Bürgerversammlung in Wielenbach – Elternbeirat bemängelt Situation im Gemeindekindergarten

Großer Redebedarf

+
Bürgermeister Korbinian Steigenberger bei der Versammlung im Gasthof „Neuwirt“.

Wielenbach – Was sich in und um ihre Gemeinde abspielt, ist den Wielenbachern alles andere als egal.

Das zeigte sich bei der Bürgerversammlung am Dienstag Abend. Bis nach 23 Uhr blieb der Saal des Gasthofes „Neuwirt“ nahezu voll besetzt. Die Aufregerthemen des Abends waren vor allem die Planungen zum dreispurigen Ausbau der B2, die von Andreas Lenker, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Weilheim, vorgestellt wurden (Bericht folgt) und die momentane Situation im Gemeindekindergarten „Schatzkiste“.

Zuerst gab Bürgermeister Korbinian Steigenberger einen Überblick über die Vorgänge in der Gemeinde, die gerade 3 249 Bürger beheimatet. Die Kosten für Wasser, die aktuell bei 67 Cent pro m³ liegen, werden durch die Sanierung des Hochbehälters etwas ansteigen. Die Anhebung werde knapp zehn Cent pro m³ ausmachen. Auf dem Wielenbacher Friedhof steht zudem an der Südseite eine Erweiterung der Urnennischen an. Die Finanzlage der Gemeinde sei auch 2017 gut gewesen, so der Bürgermeister. Der Überschuss im Verwaltungshaushalt beläuft sich auf rund 474 000 Euro, die dem Vermögenshaushalt zugeführt werden können. Insgesamt ergab sich allerdings kein Überschuss. Die Rücklagen betrugen zum 31. Dezember 2017 269 000 Euro. Die Schuldenreduzierung laufe weiterhin planmäßig. Der Schuldenstand lag am 31. Dezember 2017 bei 2 153 000 Euro. Verantwortlich für die hohe Summe sei die Finanzierung des Grunderwebs für das Baugebiet „Weilheimer Straße“. Die Rückzahlung soll durch die Verkaufserlöse erfolgen. Der Doppelhaushalt 2018/19 wird gerade aufgestellt.

In Sachen Wohnbauflächen ist geplant, das Baugebiet an der Weilheimer Straße und das Misch-/Dorfgebiet an der Pähler Straße auszuweisen sowie das Baugebiet Gallusstraße zu erweitern. Zudem überarbeitet die Gemeinde die Richtlinien für das Einheimischenmodell nach den Vorgaben des Leitlinienkompromisses (EU/BRD). Ein Fachanwalt bereitet gerade einen Entwurf vor, der in Kürze im Gremium präsentiert werden soll.

Des Weiteren ist ein neuer Grundsatzbeschluss zu Baugebietsausweisungen in Arbeit. Konkret wurde beim Baugebiet „Weilheimer Straße“ der Vorentwurf bereits mit dem Gemeinderat abgestimmt. In Planung sind dort Grundstücke für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser und mehrgeschossigen Wohnungsbau. Ein Teilbereich ist für das Einheimischenmodell vorgesehen. Geklärt werden müssen aber noch verschiedene Fragen wie die Erschließung und Verkehrsberuhigung.

In Sachen Planungen und Untersuchungen zu Straßenausbaumaßnahmen ist bei der Edelweißstraße (Teilabschnitt Ost) und der Blumenstraße (Teilabschnitt Süd) die Vorplanung erfolgt. Allerdings fehlt noch der Grunderwerb. Vor der Ausschreibung wird es eine Anliegerversammlung geben. Bei dem Geh- und Radweg Alte Münchner Straße fehlt ebenfalls der Grunderwerb. Die Gehwege der Ortsdurchfahrt Haunshofen sollen im Rahmen der Dorferneuerung ausgebaut werden. Genauso sieht es bei einem Teilabschnitt der Bahnhofstraße in Haunshofen aus.

Was die Straßenausbaubeitragssatzung, die rückwirkend bis zum 1. Januar 2018 abgeschafft werden soll, angeht, hofft die Gemeinde wegen ihrer Satzung auf einen Vorteil. Bei der geplanten Bezuschussung könnte sie eine pauschale Finanzierungsbeteiligung durch den Staat erhalten. Keine guten Ergebnisse lieferte eine vor Kurzem durchgeführte Straßenzustandserfassung. Demnach sind nur circa zwei Prozent der befestigten Verkehrsflächen in einem sehr guten Zustand. Etwa 39 Prozent befinden sich in einem guten, ungefähr 43 Prozent in einem mittelmäßigen und circa 16 Prozent in einem schlechten Zustand. Damit liege Wielenbach im Mittelfeld, aber deutlich unter dem Durchschnitt. Ohne Maßnahmen würde der Straßenzustand bis 2027 einen kritischen Zustand erreichen, sagte Steigenberger. Sinnvoll sei ein Szenario mit einem Bauprogramm mit begrenztem Budget. Mit 400 000 Euro pro Jahr würde sich der Zustand verbessern.

Beim Ortszentrum Wielenbach ist der Neubau des Rathauses und des Bürgersaals beschlossene Sache. Bei dem Vereinsgebäude, das auf dem bisherigen Rathausgelände entstehen soll, soll die Planung und Entwicklung durch die Vereine erfolgen. Die Gemeinde sei bereit einen „angemessenen finanziellen Beitrag“ zu leisten, sagte der Bürgermeister. Für Rathaus und Bürgersaal soll in Kürze ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden.

Wünsche und Anträge

Unter dem Punkt „Wünsche und Anträge“ wurde es dann nochmal spannend. Der Elternbeirat des Gemeindekindergartens „Schatzkiste“ bat um Gehör anlässlich der aktuellen Kindergartensituation. Hintergrund: Der Kindergarten, der momentan fünf Kindergartengruppen und eine Krippengruppe beheimatet, hat Platz- und Personalprobleme. Ab September soll es sieben Gruppen (zwei Krippen- und vier Kindergartengruppen, eine Hortgruppe) geben. Daher wird eine Auslagerung in Mietcontainer auf dem Kirchengrundstück nötig. Die Schaffung von weiteren Plätzen in der Gemeinde sei geplant und die Standortsuche für einen neuen Kindergarten laufe, so das Gemeindeoberhaupt. Die ursprünglich gute Personalsituation verschlechterte sich Ende 2017 durch Kündigungen, Schwangerschaft/Mutterschutz und Ruhestand. Der Gemeinderat stimmte daher einer Übergangslösung zu, wonach zusätzlich drei Ergänzungskräfte und Aushilfen bewilligt wurden. Im November 2017 und im Januar 2018 wurden Stellen ausgeschrieben und auch besetzt.

Die aktuelle Ausschreibung endete Anfang Mai. Elf Bewerbungen liegen vor. Dadurch sollen die fehlenden Kräfte (pädagogisch Ergänzungs- und Fachkräfte) sowie die Stelle der pädagogischen Fachkraft im Hort belegt werden. Zusätzlich hat der Gemeinderat eine Springerstelle bewilligt, deren Besetzung auch in diesem Zuge erfolgen soll.

Der Elternbeirat bemängelte die Kommunikation zwischen Eltern und Gemeinde. „Das funktioniert nicht.“ Die Mitglieder des Beirates müssten in ihrer Freizeit oft Fragen von verunsicherten Eltern beantworten. Außerdem gebe es Probleme weil die Stelle der stellvertretenden Leitung nicht besetzt ist. Steigenberger zeigte sich davon überrascht, da es mehrere Gespräche mit dem Elternbeirat gegeben hätte. Er hoffe durch die Ausschreibung die Stellen besetzen zu können, es sei aber gerade schwierig, Personal zu finden. Es habe auch Angestellte gegeben, die nach zwei Tagen oder vier Monaten wieder gegangen seien.

Auch die Wielenbacher Vereine meldeten sich zu Wort und forderten Planungssicherheit hinsichtlich des Vereinsgebäudes. Die Vereine würden viele Anstrengungen unternehmen, wüssten aber nicht genau, womit sie rechnen könnten. Steigenberger und die Vertreter der Vereine einigten sich auf das Einreichen eines schriftlichen Antrags.

Von Sofia Wiethaler

Auch interessant

Meistgelesen

Hoch zu Ross bei strahlendem Sonnenschein
Hoch zu Ross bei strahlendem Sonnenschein
Leonhardiritt Forst 2018
Leonhardiritt Forst 2018
Hecke beim Beseitigen von Unkraut in Brand geraten
Hecke beim Beseitigen von Unkraut in Brand geraten
Zünftige Übergabe
Zünftige Übergabe

Kommentare