Die Macht des Gesanges

Chor der Apostelkirche Weilheim feiert 100-Jähriges

Festkonzert des Weilheimer Chores.
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Zum 100-Jährigen gab‘s ein Festkonzert des Chores der Apostelkirche.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Weilheim – „Viel zu lange mussten wir auf Ihren Gesang verzichten.“ Weilheims Dritter Bürgermeister Alfred Honisch sprach bei dem Festkonzert des Chores der evangelischen Apostelkirche sicherlich vielen Anwesenden aus der Seele. Mit dem Konzert wurde diese Stille nun gebrochen. Und das aus gutem Grund: Es galt das 100-jährige Jubiläum zu feiern.

Es waren ungewöhnliche Klänge, die da am Sonntagabend durch die Hochlandhalle schallten. Doch von der Sperrung der Stadthalle wollte man sich das Feiern nicht nehmen lassen. Und so zog der Chor samt einem kleinen Orchester eben in das ungewohnte Ambiente der Hochlandhalle.

Der Chor blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. In 100 Jahren passiert eben so einiges. Vor allem die Anfangszeit war nicht so einfach. Sprecher und Solist Jochen Kaiser las bei dem Festkonzert die Rede des Gründungsmitglieds Friedrich Spatz zum zehnten Jahrestag vor. Darin erinnerte Spatz an den Spätherbst 1921. Mit 22 Damen und Herren fing alles an. Die ersten Treffen fanden im Nebenzimmer des Café Krönner statt. Ein Klavier war dort vorhanden und so galt es zunächst, Lieder für Palmsonntag, Karfreitag und Ostern einzustudieren. Doch wie Spatz bemerkte, war es „keine einfache Aufgabe, aus einzelnen Sängern einen Chor zu machen“. Mit viel Fleiß sei das letztlich dennoch gelungen. Ein Problem gab es aber: Den Stammgästen und Billiardspielern im Café ging das Trällern im Nebenraum irgendwann „auf die Nerven“.

Das ist nur eine von sicherlich vielen Anekdoten. Niedergeschrieben sind diese alle in der Festschrift, die der Förderverein Kirchenmusik finanziert hat. Der Redebeitrag Kaisers wurde vom Chor unter der Leitung der Kantorin Gundula Kretschmar untermalt mit Motetten und Chorälen.

Was für ein Glück

Das Highlight war aber dann der zweite Teil des Konzerts. Neben dem Chor betraten nun auch wieder Sprecher Kaiser (Bass) sowie die weiteren Solisten Susanne Winter (Sopran), Rebekka Bigelmayr (Alt) und Thilo Himstedt (Tenor) die Bühne, um gemeinsam drei Werke zum Besten zu geben: das Carolinen-Te Deum von Georg Friedrich Händel, ein Satz aus der Bach-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ und die Kantate „Nun danket alle Gott“ von Georg Philipp Telemann. Passend zum Anlass, war es sehr festliche Musik, die dem Publikum geboten wurde.

„Was für ein Glück, was für ein Segen sind Sie als Chor für die Gemeinde“, dankte der Dekan des Dekanats Weilheim, Jörg Hammerbacher, den Sängern für ihr ehrenamtliches Engagement, mit dem sie Gottesdienste, Kirchenfeste und Konzerte bereichern würden.

Auch Dritter Bürgermeister Honisch betonte, wie wichtig diese Art von Engagement sei. Nicht umsonst hat der Chor 2012 den Kulturpreis der Stadt Weilheim verliehen bekommen. Ein treffendes Zitat wählte Honisch mit Friedrich Schillers „Die Macht des Gesanges“: „Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.“

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