Den Glanz ermatten

Carport-Pläne sind Ästheten ein Dorn im Auge

Das Gemeindewerke-Gebäude am Viehmarktplatz 1. Im Innenhof soll an die West- und Ostseite des Hauses ein Carport angebaut werden. Entsprechende Pläne wurden in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses präsentiert.
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Imposante Erscheinung: Das Gemeindewerke-Gebäude am Viehmarktplatz 1. Im Innenhof soll an die West- und Ostseite des Hauses ein Carport angebaut werden. Entsprechende Pläne wurden in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses präsentiert.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Keine Frage, das große, kräftig-rote Gebäude der Murnauer Gemeindewerke am Viehmarktplatz 1 hat Flair. Doch wie lange noch? An dem Gebäude soll nämlich ein Carport errichtet werden, inklusive Solarmodule auf dem Dach. Ein Plan, der nicht jedem Mitglied des Werkausschusses in der jüngsten Sitzung behagte, aus optischen Gründen.

Bislang stehen die Autos, die auf den sechs Parkplätzen im Innenhof zwischen dem Bauhof und dem Verwaltungsgebäude geparkt werden, bei Wind und Wetter unter freiem Himmel. Nun sollen sie überdacht werden. Geplant ist eine Carportkonstruktion mit Photovoltaikanlage. Den auf dem Dach erzeugten Strom könnten die Gemeindewerke auch gleich nutzen. Dafür sollen zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installiert werden. „Wenn Strom übrig bleibt“, könnte man noch einen Speicher ergänzen, berichtet Gemeindewerkeleiter Karl Steingruber den Werkausschussmitgliedern.

Der Carport „würde bis zum Gebäude hinführen“, erklärt Steingruber. Auch würde das Konstrukt bis zum Mietereingang reichen. Einen Anschluss an das Gebäude strebt man dabei freilich nicht ohne Hintergedanken an. Mit einem nahtlosen Übergang zwischen dem Gebäude und dem Carport „hätten wir mit den Abstandsflächen kein Problem“, erläutert der Leiter der Gemeindewerke. Die Kosten für das Unterfangen würde sich auf rund 64 000 Euro belaufen, wobei für den Carport rund 20 000 Euro veranschlagt würden, kostenmäßig dicht gefolgt von der PV-Anlage (15 000 Euro). Die Ladesäulen sowie die Erweiterung des Mietereinganges würden rund 12 000 Euro kosten. Miteingerechnet ist auch der Speicher, der für etwa 5 000 Euro errichtet werden könnte.

Im Gremium herrscht Konsens, wenn es um den Grundgedanken des Vorhabens geht. Solarenergie platzsparend nutzen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge schaffen, selbsterzeugten Strom verwenden beziehungsweise speichern, das kommt gut an. Die Art und Weise der Ausführung aber gefällt nicht allen. „Es ist grundsätzlich eine gute Idee“, findet etwa Welf Probst (FWG). „Aber ist das Gebäude nicht denkmalgeschützt?“, fragt er in Richtung Steingruber. Dieser grinst: Das Haus sei nicht denkmalgeschützt, „nur die Eingangstüren“. Probst runzelt die Stirn, „schee ist es nicht“, meint er mit Blick auf das geplante Anhängsel. „Schee ist es nicht“, wiederholt auch Franz Neuner (CSU). Zwar sei der Bau „praktisch“, jedoch stört sich Neuner gewaltig an dem Erscheinungsbild. „Optisch ist es für mich eine Katastrophe“, sagt er unverhohlen. Für Neuner sei das Gebäude bislang immer ein schöner Anblick gewesen, wenn er vorbeigefahren sei. Das Gebäude würde mit dem angeschlossenen Carport „komplett seinen Glanz verlieren“, so seine Befürchtung.

Am Ende stimmt eine knappe Mehrheit für den Bau eines Carports mit PV-Anlage. Unter Mithilfe des Bauamtes soll ein entsprechender Bauantrag gestellt werden. Auch die zwei Ladesäulen sowie der Stromspeicher sollen eingeplant werden. Fünf Mitglieder stimmten dagegen: Welf Probst, Franz Neuner, Josef Bierling (CSU), Franz Fischer und Phillip Zoepf (beide Mehr Bewegen).

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