Weilheimer Bürgerversammlung stößt auf mäßiges Interesse

Viele sind daheim geblieben

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Bürgermeister Markus Loth und Hauptamtsleiterin Karin Groß stellten als „neueste Errungenschaft der Stadt“ den E-Golf vor. Nach 190 Kilometern muss der sparsame, geräuschlos fahrende Golf wieder an die Steckdose. Pro 100 Kilometer kommt das Auto mit drei Euro Stromkosten aus.

Weilheim – Rundum zufrieden oder desinteressiert? Diese Frage drängte sich bei der jüngsten Bürgerversammlung auf. In der Stadthalle hatten sich um 20 Uhr nur zirka 100 Besucher – Stadträte inclusive – eingefunden, um sich über aktuelle Vorhaben in der Stadt zu informieren.

Peter Neumeyer gehörte zu den wenigen, die nach dem Bericht des Bürgermeisters vors Mikrofon traten. Zuvor hatte Planerin Mechthild Glab den Zuhörern die Ergebnisse der Busbahnhof-Wettbewerbs präsentiert und Stadtbaumeister Wolfgang Frank die Planungen für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs vorgestellt (wir berichteten).

Bei seinen täglichen Spaziergängen mit dem Hund an der Ammer, berichtete der Weilheimer Neumeyer, ärgert ihn im Bereich des Wehres der angesammelte Müll. „Die Stadt soll hier Abfallkörbe aufstellen“, forderte er. Bürgermeister Markus Loth entgegnete, dass Abfalleimer gerade im Außenbereich gern „für massenweises Ablagern von Schrott“ missbraucht werden. Auf Neumeyers zweite Frage, warum es in Weilheim keine gelben Tonnen gibt („die Säcke werden schon Tage vor der Abholung rausgestellt, von den Vögeln aufgepickt und der Müll verstreut“) hatte auch Stadt- und Kreisrat Karl-Heinz Grehl eine Antwort parat: Eine Tonne, die neben Verpackungen weitere Wertstoffe aufnimmt, sei zwar vor Jahren in der Diskussion gewesen, derzeit aber „nicht spruchreif“. Loth ist das Problem bekannt. Das Ordnungsamt gehe der Sache nach, versprach er.

Ein Bahnpendler monierte die fehlenden Überdachungen bei den Fahrradabstellplätzen auf der Ostseite des Bahnhofs und erfuhr, dass dieses Manko bei der Neuplanung berücksichtigt wird. Ein dritter Weil­heimer beschwerte sich über das „Rütteln in den Zügen“ – allerdings an falscher Stelle. Bürgermeister Loth versprach, sein Anliegen an DB Regio weiterzuleiten. 

Das war´s auch schon, mehr Beiträge aus der Bürgerschaft gab es nicht. Auch kein Wort zu der ins Stocken geratenen Ampelumstellung in Weilheim, die zum Ärgernis aller Verkehrsteilnehmer tagtäglich lange Warteschlangen zur Folge hat.

Weilheim wächst: Heute leben in der Kreisstadt 22 226 Bürger, das sind 407 Einwohner mehr als 2012. Über zehn Prozent davon sind ausländische Mitbürger, war Bürgermeister Loths halbstündigem Bericht zu entnehmen. Finanztechnisch sieht er die Stadt gut aufgestellt: Die Gewerbesteuer ist wieder angesprungen, und die staatlichen Steuerbeteiligungen sprudeln stärker als erwartet. 

Für den Hochwasserschutz an Anger- und Stadtbach finden nach Aussage des Bürgermeisters derzeit letzte Abstimmungsgespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt statt. Nach jüngsten Berechnungen sind die Baukosten auf 20,2 Mio. Euro gestiegen.

Das Thema Asyl brennt dem Landkreis unter den Nägeln. Landrätin Andrea Jochner-Weiß rechnet bis Ende Dezember mit bis zu 500 weiteren Asylsuchenden. Nach derzeitiger Prognose beherbergt der Landkreis dann zirka 830 Asylbewerber. Jochner-Weiß appellierte, jede freie Unterkunft zu melden. Für den „Notfall“ seien die Berufsschulturnhallen in Weilheim und Schongau vorgesehen. 

Um 21.20 Uhr erklärte Loth die Bürgerversammlung für beendet. Peter Neumeyer war zufrieden, seine Anliegen vorgebracht zu haben: „Letztes Jahr habe ich die kaputten Zäune entlang der Bahngleise kritisiert. Das war sehr gefährlich für spielende Kinder. Die Bahn hat sie inzwischen reparieren lassen. Manchmal bringt’s was, wenn man sich für eine Sache einsetzt.“

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