So reagieren die Direktkandidaten des Wahlkreises auf das Ergebnis vom Sonntag

Fazit nach der Wahl

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Gegen 20 Uhr kam am Sonntag die Liveschaltung von Peißenberg in die CSU-Landesleitung nach München zu Alexander Dobrindt zustande. Die Anhänger übermittelten ihre Glückwünsche an den Wahlkreisabgeordneten mit kräftigem Applaus via Großleinwand. Organisiert wurde das Public Viewing vom Ortsverband unter Vorsitz von Frank Zellner. Zu den Gästen zählten Landtagsabgeordneter Harald Kühn, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, zweite Bürgermeisterin Sandra Rößle und Altbürgermeister Hermann Schnitzer.

Region – Wie beurteilen die Direktkandidaten im Wahlkreis ihr persönliches Abschneiden sowie das ihrer Partei bei der Bundestagswahl? Der Kreisbote hat bei jedem Kandidaten per E-Mail nachgefragt, jedoch nicht von allen eine Antwort erhalten.

Wieder mit dem Direktmandat im Bundestag vertreten ist Alexander Dobrindt (CSU): „Das Abschneiden der CSU in Bayern ist ein bitteres Ergebnis für uns. Die Wähler haben ein klares Zeichen gesetzt. In meinem Wahlkreis freue ich mich über die Wiederwahl und ein gutes Ergebnis. Ich bedanke mich bei allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben – und freue mich, auch in Zukunft unsere Heimat im Bundestag vertreten zu dürfen.“

Für die SPD ging Enrico Corongiu in den Wahlkampf: „Die Ergebnisse des Wahltages sind bitter. Der allgemeine Rechtsruck hätte deutlicher nicht zum Ausdruck kommen können. Ich habe in den letzten Wochen oft gehört, dass unser Wahlprogramm gut sei, aber die beiden Volksparteien müssten ‚einfach mal einen Denkzettel bekommen‘. Traurig ist, dass man hierfür eine Partei gewählt hat, die sich zur Protestpartei überhaupt nicht eignet. Denn es gibt Grenzen des Protests und die beginnen dort, wo Menschenrechte und gegenseitige Wertschätzung angegriffen und missachtet werden. Ich werde mich weiterhin mit meinem persönlichen Engagement für ein gerechteres und soziales Land einsetzen – für Menschlichkeit und Wertschätzung.“

Dr. Gabriela Seitz-Hoffmann trat für Bündnis 90/Die Grünen an und freut sich über ihr gutes Abschneiden, wie auch das der Partei. Ihr weiteres Fazit: „Selbstverständlich hätte ich mir gewünscht, dass die AfD nicht in diesem Ausmaß Wählerstimmen bekommt. Dass 72 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Naziherrschaft Rechtsextreme als drittstärkste Partei in den Bundestag einziehen, muss jeden alarmieren und nachdenklich machen. Ich hoffe sehr, dass alle anderen Parteien im künftigen Parlament die richtigen Antworten und Umgangsformen gegenüber diesen Rechtspopulisten finden werden. Die Regierungsbildung wird schwierig. Aber ich hoffe sehr, dass bei den Koalitionsverhandlungen die Zukunft unseres Landes im Mittelpunkt stehen wird und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein die Verhandlungen leitet.“

Reinhard Böttger (Die Linke) stellte fest: „Ausschlaggebend für mein gutes Ergebnis waren sicher mein Engagement in Sachen Abholzung der Peitinger Bahnhofsallee und mein Auftreten bei der Verhinderung/Abschaffung der Straßenausbausatzung. Zum Wahlergebnis meiner Partei in Bayern: sapperlot – hätte ich nicht gedacht. Bundesweit sind viele Wählerinnen und Wähler von uns zur AfD übergeschwenkt. Gerade deshalb ist unser Erfolg nicht hoch genug einzuschätzen, denn unsere jetzigen Wähler haben wohl unser Programm gelesen. Auf zu neuen Taten bei den bayerischen Landtagswahlen nächstes Jahr – und vor allem Kampf den rechten Rattenfängern.“

Laut Maiken Winter (ÖDP) muss die ÖDP ihre Parteiziele der Öffentlichkeit selbstbewusster präsentieren: „Unser Wahlkreis hatte den höchsten Prozentsatz an Erststimmen für die ÖDP (3,5 Prozent) – das freut mich sehr! Als Neuling in der Politik ein so großes Vertrauen zu bekommen, ist eine wunderbare Bestärkung darin, aktiv in der Politik zu bleiben. Die Zweitstimme ist wie üblich relativ niedrig ausgefallen. Doch auch hier hat unser Wahlkreis besser abgeschnitten als die meisten anderen. Bundesweit ist die ÖDP unter den größten der nicht im Parlament vertretenen Parteien. Unverständlich ist mir das Wahlergebnis der AfD. Zum einen wird massiv Angst gegen Ausländer geschürt; zum anderen wird der Klimawandel geleugnet.“ 

Die Entscheidung der WählerInnen im Landkreis Weilheim-Schongau mit ihrer Zweitstimme im Überblick.

Erst- und Zweitstimmen im Wahlkreis 226 Weilheim in Prozent

Erststimme

CSU 47,9 %, SPD 14,8 %, AfD 10,1 %, Grüne 9,1 %, FDP 7,0 %, Die Linke 4,7 %,
Andere 6,4 %

Zweitstimme

CSU 42,9 %, AfD 12,1 %, SPD 11,5 %, FDP 10,4 %, Grüne 9,5 %, Die Linke 5,4 %,
Andere 8,1 %

Wahlbeteiligung: 80,54 %
Wahlberechtigte:166 804

von Kreisbote

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