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Stadtwerke-Chef blickt auf 2020 und 2021 zurück

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Von: Stephanie Novy

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Neuer Weilheimer Stadtbus.
Fünf neue E-Midibusse werden ab Januar durch Weilheim rollen. © KB-Archivfoto: Vetter

Weilheim – Was hat sich in den Jahren 2020 und 2021 bei den Stadtwerken Weilheim alles getan? In der jüngsten Stadtratssitzung gab darüber Stadtwerke-Chef Peter Müller Auskunft.

Wasser

Was die Stadtwerke unter anderem beschäftigt, ist die Suche nach einem weiteren Brunnen zur Trinkwasserversorgung. Doch wie Müller sagt, sei es schwer, derzeit ein Ingenieurbüro zu finden. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich, Anfang nächsten Jahres eine Probebohrung für einen Brunnen Süd-Ost durchführen zu können.

Auch bei der Wasserspeicherung laufen derzeit Planungen. Der Hochbehälter am Gögerl stößt mit 4 000 Kubikmetern „fast an seine Grenzen“, wie der Stadtwerke-Chef ausführt. Denn: „Weilheim wächst.“ Müller spricht von 2 000 zusätzlich benötigten Kubikmeter Speicher. Ob der bereits vorhandene Hochbehälter erweitert wird oder ein zusätzlicher entsteht, ist noch nicht abschließend geklärt.

Ein weiteres Thema ist die Klärschlammentwässerung. Dafür wurde, wie der Kreisbote berichtete, eine entsprechende Anlage gebaut. Hier wird laut Müller demnächst noch eine Photovoltaik-Anlage installiert. Zudem laufen gerade die Innenarbeiten. Mit der Anlage wollen sich die Stadtwerke ein klein wenig unabhängiger von Anbietern auf diesem Gebiet machen. Müller geht bei der Klärschlammentsorgung in den Jahren 2022 bis 24 von einer Preissteigerung um die 19 Prozent aus.

Eine Umbaumaßnahme, die noch ansteht, betrifft die Ammer. Der Ammerdüker auf Höhe Merkstraße ist mittlerweile etwa 50 Jahre alt. Dabei handelt es sich quasi um eine Unterführung für die Abwasserleitung, mit der der Weilheimer Westen entwässert wird. Ursprünglich lag der Düker bei einer Tiefe von 1,50 Meter. Doch über die Jahrzehnte hat sich die darüberfließende Ammer eingetieft, wie Müller erklärt.

Den alten Düker ertüchtigen, das funktioniert nicht. Dann könnte der Westen für die Zeit der Baumaßnahme nicht mehr entwässert werden. Stattdessen soll etwas flussabwärts ein neuer Düker entstehen. Mit einer Tiefe von mindestens zwei Metern. Dieser könnte dann wieder rund 50 Jahre halten, schätzt der Stadtwerke-Chef.

Betriebshof

Ordentlich zu tun hatte auch der Betriebshof. Arbeiten für Stadt und Umlandgemeinden in den Abteilungen Straße und Tiefbau, Grünpflege, Handwerker- und Hausmeisterdienste sowie Elektro schlagen mit mehr als 83 000 Stunden in 2020 zu Buche. Davon rund 15 000 Stunden für Wasser, Abwasser und Breitband. Für 2021 rechnet Müller mit ähnlichen Zahlen.

Um all die Arbeit auch sorgfältig erledigen zu können, wurden diverse Ersatz- beziehungsweise Neubeschaffungen bei den Fahrzeugen und Geräten getätigt.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Weilheim läuft zudem gerade das Projekt Infrastruktur. Hier wird quasi die gesamte Stadt durchleuchtet. Wo stehen Verkehrszeichen? Sind diese an dieser Stelle noch sinnvoll? Wo sind Kanaldeckel? „Es wird alles erfasst, was im öffentlichen Straßenraum steht“, fasst Müller zusammen.

Parken und Bus

Um das Gesamtparkraumkonzept Weilheims zu unterstützen, wurde am Öferl ein neues Parkhaus gebaut. Seit September 2020 ist es in Betrieb (wir berichteten). Die Auslastung liegt laut dem Stadtwerke-Chef bei rund 50 Prozent. Wöchentlich nehme die Vermietung einzelner Stellplätze um rund ein Dutzend zu. Beim Parkhaus Krumpperstraße läuft derzeit noch das Bebauungsplanverfahren.

Wie mehrfach berichtet, werden ab dem 1. Januar 2022 batterieelektrische Busse durch die Kreisstadt rollen. Bisher scheint hier größtenteils alles nach Plan zu laufen. Nur bei dem Umbau der Haltestelle am Unteren Graben mussten die Arbeiter eine kleine Zwangspause einlegen. Archäologische Funde aus dem letzten Jahrhundert seien dort gefunden worden, berichtet Müller. Doch trübt er die Neugierde sogleich, wenn er sagt, dass es sich lediglich um genormte Tonziegel handelt.

Bei der Ausstattung der Haltestellen mit neuen Schildern ist derzeit Abwarten und Tee trinken angesagt. „Man wartet heute ja auf alles“, meint Müller zum Thema Lieferschwierigkeiten.

Strom und Gas

Den 11. November 2021 wird sich Müller wohl fett im Kalender angestrichen haben. Dann fallen gleich zwei Urteile zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, die die Stadtwerke führen. Zum einen gibt es da den Streit um das Stromnetz. Der Altkonzessionär verweigert nach wie vor die Herausgabe des Netzes, was lange Gerichtsprozesse nach sich zieht. Aktuell vor dem Oberlandesgericht. Ähnlich gelagert ist die Sache beim Gasnetz. Hier verweigert der Altkonzessionär ebenfalls die Herausgabe.

Am 11. November soll in beiden Angelegenheiten eine Entscheidung fallen. „Wir sind zuversichtlich, dass es zu unseren Gunsten ausgeht.“ Schon die Woche danach sollten dann die Gespräche mit den Altkonzessionären stattfinden. Es sei denn, diese entscheiden sich vor den Bundesgerichtshof zu ziehen.

Auch auf die Preisentwicklung geht der Stadtwerke-Chef ein. Beim Strom müssen die Bürger derzeit tiefer in die Tasche greifen. Müller macht dafür überwiegend Spekulationen an der Börse verantwortlich. Beim Gas sei man hingegen „gut eingedeckt“, wodurch die Preise erstmal stabil bleiben würden. Das wird sicherlich auch einige Autobesitzer freuen, die Gas tanken. Dafür gibt es seit Februar 2020 eine Erdgastankstelle am Paradeis. Diese habe bisher die „Erwartungen übertroffen“, sagt Müller.

Breitband

Gute Nachrichten gibt es beim Thema Breitband. Mittlerweile wurde ein zusätzlicher Provider installiert. Weitere sollen folgen. Zwischenzeitlich wurden mehr als 230 Kilometer Kabel verlegt. Der zweite Bauabschnitt für eine passive Glasfaserinfrastruktur im Rahmen des Bundesbreitbandausbauprogramms beginnt nach dem Markterkundungsverfahren noch Ende dieses Jahres.

Investitionen und Pläne

2020 haben die Kommunalunternehmen und die SWE GmbH insgesamt 19,7 Millionen Euro eingenommen. Die Aufwendungen schlugen mit 20,3 Millionen Euro zu Buche. Die Investitionen beliefen sich auf 7,2 Millionen Euro.

Für 2021 rechnet Müller mit Einnahmen von 18,3 Millionen Euro, während er die Aufwendungen auf 18,8 Millionen Euro schätzt. Die Investitionen werden sich bis Ende des Jahres wohl auf 9,3 Millionen Euro belaufen.

Auch in Zukunft haben die Stadtwerke noch einiges vor. Mögliche Projekte betreffen unter anderem den Stadtbus: On-demand-Verkehre und eine Linie Trifthof-Deutenhausen/Marnbach spricht Müller an. Der Betrieb des Hallenbads Weilheim wird wohl ebenfalls zukünftig ein Thema sein. Und auch eine H2mobility Wasserstofftankstelle steht als Idee im Raum.

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