Geschäftsführer nimmt Arbeit auf – Maro unterstützt mit Darlehen

Erfolgsmodell CarSharing

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Der neue Geschäftsführer im Gespräch mit dem Vorstand: V. li.: zweiter Vorstand Johann Siemens, erster Vorstand Erich Zimmermann, Geschäftsführer Martin Heinz, MARO-Sprecher Martin Okrslar, Kassier Christa Zimmermann.

Landkreis – Das Projekt CarSharing des Vereins ÖkoMobil Pfaffenwinkel ist bislang in sieben Gemeinden vertreten und inzwischen so erfolgreich, dass ab März ein Geschäftsführer eingesetzt wird.

„Unser Wachstum im Jahr 2016 war wirklich überwältigend. Wir haben 63 neue Nutzer gewonnen“, so Erich Zimmermann, erster Vorsitzender des Vereins. Insgesamt 270 Familien nutzen das Angebot von CarSharing Pfaffenwinkel, das in den Städten beziehungsweise Gemeinden Weilheim, Schongau, Penzberg, Murnau, Peiting und Benediktbeuern angeboten wird. Wer CarSharing nutzen möchte, schließt mit dem Verein einen Vertrag ab und bekommt einen Tresorschlüssel, der den Zugang zu den Autoschlüsseln ermöglicht. Via Internet kann der gewünschte Zeitraum für eine Autonutzung gebucht werden. Probleme wegen Überschneidungen gebe es nicht, so Zimmermann auf Nachfrage des Kreisboten. Sollte es wirklich einmal der Fall sein, dass zwei Parteien im selben Zeitraum ein Auto buchen, dann wird sich um eine einvernehmliche Lösung bemüht.

Insgesamt steht CarSharing Pfaffenwinkel eine Flotte von 20 Autos zur Verfügung. Mindestens zwei Autos sind in jedem der beteiligten Orte stationiert. In Weilheim gibt es fünf verschiedene Stellplätze, in kleineren Orten stehen die Autos an einem zentralen Platz. „Es ist alles vertreten: vom Kleinwagen bis zur Familienkutsche“, erklärte Zimmermann. Die vertretenen Marken richten sich meistens nach den Angeboten der Autohändler vor Ort.

Für Zimmermann sind die Vorteile des CarSharing klar: alle Autos sind vollkaskoversichert, werden regelmäßig auf ihre Sicherheit überprüft – genauer alle fünf Wochen – und Benzinkosten fallen auch keine an – es gibt eine Tankkarte. Gezahlt wird nur, wenn man ein Auto gemietet hat (die Abrechnung erfolgt monatlich), eine Vereinsmitgliedschaft ist für die Teilnahme am CarSharing nicht erforderlich.

Durch den Erfolg des Projekts wurde aber auch der Arbeitsaufwand für den Verein immer größer. Deshalb wird sich Martin Heinz als neuer Geschäftsführer ab 1. März, zunächst für drei Jahre, in Vollzeit darum kümmern. Vorläufig wird sein Sitz in Weilheim sein, ob das so bleibt, ist aber noch offen. „Ich kenne die CarSharing-Bewegung schon seit ihrer Anfangszeit“, berichtet Heinz, der das Konzept seit 1993 aus München kennt. Für seine neue Aufgabe hat er sich bereits einiges vorgenommen: „Gerade in Schongau, Peiting, Murnau und Penzberg ist gut erkennbar, dass wir die nächsten Jahre das CarSharing noch bekannter machen können. Wir möchten diese Standorte unbedingt weiter entwickeln.“ Zimmermann verwies darauf, dass, wenn weitere Orte Interesse an einer Beteiligung haben, die Möglichkeit dazu geprüft werde. Ganz allgemein gilt für alle Standorte: „Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, auf das eigene Auto zu verzichten und die Besorgungen mit CarSharing zu erledigen“, betonte Zimmermann. Sowohl für den ersten Vorstand als auch für den designierte Geschäftsführer hat CarSharing eine große Stärke: es entlastet Verkehr und Umwelt.

Die Maro Genossenschaft ist ebenfalls an dem CarSharing Projekt interessiert und unterstützt den Verein daher mit einem Darlehen über 50 000 Euro. „CarSharing schafft Gemeinwohl, da sind sich Maro und der Verein bei den Zielen sehr ähnlich“, so Martin Okrslar, Vorstand bei der Genossenschaft, in einer Pressemitteilung. Bislang wurden alle Aufgaben im Verein ehrenamtlich durchgeführt. Mit der finanziellen Unterstützung durch Maro wird die Stelle des Geschäftsführers ermöglicht und damit eine Weiterentwicklung zu einem permanenten CarSharing-Anbieter. Für den Verein und das Projekt CarSharing Pfaffenwinkel ist die Professionalisierung ein wichtiger und logischer nächster Schritt. Denn die Entwicklung seit der Gründung durch vier Familien mit einem Auto hin zu 270 und 20 Autos ist bedeutend.

Von Melanie Wießmeyer

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