit ansprechbar und Probleme werden umgehend geklärt“, versprach Meisl vor der Fragerunde, bei der es unter anderem um die Verträge und die Leitungsverlegung ging. „Wenn weitere Fragen auftauchen, einfach eine Mail schreiben. Ich kann ihnen aber versichern, dass wir alle anschließen, die es möchten“, erklärte Scherl.

Im zweiten Teil der Versammlung ging es um den Mobilfunk, bei dem Dr. Thomas Kurz vom Landesamt für Umwelt zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen und die möglichen Gefahren erläuterte. „Es gibt keinen Zusammenhang von Basisstationen und irgendwelchen gesundheitlichen Störungen“, erklärte der Experte. „Das Handy ist das größere Problem als die Basisstation“, ergänzte Dr. Kurz, da das Mobiltelefon – je schwächer das Netz ist – umso stärker „strahlen“ muss, um eine Verbindung aufbauen zu können. „Sie sollten Vertrauen in die Gesetzgebung und die Grenzwerte haben“, schloss Dr. Kurz seinen Vortrag, den Scherl noch mit einigen Informationen ergänzte. „Jede Kommune, die sich auf die Zukunft vorbereitet, darf nicht nur über Breitband, sondern muss auch über Mobilfunk reden“, erklärte Scherl, der vermeldete, dass in Deutschland inzwischen bereits 80 Prozent der Bevölkerung mit 5G telefonieren können. Das ist auch über den einzigen Mobilfunkstandort in Wessobrunn am Klostergut der Fall. Diese Station bietet auch guten Empfang für die nähere Umgebung. In Forst ist er allerdings sehr schlecht. Deshalb soll dort ein Sendemast aufgestellt werden. „Der wird im Auftrag von Vodafone gebaut und wird alle Anbieter umfassen“, berichtete Frank-Peter Käßler von der Telekom, der zum Ende der über dreistündigen Versammlung mit einem weiteren Aufruf schloss. „Ich kann nur an alle in der Gemeinde appellieren das Vorhaben zu unterstützen.“

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Soldaten arbeiten im einstigen Verlagshaus in Weilheim
Weilheim
Soldaten arbeiten im einstigen Verlagshaus in Weilheim
Soldaten arbeiten im einstigen Verlagshaus in Weilheim
Biomasse-Heizzentrale für Weilheim
Weilheim
Biomasse-Heizzentrale für Weilheim
Biomasse-Heizzentrale für Weilheim
Tödlicher Verkehrsunfall in Oberhausen
Weilheim
Tödlicher Verkehrsunfall in Oberhausen
Tödlicher Verkehrsunfall in Oberhausen
Leben retten mit Herz und Verstand
Weilheim
Leben retten mit Herz und Verstand
Leben retten mit Herz und Verstand

Kommentare