Wenig Diskussion aber viele Informationen bei der Wessobrunner Bürgerversammlung

Blick zurück und nach vorne

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Gut gefüllt präsentierte sich die Wessobrunner Mehrzweckhalle bei der Bürgerversammlung.

Wessobrunn – Wenig Grund zu Klagen gibt es offensichtlich bei den Wessobrunnern. Das war der Eindruck bei der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle. Rund 120 Be- sucher lauschten dabei den Ausführungen von Bürgermeister Helmut Dinter. Große Nachfragen oder kritische Worte blieben dabei am Ende aber aus.

In der Fragerunde ging es um die Energiewende, im Speziellen um die Windkraft, die im Klosterort in kleinerem Umfang durchaus noch ein Thema ist. „Wir wollen zwei kleinere Windräder auf den Wasserreserven installieren“, führte der Rathauschef aus. Die beiden Projekte befinden sich aber noch in der Genehmigungsphase. Darüber hinaus wollte ein interessierter Bürger wissen, was am Verkauf des Klosterguts dran wäre. „Meines Wissens gar nichts. Ein Makler wurde zwar eingeschaltet, aber da geht es wohl nur darum, rauszufinden, was es wert ist“, erklärte Dinter. Er war zuvor ausführlich auf das abgelaufene Jahr und die Zahlen eingegangen. Mit 2 160 Einwohnern hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Anzahl der Kinder ging jedoch zurück. Im laufenden Jahr gab es nur 15 Geburten und damit deutlich weniger als 2012, als es noch 26 waren. Erfreulicherweise rückläufig ist auch der Schuldenstand, der Ende des Jahres noch 1,2 Millionen Euro betragen wird. Das Durchschnittsalter der Wessobrunner geht dagegen weiter nach oben. In den vier Ortsteilen liegt es inzwischen bei deutlich über 40 Jahren.

Nicht zuletzt deshalb hat sich die Gemeinde auch das Thema „Versorgung der älteren Mitbürger“ als Aufgabe für die Zukunft auf die Fahnen geschrieben. Der Einkaufsbus nach Peißenberg, bekannt als „Tante Emma-Bus“, der gerade ältere Bürger mobil halten soll, wird aber nur verhalten angenommen. Geplant sind jetzt in Forst und Wessobrunn Projekte für die Tagesbetreuung älterer Menschen. 

Immer ein Thema ist die Sanierung des umfangreichen Straßen- und Wegenetzes. Unter anderem ist dabei eine „kleine Flurbereinigung“ geplant, bei der die Landkarten und die Wirklichkeit wieder in Übereinstimmung gebracht werden sollen. Beschäftigen muss sich die Gemeinde mit der Aufnahme von Asylsuchenden. „Hier sind auch die Kirchen gefordert“, meinte Dinter, der das Engagement einiger Wessobrunner in der vor Kurzem ins Leben gerufenen Nachbarschaftshilfe ausdrücklich lobte. 

Weniger glücklich war er dagegen mit der kleinen und großen Politik. Am Landratsamt kritisierte er den geplanten Neubau der Berufsschule – „Das ginge auch billiger“ – und in Richtung Brüssel und Berlin schoss er gegen das geplante Freihandelsabkommen. „Dagegen müssen wir uns wehren“, meinte der Bürgermeister, der die Gelegenheit nutzte, um die im Mai ausgeschiedenen Gemeinderäte offiziell zu verabschieden.

Von Roland Halmel

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