Viel Information und etwas Wahlkampf

180 Besucher bei Wessobrunner Marathon-Bürgerversammlung

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Bürgermeister Helmut Dinter hatte bei der Bürgerversammlung ein volles Haus.

Wessobrunn – Viel Sitzfleisch war von den Besuchern der Bürgerversammlung gefordert. Fast dreieinhalb Stunden gab es in der Mehrzweckhalle Zahlen, Fakten, Diskussionen und ein wenig Wahlkampf.

Groß war der Andrang bei der letzten ordentlichen Bürgerversammlung in dieser Wahlperiode. Kurzfristig mussten noch Stühle und Tische aufgestellt werden, um die rund 180 Besucher unterzubringen. „Es freut mich, dass so viele gekommen sind“, begrüßte Bürgermeister Helmut Dinter die Teilnehmer, ehe er das umfangreiche Zahlenwerk vorstellte. „Wir sind ein fruchtbarer Ort“, freute sich Dinter über die auf 28 gestiegene Geburtenzahl. Wobei sich dadurch kein eklatanter Einwohnerzuwachs (von 2 270 auf 2 288) einstellte, da auch die Sterbefälle angestiegen sind. Bei Beerdigungen geht der Trend zur Urnenbestattung, die inzwischen 45 Prozent ausmacht. Stark gestiegen sind im letzten Jahr die Ausgaben für beide gemeindliche Kindergärten. „Das liegt auch an der gestiegenen Nutzung“, erläuterte Dinter die rund 480 000 Euro, die die Gemeinde dafür in die Hand nahm. Die im Vorjahr neu eingeführte Mittagsbetreuung der Grundschüler in Forst, die in 2019 und 2018 zusammen rund 30 000 Euro gekostet hat, wird mit aktuell 22 Kindern gut angenommen, führte der Rathauschef aus.

Positiv entwickeln sich die Schulden. Mit aktuell 1,2 Mio. Euro liegt Wessobrunn unter dem Landesschnitt. „Mit Guthaben von fast 2,0 Mio. Euro sind wir sozusagen schuldenfrei“, erläuterte Dinter zufrieden. Das erste Jahr als Besitzer des Klosterguts ist so gelaufen wie erwartet. Die Sonderfaktoren Öleinkauf und Einbau einer Heizung, wodurch eine weitere Wohnung vermietet werden kann, herausgerechnet, landete die Gemeinde bei dem avisierten kleinen vierstelligen Minus.

Ausführlich ging Dinter auf die Personalkosten ein und verkündete, wer die Nachfolge des im Januar in den Ruhestand gehenden Kämmerers Jakob Schleich antreten wird. „Wir sind froh, mit Melanie König eine junge, dynamische Person dafür gefunden zu haben“, stellte Dinter die neue Finanzchefin der Gemeinde vor, ehe die Bauvorhaben im Ort präsentiert wurden.

Gemeinderat Uli Klitzner ging auf die gescheiterte Bauleitplanung an der historischen Ortsdurchfahrt ein. Annemarie Bösl erklärte die Umstände, durch die das Bauvorhaben in Wolfhof scheiterte und Wolfgang Soglowek von der Arbeitsgruppe „Keller-Liesl-Haus“ berichtete über das Dorfladenprojekt. Beide letztgenannten Themen standen im Mittelpunkt der Fragerunde. Leopold Hahn monierte beim Wolfhof die wohl zu hoch gesteckten Erwartungen der Gemeinde, dass an der Stelle Bauland ausgewiesen werden könnte. Für seine Einwendungen erntete er heftigen Widerspruch von den Forster Gemeinderäten. Marianne Post regte einen Gehweg in Haid an, damit Senioren sicher zum Dorfladen kommen. Die überörtliche Rechnungsprüfung, deren Bericht bisher noch nicht im Gemeinderat war, kam ebenso zur Sprache wie der ungeliebte Landschaftsplan, der möglicherweise bald vom Tisch sein wird.

Zwischendurch gab es Lob für die Arbeit von Bürgermeister und Rat und für den Bau der Toiletten in Forst. Kritische Worte bekam Dinter für seine Äußerungen über die Landrätin, das Landratsamt und die hohen Kosten für den Rathaus-

umbau. Der Sportverein monierte verschwundenes Papier bei den letzten Sammlungen, es gab die Forderung nach einem Gewerbegebiet und die Bitte, die Türe am neuen Spielplatz geschlossen zu halten. „Einiges dürfte auch dem Wahlkampf geschuldet sein“, schloss Dinter die Versammlung.

Von Roland Halmel

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