Weilheimer Franziskus Posselt, Bundesvorsitzender der PEJ, im Interview

Im Dienste Europas

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Franziskus Posselt beim diesjährigen Bundeskongress der Paneuropa-Jugend Deutschland in Bad Kreuznach zusammen mit Bundesministerin Julia Klöckner. Sie war Schirmherrin der Veranstaltung.

Weilheim – Seit 2012 ist Franziskus Posselt (29 Jahre) Bundesvorsitzender der Paneuropa-Jugend Deutschland e.V. (PEJ). Mit Kreisbotenredakteurin Sofia Wiethaler hat Posselt über die Ziele der PEJ, die Gründe für sein politisches Engagement und seine Pläne für die Zukunft gesprochen.

Sie arbeiten momentan als Referendar am Gymnasium Weilheim. Welche Fächer unterrichten Sie?

Posselt: „Latein und katholische Religionslehre.“

Wie lange sind Sie schon bei der PEJ?

Posselt: „Ordentliches Mitglied bin ich seit 2007. Aber eigentlich bin ich schon seit dem Wiegenalter bei der PEJ dabei. Meine Eltern engagieren sich dort ebenfalls und haben mich schon früher zu den Veranstaltungen mitgenommen.“

Wie lange sind Sie schon Bundesvorsitzender?

Posselt: „Seit 2012. Ich wurde bisher drei Mal wiedergewählt. Wahlen finden in der PEJ alle zwei Jahre statt.“

Warum engagieren Sie sich dort?

Posselt: „Ich habe mit 14 beziehungsweise mit 15 Jahren angefangen mich politisch zu interessieren und zu informieren. Später habe ich entschieden, dass für mich der Bereich der Europapolitik sehr wichtig ist. Dort gibt es noch sehr viel zu tun. Auf den Veranstaltungen der Paneuropa-Jugend und der Paneuropa-Union habe ich dann meine politische Heimat gefunden.“

Was sind denn die Ziele der PEJ?

Posselt: „Das Ziel ist die Vollendung der politischen Einigung Europas. Wir wollen zur Völkerverständigung zwischen den einzelnen europäischen Ländern beitragen, machen uns aber auch Gedanken über den Beitrag, den Europa als Ganzes in der Welt leisten kann. Außerdem geht es uns darum, den gesamten Kontinent zu vereinen. Damit wollen wir auch den Einigungsprozess, der nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen hat, zu Ende führen. Wir sind der Meinung, dass wir keinem europäischen Land das Recht absprechen können, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein, wenn die notwendigen Aufnahmekriterien erfüllt sind. Besonders wichtig ist es uns auch, den europäischen Gedanken an die nächste Generation weiter zu geben.“

Ab welchem Alter kann man der PEJ beitreten?

Posselt: „Ab 14 Jahren.“

Was wünschen Sie sich für Europa?

Posselt: „Dass die Europäer dieses Einigungswerk wertschätzen und weiterführen. Dadurch soll der Frieden in Europa aber auch in der Welt erhalten werden. Am meisten wünsche ich mir, dass wir wieder mehr Begeisterung für Europa und den europäischen Gedanken entwickeln.“

Ist es schwierig, Ihr Amt mit Ihrem Beruf zu verbinden?

Posselt: „Die meiste Zeit meiner politischen Tätigkeit fiel in mein Studium. Es ist für mich schon eine Herausforderung jetzt Beruf und ehrenamtliches Engagement miteinander zu verbinden. Allerdings sehe ich viele Möglichkeiten, beides zu erfüllen. Zum Glück kann ich mich auch auf meine Mitstreiter im Bundesvorstand und in der ganzen PEJ verlassen.“

Wie viel Zeit investieren Sie ungefähr pro Monat in Ihr ehrenamtliches Engagement?

Posselt: „Unter der Woche sind es zwei bis drei Stunden. Hinzu kommen die Veranstaltungen, die aber großteils am Wochenende stattfinden. Alle ein bis zwei Monate fahre ich zu einem Kongress oder zu einer Veranstaltung.“

Können Sie sich vorstellen irgendwann hauptberuflich in der Politik zu arbeiten?

Posselt: „Das wäre dann ein anderer Weg. Die Arbeit in der PEJ ist für mich, wie bei allen anderen Mitgliedern, ein reines Ehrenamt. Prinzipiell kann ich es mir aber schon vorstellen.“

Können Sie sich auch vorstellen, eine ähnliche Karriere wie Ihr Onkel Bernd Posselt (CSU-Politiker und Gründer der PEJ Anmerk. d. Red. ) zu machen ?

Posselt: „Der Bereich der Europapolitik ist für mich schon sehr interessant und attraktiv. Im Moment habe ich mir darüber aber noch keine konkreten Gedanken gemacht. Gerade steht meine berufliche Ausbildung im Vordergrund.“

Was tut die PEJ, um Jugendliche/junge Menschen anzusprechen?

Posselt: „Wir organisieren verschiedene Veranstaltungsformate wie den Bundeskongress, der jedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfindet, politische Seminare und Vortragsveranstaltungen. Außerdem sind wir mit Infoständen bei Formaten wie dem Europatag der Stadt München vertreten. Ansonsten wirken unsere Mitglieder in ihrem Freundeskreis sowie in ihrem Umfeld und wir sind in den sozialen Medien aktiv.“

In Weilheim gibt es beispielsweise den Verein Junge Menschen für Weilheim. Sind Sie mit solchen Organisationen auch im Kontakt?

Posselt: „Wir tauschen uns mit verschiedenen politischen Organisationen und Vereinen aus und kooperieren mit ihnen. Mit dem Verein gab es bisher noch keinen Kontakt, aber ich könnte mir durchaus eine Zusammenarbeit vorstellen.“

Können Sie Ihr politisches Engagement auch in den Unterricht mit einbringen?

Posselt: „Ja definitiv. Der Lehrplan des bayerischen Gymnasiums bietet sehr viele Anknüpfungspunkte zum Thema Europa. Dabei können europäisches Bewusstsein, Kultur und Identität ins Unterrichtsgeschehen mit einbezogen werden. Der politische Gedanke der europäischen Einigung wurde beispielsweise beim Veranstaltungsformat des Gymnasiums Weilheim zum Europatag behandelt. Dieses Jahr haben die zehnten Klassen eine Diskussion zur Zukunft der europäischen Union organisiert.“

Was tut die PEJ, um Europa wieder zu einem besseren Ansehen zu verhelfen?

Posselt: Wir sind zum Beispiel mit Infoständen bei Großveranstaltungen wie dem Tag de Sudetendeutschen Landsmannschaft vertreten. Wir nutzen solche Gelegenheiten, um wirklich ein Zeichen zu setzen. Die entscheidende Frage der nächsten Jahre wird nämlich sein, ob wir das Wagnis eingehen, die europäische Einigung voranzutreiben oder ob wir uns in unsere nationalen Schneckenhäuser zurückziehen. Wenn wir diese Schneckenhäuser vorziehen, dann werden wir auf der weltpolitischen Bühne in absehbarer Zeit keine Rolle mehr spielen.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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