Bürgerversammlung in Oberhausen – Anfrage für Bau eines Supermarktes: Bürger werden gehört

Viele Projekte ohne Schulden

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Voll im Zeit- und Kostenplan liegt der Neubau der Kindertagesstätte im Ortszentrum von Oberhausen.

Oberhausen – Viele Ratsvorstände dürften Oberhausens Bürgermeister darum beneiden, dass er bei der Bürgerversammlung – schon traditionell – wieder einen Haushalt ohne Schulden präsentieren konnte, obwohl 2017 mehrere kostspielige Investitionen in Angriff genommen wurden.

Das größte Projekt stellt die neue Kindertagesstätte dar, die mitten im Ortszentrum entsteht. Allein für die Baumaßnahmen sind 2,7 Mio. Euro veranschlagt. Laut Bürgermeister Thomas Feistl liegen die Arbeiten voll im Zeitplan und nach jetzigem Stand konnten die Baukosten bisher sogar um circa 90 000 Euro unter den geplanten Ausgaben gehalten werden. Der Bau sei dringend notwendig gewesen, so Feistl, der jetzige Kindergarten sei „übervoll“ und für die Kita hätten schon Bewerbungen abgelehnt werden müssen. Neben der ursprünglichen Nutzung des Gebäudes als Kita und Kindergarten ist nun geplant, in den Nachmittagsstunden eine Hortgruppe einzurichten.

„Damit können wir auf einen Erweiterungsbau an der Huglfinger Schule verzichten und die Räume stehen zu dieser Tageszeit ohnehin zum Teil leer“, begründete Feistl diese Entscheidung.

Eine weitere wichtige Baumaßnahme stellt der Umzug des Bauhofes in das Gewerbegebiet dar und damit verbunden ist der Umbau des alten Bauhofes. Dort sollen die neue Pelletheizung für Kindertagesstätte, Feuerwehrhaus und Rathaus, ein öffentliches WC sowie Funktionsräume für die örtlichen Vereine Platz finden.

Für die Feuerwehr musste ebenfalls tief in die Tasche gegriffen werden, da der alte Mannschaftswagen nach über 20 Jahren durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden musste, das neben dem Mannschafts- auch für den Gerätetransport genutzt werden kann. Von den 115 000 Euro übernahm der Freistaat 32 000 Euro.

Weitere Ausgaben waren für Reparaturarbeiten am Hochwasserbehälter in Berg (25 000 Euro) und die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED (45 000 Euro) fällig. Mit der Beteiligung der Gemeinde am örtlichen Stromnetz über das Regionalwerk Oberland (350 000 Euro) soll eine Absicherung gegen den Stromnetzverkauf erreicht werden. Für die Investition werden circa 3,5 Prozent Rendite erwartet.

Feistl berichtete von einer Anfrage der Einzelhandelskette „Rewe“, die an der B 472 nördlich der Einmündung der Dorfstraße einen Supermarkt mit Getränkeabteilung und insgesamt 1 200 m2 Verkaufsfläche errichten möchte. Um die Akzeptanz der Bevölkerung festzustellen, „wollen wir in den nächsten Wochen eine Bürgerbefragung per Post durchführen“, versprach Feistl.

Ammer, Ach und ihre Nebenflüsse prägen das Ortsbild, stellen aber auch eine potenzielle Hochwassergefahr dar. Grund genug, dass mit Bernhard Müller und Anton Höck zwei Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim über die Aktivitäten ihrer Behörde im Gemeindegebiet berichteten. Derzeit sind zwei Baumaßnahmen in Gang, eine in Maxlried an der Ach und eine weitere in Talhausen an der Ammer (siehe Seite 3). Die Uferbefestigung an der Ach sei notwendig geworden, „weil dort der Biber die Uferböschung unterhöhlt hat“, so Müller. Ohne die Befestigungsarbeiten wäre die Sicherheit der angrenzenden Straße nicht mehr gewährleistet gewesen. Die vorläufigen Kosten hierfür bezifferte er auf circa 100 000 Euro.

Höck berichtete über den Stand der neuen Kartierung der Gemeindeflur zur Einschätzung der Hochwassergefährdung. So sei mittels Laserscanflügen und Querprofilaufnahmen eine neue Berechnungsgrundlage vorhanden gewesen und auf dieser Basis eine neu Kartierung erarbeitet worden, aus der unter anderem die HQ100-Gefährdung, also die Überflutung bei einem hundertjährigen Hochwasser, hervorgeht. Das Kartenmaterial ist zur Genehmigung beantragt und im Internet abrufbar. Laut Höck soll die Einstufung in verschiedene Gefährdungsstufen den Anwohnern einen Hinweis darauf geben, ob und wie sie ihre Gebäude schützen sollen, und eine Entscheidungshilfe für die Ausweisung von Neubaugebieten sein. „Bestehendes Baurecht ist davon unberührt“, betonte Höck, allerdings könnten bei Baumaßnahmen zusätzliche Auflagen gemacht werden, um benachbarte Grundstücke nicht zu gefährden.

von emh

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