Bürgermeister Grünbauer vermeldet Fortschritte beim Thema Radweg an der Birkenallee

Keine Neuverschuldung in Pähl

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Bürgermeister Werner Grünbauer dankte Bettina von Stauffenberg (re.) für ihr Engagement in der Gemeindebücherei und dem langjährigen Bauleitplaner Fritz Erhard (li.).

Pähl – Mit einer schlechten und einer guten Nachricht eröffnete Bürgermeister Werner Grünbauer die Bürgerversammlung im Pähler Pfarr- und Gemeindezentrum.

Nach dem kommunalen Abgabengesetz (KAG) sind bayerische Gemeinden grundsätzlich verpflichtet, eine Straßenausbaubeitragssatzung zu erlassen und die Anlieger zur Kasse zu bitten, wenn Straßen erneuert oder ausgebessert werden müssen. Bei einer Neuverschuldung der Gemeinde verweigert das Landrats-

amt die Absegnung des Haushalts, wenn diese Satzung nicht vorliegt beziehungsweise befolgt wird. Die gute Nachricht: Die Gemeinde Pähl benötigt derzeit noch keine Beitragssatzung, weil das örtliche Straßennetz in Schuss und keine Neuverschuldung geplant ist.

Aufatmen bei den Pählern, denen Grünbauer noch den Unterschied zum Erschließungsbeitrag bei einer erstmaligen Erschließung, wie in einem Neubaugebiet, erklärte. Hier besteht nach dem BauGB eine gesetzliche Pflicht zur Mitfinanzierung durch die Grundstückseigentümer. Das kalkulieren auch die Bauherren ein, die sich in Pähl ansiedeln wollen. Laut Grünbauer erreichen die Gemeinde jährlich bis zu 150 Anfragen nach Bauland. Allein für die sieben Grundstücke in der Tassilostraße-Süd hätte es 26 Bewerbungen gegeben.

Nach einem Gemeinderatsbeschluss erfolgt nur eine restriktive Ausweisung von Neubauflächen im Außenbereich, wobei 40 Prozent für das Einheimischenmodell reserviert werden – eine Vorreiterrolle in ganz Bayern. Im Innenbereich wird eine großzügige Verdichtung angedacht, ohne den Dorfcharakter Pähls zu beeinträchtigen.

Bei der baulichen Entwicklung Pähls ging der Bürgermeister speziell auf das Gut Kerschlach ein, wo neben einer neuen Reithalle neue Wohneinheiten entstehen. Grund sind die Einstellung der defizitären Landwirtschaft und die Generationsübergabe an die Töchter des Eigentümers. Pähl habe die Vorhaben genehmigt, um einen Verkauf und eine vielleicht unangenehme Umnutzung zu verhindern. Organisationen wie die Scientology-Bewegung seien ganz scharf auf solch abgelegene Güter wie das in Kerschlach, so Grünbauer.

Das neue Gewerbegebiet sei vollständig belegt, wobei sich hier auch drei einheimische Betriebe ansiedeln werden. Die Bäckerei Kasprowicz komme mit 140 Arbeitsplätzen. Der geplanten Umnutzung des PGZ-Stüberls als Hort beziehungsweise Kindergarten muss die Kirchenverwaltung noch zustimmen. Der Umbau koste rund 200 000 Euro, ein Neubau würde locker eine Million verschlingen. Die Kinderzahl in Pähl steigt, darum mache man sich beizeiten Gedanken über eine Erweiterung der Grundschule. Da bis zu 200 m2 für zusätzliche Klassenräume benötigt werden, könnte man das benachbarte Rathaus einbeziehen. Ob diese Lösung, eine Bestandserneuerung der Gemeindeverwaltung oder ein Rathaus-Neubau in Frage kommt, wird der Gemeinderat beraten.

Für das Erholungsgebiet Aidenried wurde wegen immenser Kostenüberschreitung eine neue Ausschreibung veranlasst. Die überfällige Gastwirtschaft solle im nächsten Jahr gebaut werden, wobei im Sommer schon ein Biergartenbetrieb geplant ist. Die Badeinsel wird bereits im Winter angeliefert und im Frühjahr installiert.

Ein Schwerpunkt war auch das Dauerthema Radweg Birkenallee. Die Notwendigkeit sei nicht mehr wegdiskutierbar, wie Grünbauer betonte. Ebenso sei der Bau naturschutzfachlich eindeutig machbar. Nur die dem Naturschutz nahe stehenden Beamten der Regierung von Oberbayern würden noch mauern. Hoffnung auf einen Fortschritt gebe die Gesprächsrunde am 9. Januar 2018 in München, die auf Veranlassung von Umwelt- und Verbraucherschutz-Ministerin Ulrike Scharf anberaumt wurde. Hier stellen sich die Amtschefs von Umwelt- und Innenministerium den Bürgermeistern Grünbauer (Pähl), Martin Höck (Raisting) und Herbert Kirsch (Dießen), den Landräten Andrea Jochner-Weiß (Weilheim-Schongau) und Thomas Eichinger (Landsberg). Dabei sind die Stimmkreisabgeordneten Alex Dorow und Harald Kühn (beide CSU).

Zum Abschluss der Versammlung gab es zwei wehmütige Abschiede. Bettina von Stauffenberg gibt nach 21 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit die Leitung der Gemeindebücherei auf. Bürgermeister Grünbauer dankte der gelernten Buchhändlerin für ihren enthusiastischen Einsatz, aus der kleinen Bücherei eine lebendige Musterbücherei nach modernsten Maßstäben geformt zu haben. Ihre Aufgabe übernimmt künftig Astrid Weber. Das zweite Abschiedspräsent ging an den Landschaftsplaner und Architekten Fritz Erhard, der 33 Jahre lang als Bauleitplaner für die Gemeinde Pähl tätig war. „Ihm haben wir maßgeblich zu verdanken, dass Pähl einer der attraktivsten Orte im Alpenvorland ist“, so Grünbauer über Fritz Erhard, der sein berufliches Engagement aus Altersgründen „etwas runter schraubt“.

Von Dieter Roettig

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