Verbindung Dießen – Fischen: Raistinger Schleife mit E-Bikes kein Problem

BN strikt gegen Radweg Birkenallee

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Am „Konfliktfall Radweg Dießen-Fischen“ traf sich der Bund Naturschutz Bayern und betonte erneut seine ablehnende Haltung gegen einen direkten Weg entlang der Birkenallee. Unser Bild zeigt v. li. Manfred Engelhart, Annemarie Räder, Martin Geilhufe, Kathy Mühlebach-Sturm, Beate Rutkowski, Dr. Eberhard Sehning, Peter Rottner, Hildegard Kosmann, Folkhart Glaser, Karl Haberzettl und Stefan Maurer.

Raisting – Mit seiner ultimativen Ablehnung eines straßenbegleitenden Radweges entlang der Birkenallee von Dießen nach Fischen hat sich der Bund Naturschutz (BN) nicht viele Freunde gemacht in der südlichen Ammersee-Region. Seit Jahren wird über das Für & Wider heftig gestritten, wobei die Argumente beider Seiten durchaus Berechtigung haben.

Jetzt machte der BN-Landesvorstand Bayern auf einer „Bereisung bedeutender Schwerpunkte und Konfliktfälle“ Zwischenstation in Raisting, an der Ecke Kreisstraße WM 9/Sölber Straße, wo es auf die vom BN bevorzugte Raistinger Schleife geht. Zu der Gruppe gehörten Dr. Eberhard Sehning, Vorsitzender BN-Ortsgruppe Dießen, und Folkhard Glaser, Vorsitzender BN-Kreisgruppe Landsberg sowie Hildegard Kosmann vom Vorstand der BN-Kreisgruppe Weilheim-Schongau. Sie betonten nochmals, dass der BN den Radweg an der Birkenallee weiterhin ablehne. Man könne auch den Vorstoß der Obersten Baubehörde nicht nachvollziehen, die eine Vorplanung zu einer naturverträglichen Umsetzung durch das Ramsar- und Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet in Auftrag gegeben hat. Dazu Richard Merger, Landesvorsitzender BN Bayern: „Die Abnahme der Artenvielfalt zu stoppen, ist nach dem Volksbegehren erklärtes Ziel in Bayern. Wir fordern daher Behörden und Planer auf, umzudenken und wie hier Eingriffe abzulehnen.“

Die Umweltverbände hätten selbstverständlich ein hohes Interesse an einer gefahrlosen Radwegeverbindung zwischen Dießen und Fischen. Aber eben nicht direkt entlang der Birkenallee, sondern über den 3,3 km Umweg der bestehenden Raistinger Schleife. Darum begrüße man die von den Gemeinden Raisting und Dießen sowie dem Landratsamt Landsberg auf den Weg gebrachten Planungen für einen Radweg von Dießen nach Raisting. Dadurch wäre ein gefahrloser, kreuzungsfreier Anschluss an die Raistinger Schleife möglich.

Bei diesem laut Folkhard Glaser „wichtigen Etappensieg“ darf man aber nicht verschweigen, dass dieser Radweg derzeit an zwei Landwirten in Raisting und Dießen scheitert, die keinen Grund abtreten wollen. „Wir haben mit unserem Okay für diese Trassenführung westlich der Bahn unsere Schuldigkeit getan“, so Glaser. „Jetzt liegt der Schwarze Peter bei den Gemeinden, die sich mit den Grundbesitzern einigen müssen.“

Bei einem direkten Fahrradweg entlang der Birkenallee wäre laut BN das Vorkommen von Wiesenbrütern und Stelzvögeln wie dem Großen Brachvogel in der Vogelfreistätte Ammersee-Südufer massiv gefährdet. Diese weisen sehr große Fluchtdistanzen auf und reagieren auf Menschen, im Gegensatz zu Autos, als natürliche Feinde. Der BN habe Fachgutachten auch zur einzigartigen botanischen Situation in diesem Gebiet erstellen lassen. Darum propagiere man die Ausweichroute über die Raistinger Schleife. Da immer mehr Radfahrer auf E-Bikes umsteigen, sei der kleine Umweg kein Problem. Auf der Birkenallee fordert der BN eine Geschwindigkeitsbeschränkung zum Schutz der Radler, die trotz der Raistinger Schleife den direkten Weg nehmen. Bemängelt wurde bei dem Ortstermin, dass in Fischen von Gegnern immer wieder Hinweisschilder auf die Raistinger Schleife entfernt würden. Die Schleife sei zwar ein Wirtschaftsweg für Landwirte mit Radler-Duldung, im Bayerischen Fernradwegenetz der Regierung von Oberbayern aber ein fester Bestandteil.

In den sozialen Medien kursieren laut BN widersprüchliche Meinungen. Ein User schreibt auf Facebook: „Ich frage mich, was man von einem geschotterten zwei Meter breiten Weg an der Birkenallee hat, wenn der schönere und sichere Weg (Raistinger Schleife) schon vorhanden ist. Von der Birkenallee aus sehe ich ungestört weder Berge noch Störche.“ Andere wiederum bezeichnen den BN als „selbstsüchtig“ oder „rückständig in Zeiten, wo überall das Radfahren propagiert wird“.

Von Dieter Roettig

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